Anna RatheyAuszubildende Personaldienstleisterinbei Hays

“In erster Linie muss man kommunikativ sein, weil man eben den ganzen Tag mit Menschen zu tun hat.“ Damit hat Anna Rathey jedenfalls keine Probleme, weswegen sie sich für eine Ausbildung zur Personaldienstleistungskauffrau in München bei Hays entschieden hat. Im ersten Lehrjahr konnte sie Kandidaten betreuen und rekrutieren. Der zweite Teil der Ausbildung ist auf Kundenkontakt ausgerichtet. Besonders viel Spaß macht ihr, “dass ich wirklich viel eigenständig machen kann.“

Transkript

Wer bist du und was machst du?

Ich bin Anna Rathey und bin 25 Jahre alt. Ich mache eine Ausbildung zur Personaldienstleistungskauffrau bei der Firma Hays, bin jetzt im zweiten Lehrjahr und arbeite in München.

Worum geht’s in deiner Lehre?

Hays ist ein Personaldienstleister und wir arbeiten mit drei verschiedenen Vertragsarten. Ich persönlich bin in der Arbeitnehmerüberlassung im Bereich Ingenieurswesen, das heißt meine Ausbildung ist in zwei Teile gegliedert. Bei dem einen Teil bin ich auf Kundenseite tätig und bei dem anderen Teil auf der Kandidatenseite. Ich habe im ersten Lehrjahr die Kandidatenseite betreut, Kandidaten rekrutiert und von unseren Account Managern die Aufträge bekommen, die sie beim Kunden an sich gezogen haben. Ich habe dann passend auf diese Stellen, welche für den Kunden zu besetzen sind, Kandidaten gesucht. Mit dem zweiten Teil der Ausbildung, im zweiten Lehrjahr in dem ich jetzt bin, geht es ab nächstem Monat los. Hier wechsle ich auf die Kundenseite und habe dort wirklich aktiv mit den Kunden zu tun. Ich muss die Ansprechpartner und die wichtigen Entscheidungsträger herausfinden und dann hoffentlich Aufträge bekommen, welche ich dann besetzen kann. Bei uns in Bayern ist die Berufsschule im Blockunterricht. Die Mannheimer Azubis, die auch bei Hays sind, haben wöchentlich Schule (zwei Tage die Woche). Ich habe immer monatsweise und ich bin meist zwischen vier und fünf Wochen im Betrieb und dann wieder zwischen drei und vier Wochen in der Berufsschule. Ich komme morgens zwischen acht und neun ins Büro, dann holt sich zuerst einmal jeder ein Käffchen und dann wird am Anfang besprochen, welche Aufträge zu im ganzen Team zu besetzen sind. Danach wird klar verteilt, der und der sucht auf diesen Auftrag. Nach dieser “Prosio”-Runde - so nennen wir das - müssen die administrative Sachen erledigt werden, das heißt man organisiert sich wirklich einen Tagesablauf und macht dann den administrativen Bereich fertig. Danach fängt man eigentlich an auf die Suche zu gehen nach den Kandidaten, sie telefonisch zu kontaktieren und die Stelle vorzustellen. Im Nachhinein ist es dann eigentlich so, dass wir uns Nachmittags alle nochmal treffen und wirklich nochmal gegenseitig Feedback geben, wer hat auf was gesucht, wo waren die Schwierigkeiten, was lief gut und was lief nicht so gut.

Wie bist du zu dieser Lehre gekommen?

Ich habe mir nach dem Abitur gedacht, ich weiß gar nicht was ich machen möchte. Ich war lange am Überlegen, wo es hingehen soll. Eigentlich wollte ich immer Journalistin werden, ich habe dann ganz viele Praktika im Bereich Journalismus gemacht und habe danach angefangen zu studieren. Ich habe Germanistik und Theaterwissenschaften studiert, eigentlich mit dem Hinblick darauf, dass ich wirklich in den Journalismus gehen will. Ich habe dann nach ein paar Semestern gemerkt, dass ist wirklich nicht meins und ich habe das Studium abgebrochen. Mein Vater macht seit 20 Jahren Personaldienstleistung im Mainzer Raum und da ich familiär in diese Richtung geprägt bin, habe ich gesagt ich mache die Ausbildung. So habe ich mich bei Hays beworben und ja, da bin ich jetzt.

Welche Eigenschaften sollte man mitbringen?

In erster Linie glaube ich muss man kommunikativ sein, weil man eben den ganzen Tag mit Menschen zu tun hat, telefoniert und zu Terminen fährt. Ich glaube, wenn man das nicht hat, dann wird es schwierig in diesem Beruf zu bestehen. Zum Anderen denke ich mir, man muss durchsetzungsfähig sein und auch einen gewissen Biss haben, der einen auch motivations-technisch weiter bringt.

Was ist das Coolste an deiner Lehre?

Ich glaube, dass ich wirklich viel eigenständig machen kann. Ich dachte am Anfang ich komme zu Hays und koche Kaffee und gucke hier mal 6 Monate. Das ist gar nicht. Ich wurde laufen gelassen ohne an der Hand von jemandem zu sein. Klar hatte ich immer Menschen, die ich fragen kann, die sich wirklich um mich gekümmert haben. Mein Mentor war hier sehr stark und hat mir viel erklärt, aber ich kann wirklich sehr eigenverantwortlich handeln und werde wirklich nicht behandelt wie die klassische Azubine, die man sich im Hinterkopf vorstellt.

Was ist die größte Herausforderung?

Ich habe mit der Automobilbranche bis dato nicht viel zu tun gehabt und bin eben im Bereich Arbeitnehmerüberlassung gerade hauptsächlich auf die Automobilbranche oder Ingenieurswesen fokussiert. Von jemandem zu hören, was zum Beispiel ein Konstrukteur für Antriebsstränge macht, war für mich unvorstellbar. Ich hätte mit einem Schuhdesigner oder jemandem der Handtaschen anfertigt etwas anfangen können, daher war das wirklich die größte Herausforderung. Ich musste mir diese Skills und diese beruflichen Spezifika erarbeiten.

Der wichtigste Ratschlag in deinem Leben… ?

Kontakte schaden nur dem der keine hat, also Pflege deine Kontakte. Es ist für uns glaube ich gerade in dieser Branche sehr wichtig, da wir lange Prozessketten haben. Man sollte einfach weder die Kandidatenseite noch die Kundenseite aus den Augen verliert und sich wirklich darauf fokussiert, dass es gerade aus weitergeht und seine Kontakte eben auch pflegen.

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