Andreas BücheleDirector Lean Managementbei Knorr-Bremse AG
Stadt
Berlin
Alter
35 - 44
Höchste abgeschlossene Ausbildung
Akademie & Kolleg

„Das Coolste an meinem Job ist der Gestaltungsspielraum und die Abwechslung. Ich kann an einem Tag einen Workshop haben mit Maschinenbediener und am nächsten Tag einen Fabrikplanungs-Workshop mit dem Fabriksleiter haben.“ Andreas Büchele ist Director Lean Management bei der Knorr-Bremse AG. „Eine kleine Einschränkung ist, dass ich immer nur für andere die Prozesse schick mache, um es salopp zu formulieren. Ich bin eine Stabsstelle und habe selber keine Verantwortung.“

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Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich!

Denke sehr gut darüber nach, ob du Gelegenheiten, die sich wahrscheinlich nicht so oft auftun, nicht doch wahrnehmen möchtest, ob du dich nicht doch aus deiner Komfortzone herausbewegen möchtest. Vielleicht gehst du doch im Studium das eine Jahr nach Australien, was du jetzt nicht wahrgenommen hast.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Mein Name ist Andreas Büchele, ich bin bei der Knorr-Bremse Berlin Director Leanmanagement.

Was ist das coolste an Deinem Job?

Das Coolste an meinem Job ist der Gestaltungsspielraum und dass es relativ abwechslungsreich ist. Ich kann an einem Tag einen Workshop haben mit einem Maschinenbediener und quasi sein Layout um die Maschine umbauen. Ich kann am nächsten Tag einen Fabrikplanungsworkshop mit dem Werksleiter haben, wo wir uns Gedanken machen, wie schaut die Fabrik in 2020 aus, wie müssen wir dementsprechend Maschinen umziehen und dementsprechend die Prozesse gestalten.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Was tatsächlich eine kleine Einschränkung in meinem Job ist, ist dass ich immer nur für andere die Prozesse schick mache, um es mal ganz salopp zu formulieren. Ich bin eine Stabsstelle, ich habe selber keine Verantwortung. Ich arbeite mit den Meistern, mit den Produktionsleitern, sage denen, wo die Probleme sind, helfe denen bei der Lösungsfindung und so weiter. Ich will definitiv früher oder später echte Verantwortung in meiner eigenen Produktion oder in meiner eigenen Fabrik und meine eigenen Prozesse schick machen.

Worum geht es in Deinem Job?

Knorr-Bremse baut Bremsen, für Züge unter anderem, und in der Fabrik in Berlin bauen wir für dieses Bremssysteme Komponenten. Das heißt, wir haben vier Fabriken unter einem Dach, wenn man das so nennen kann. Und alle diese Fabriken haben ihre eigenen Herausforderungen in den Produktionsprozessen. Mein Job besteht dann insbesondere darin, am Shop Floor, also tatsächlich in der Fabrik, wo die Maschinen und die Montagezellen funktionieren, dafür zu sorgen, dass das so pragmatisch und so professionell wie möglich ist. Dass wir bestmöglich die Kundenziele erfüllen und da hinterfrage ich Dinge, da mache ich Prozessbeobachtungen, spreche mit den Leuten, das geht auch an manchen Stellen in Richtung Coaching, dass mit den Teamleitern guckt, wie könnt ihr eure Prozesse und die Menschen da drin besser weiterentwickeln. Ich habe drei Mitarbeiter in meinem Team und wir machen das sogenannte Morgengebet, gucken uns an, was sind die täglichen Aufgaben in den Projekten heute. Und da stelle ich sicher, dass die jeweilige Richtung in den Projekten die richtige ist. Gebe Input, wo ich es für nötig halte und schaue, dass meine Leute selbstständig arbeiten können. Dann haben wir um 9:00 Uhr eine Produktionsrunde, wo wir einmal durch die ganze Fabrik laufen, alle Unterstützungsbereiche, alle Produktionsleiter inklusive Werksleitung. Und da hat jeder und dementsprechend ich auch die Aufgabe, die aktuellen Kennzahlen zu hinterfragen. Und auf Probleme, die wir beim Herumlaufen sehen, aufmerksam zu machen. Dann beginnt im Prinzip der eigentliche Arbeitstag, so ab 10:00 Uhr. Der kann an einem Montag so ausschauen, dass ich ein Audit mache, in der Fabrik, einen abgeschlossenen Produktionsbereich mir anschaue anhand von einem strukturierten Fragebogen. Und einfach feststelle, laufen die Prozesse so, wie sie laufen sollen, ist das pragmatisch, aber professionell? Am Montagnachmittag ist in der Regel bei uns Management Meeting, wo wir uns um die strategischeren Themen kümmern, ob die Kennzahlen alle on track sind, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Und am Dienstag, wiederum nach Zehn, kann es dann beispielsweise sein, ich habe einen Workshop in der Produktion. Beispiel, es geht um eine Layout-Veränderung in einem Montagebereich und ich arbeite zusammen mit den Meistern und den Maschinenbedienern. Ich stelle sicher, dass wir den richtigen Prozess haben, dass wir das richtige Layout dementsprechend ableiten. Zu meinem Job gehören auch Dienstreisen, es kann durchaus sein in einer typischen Woche, dass ich mal zu einem Standort von Knorr in Österreich oder in Budapest reise, wo ich einen Dienstleister besuche. Weil wir uns für verschiedene Dinge Know-how einkaufen wollen. Ganz großes Thema ist Fabrikplanung, wo ich einerseits das gesamte Hallenlayout für unseren kompletten Standort verwalte. Ich derjenige bin, der in der Mikroebene, im Kleinen, sicherstellt, dass die einzelnen Produktionsbereiche ihre Layouts richtig gestalten. Und genauso auf der ganzen Fabrikebene, dass jeder dann wirklich die Fläche bekommt, die er braucht und dass die zueinander richtig angeordnet sind und dementsprechend der Materialfluss in der ganzen Fabrik richtig funktioniert.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Geboren und aufgewachsen bin ich in Fridolfing, im Chiemgau, in Oberbayern. Bin dort auch zur Schule gegangen, habe Mittlere Reife gemacht, Berufsausbildung zum Industrieelektroniker bei der Bosch-Siemens-Hausgeräte GmbH, inklusive dem Auslandsaufenthalt in den USA. Ich habe dann über den zweiten Bildungsweg das Abitur gemacht, Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Dort auch die Chance gehabt, in Mexiko einen Auslandsaufenthalt einzubauen. Und habe dann die erste Berufserfahrung bei Conti gesammelt. Nach Conti bin ich zu einer Unternehmensberatung gegangen und habe dort quasi Lean Management von der Pike auf gelernt. Und über verschiedene Beratungsprojekte und dort auch als Trainer gearbeitet, habe ich dann den Weg nach Berlin gefunden. Ich hatte dort ein Projekt bei der Knorr-Bremse, was ich leiten durfte. Und nach zwei Jahren Projekt klingelte irgendwann das Telefon und der Personalleiter aus Berlin meinte: "Herr Büchele, wollen Sie denn nicht ganz für uns arbeiten?" Und so habe ich dann im September 2014 den Weg zur Knorr-Bremse nach Berlin gefunden.

Ginge es auch ohne Deinem Werdegang?

Mitbringen muss man auf alle Fälle "über den Tellerrand hinausblicken können", man braucht auch gewisse sprachliche Fertigkeiten, weil es doch auch ein internationaler Beruf ist in unserem Werksverbund. Man braucht Geduld, weil man ständig eigentlich für andere quasi Probleme transparent macht und hilft, die Probleme zu lösen. Das ist viel mit Kommunikation am Ende. Natürlich braucht man auch einfach Fabrik-Physik, man muss wissen, wie eine Fabrik funktioniert und warum jetzt manche Probleme sich gerade äußern und wie man sie eventuell abstellen könnte.

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