Arbeiten als Bankkaufmann/-frau

Schon als Kind hast du dein Geld lieber ins Sparschwein gesteckt, als es für ein Überraschungsei auszugeben. Du trägst gerne einen Anzug oder ein Business-Kostüm. Dein größtes Vorbild war schon immer Dagobert Duck. Denn mal ehrlich: Wer möchte nicht so viel Geld verwalten und ab und zu im Geldspeicher seine Runden ziehen? Na gut, wirklich schwimmen wirst du im Kapital der Bank als Bankkaufmann wahrscheinlich nicht, aber du kannst zumindest deinen Kunden helfen ihre Finanzen richtig zu verwalten. Dabei versuchst du gleichzeitig gute Lösungen für sie zu finden und die Produkte deiner Bank an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Du schätzt Kreditrisiken ein, klärst über Finanzprodukte auf und vermarktest Geldanlagen. Du erstellst individuelle Anlage- und Sparpläne und achtest darauf, dass deine Kunden ihre Finanzen durch verschiedene Investments sichern – zum Beispiel in Sparkonten, Versicherungen, Wertpapiere und Edelmetalle. Um gute Ratschläge zu geben, informieren sich Bankkaufleute immer über aktuelle Wirtschaftsentwicklungen und achten auf Kursschwankungen an der Börse. Für einen Teil deiner Kunden wirst du ebenfalls Wertpapiere und Wertgegenstände in Tresoren und Schließfächern verwahren. Auch die bankinternen Arbeitsabläufe werden von dir übernommen. So überwachst du gesetzliche Vorschriften und kümmerst dich um die ordnungsgemäße Buchhaltung. In regelmäßigen Meetings informierst du die Geschäftsleitung über Entwicklungen von Geschäftspartnern, Geschäftsstellen und Kosten. Dafür werden Bilanzen und Verlustrechnungen erstellt und in Portfolios zusammengefasst.

Q&A mit Christian Sander

Berater Selbständige Heilberufe bei Deutsche Apotheker- und Ärztebank

Wie nah ist dein jetziger Job an deinem Kindheitstraum?

Als Kind habe ich immer unheimlich gerne mit meinem Kumpel Monopoly gespielt. Dieses strategische Denken aus Liquide-bleiben und gleichzeitig Investieren in Straßen und Häuser fand ich immer klasse. Als dann die Deutsche Telekom an die Börse ging, erweiterte sich mein Interesse um das Thema Wertpapiere. Ich habe mir jeden Morgen in der Tageszeitung den Börsenkurs der Deutschen Telekom angeschaut und notiert. Wieso die Aktie stieg (und irgendwann immer mehr fiel), war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar, aber das Interesse wuchs. In der Schule waren die Wirtschaftsfächer immer meine liebsten. Früh habe ich angefangen, Wahlpflichtkurse zu diesen Themen zu belegen und später dann meinen Schwerpunkt auf der Fachoberschule Wirtschaft zu festigen. Die ganzen Themen, die mich interessiert haben, gab es nur in einem Beruf: Banker – und das wollte ich werden.

Wie würdest du die Work-Life-Balance in deinem Beruf beschreiben?

Als Mitarbeiter im Vertrieb kann ich meinen Arbeitstag freier gestalten als z. B. in der Assistenz. Beispielsweise die Möglichkeit, Kundentermine innerhalb und außerhalb der apoBank wahrzunehmen, finde ich sehr flexibel. Hat man in einer Woche mal nur Abendtermine, kommt man in dieser Woche morgens einfach ein bisschen später oder geht freitags schon mittags ins Wochenende. Für mich ist die Flexibilität wichtiger als ein 9-bis-17-Uhr-Arbeitstag und Bestandteil meiner Work-Life-Balance. Der Kundenkontakt ist natürlich das Entscheidende und Spannendste am Job. Vielen Kunden (und mir auch) ist der persönliche Kontakt unheimlich wichtig. Deshalb setzt man sich mindestens einmal im Jahr zusammen und bespricht wichtige Themen. Den Rest des Jahres hält man in der Regel Kontakt über E-Mail und Telefon. Der Kundenkontakt nimmt schon den größten Teil meiner Arbeitszeit in Anspruch.

Wie wird die digitale Entwicklung deine Arbeit beeinflussen?

Der Beruf des Bankers wird sich durch die Digitalisierung verändern. Über digitale Medien wird künftig noch mehr abgewickelt werden. Der Kunde gibt hier selber den Impuls und kann die Informationen und Produkte selbstständig einholen bzw. abschließen. Das ganze Thema „Zahlungsverkehr“ wird sich noch weiter verändern und wir Banken müssen aufpassen, dass uns dieses Thema nicht von Non- und Nearbanks genommen wird. Es ergeben sich aber auch eine Menge positive Veränderungen. In meinen Augen wird der Banker immer mehr zum Experten für bestimmte Themenfelder. Die zahlreichen Informationen, die sich der Kunde über das Internet einholen kann, lösen bei vielen Menschen Verunsicherung aus. Informationen zu bekommen, ist das eine, diese richtig zu deuten und verstehen zu können, das andere. Sicherlich wird sich das Berufsfeld in den nächsten Jahren noch verändern. Locker bleiben, flexibel sein und positiv denken! Beruflich möchte ich in der Bankenwelt bleiben und mein vorhandenes Fachwissen weiter ausbauen und künftig eine Führungsaufgabe übernehmen.