Arbeiten als Übersetzer/-in?

Was ist dein Job als Übersetzer/-in?

Du liebst Sprachen, könntest dich ewig über falsch übersetzte Untertitel ärgern, und Bücher liest du ohnehin nur in der Originalversion? Du hast ein hervorragendes Sprachgefühl und drückst dich in all deinen Sprachen gewandt und treffsicher aus? Deine Freunde bitten dich, ihre Briefe und Bewerbungen Korrektur zu lesen, weil du immer die richtigen Worte findest? Dann wäre der Beruf des Übersetzers möglicherweise etwas für dich. Als Übersetzer bekommst du von deinen Kunden Texte aller Art, von Romanen über Gebrauchsanleitungen bis hin zu Marketing- und Werbetexten. Wenn du die nötigen Kenntnisse hast, arbeitest du teils auch mit sehr spezifischen Texten, etwa im Bereich der Medizin oder der Rechtswissenschaften. Diese musst du dann von allen möglichen Sprachen, die du anbietest, in deine Muttersprache übersetzen. Dabei geht es nicht darum, Wörter stur von einer in die andere Sprache umzuschreiben, wie das ein Roboter tun würde, sondern die Botschaft und den Sinn zu erfassen und möglichst treffsicher in deiner eigenen Sprache auszudrücken. Als Übersetzer arbeitest du für eine Agentur, für eine große, internationale Firma mit eigenen Übersetzern, für staatliche Ämter, die Fachübersetzungen benötigen, oder auch selbstständig. Außerdem fertigst du nur schriftliche Übersetzungen an, denn für mündliches Übersetzen sind Dolmetscher zuständig.

Fakten

Einkommen:

D: 2.000 - 2.400 Euro/Monat
Ö: 1.750 - 1.930 Euro/Monat

Männlich/Weiblich:

Männer: 30 % – Frauen: 70 %

Bildungsweg:

keiner vorgeschrieben

Regelstudienzeit:

unterschiedlich, je nach Bildungsweg
Regelstudienzeit: Bachelor: 6 Semester, Master: 4 Semester

Wichtige Schulfächer:

Deutsch, Fremdsprachen

Zukunftsaussichten als Übersetzer/-in

Der Übersetzerberuf ist einer jener Berufe, die von der Digitalisierung wahrscheinlich stark betroffen sein werden. Schon jetzt wird unermüdlich an maschineller Übersetzung mittels künstlicher Intelligenz gearbeitet. Es ist also gut möglich, dass sich dein Berufsbild in den nächsten Jahren und Jahrzehnten stark ändern wird. Statt vollständige Texte zu übersetzen, wirst du möglicherweise nur mehr bereits von Maschinen übersetzte Texte auf Stimmigkeit und passende Ausdrucksweise überprüfen. Da dadurch weniger Übersetzer notwendig sein werden, wird am Markt dementsprechend ein stärkerer Wettbewerb herrschen. Deine Jobchancen kannst du erhöhen, indem du dich auf seltene Sprachen wie Litauisch oder besonders komplizierte oder exotische Sprachen wie Chinesisch konzentrierst. Hier ist die Konkurrenz weit geringer als bei Sprachen wie Englisch, Französisch oder Spanisch, und du musst weniger um deine Verdienstmöglichkeiten fürchten. Es gibt auch überdurchschnittlich viele selbstständige Übersetzer. Da die Berufsbezeichnung aber nicht geschützt ist, unterscheidet sich die Qualität der Arbeit hier enorm und die Konkurrenz ist riesig. Diesen Schritt solltest du also nur wagen, wenn du bereits genügend regelmäßige Kunden hast, um von deiner Arbeit leben zu können.

Video Stories von Übersetzern/-innen