Isabelle MetzAuszubildende*r Auszubildende zur Notfallsanitäterin
Stadt
Berlin
Karriere Level
Auszubildender*e / Lehrling / Lernender*e
Studiengang
Lehre/Ausbildung

“Man sollte die Ruhe stets bewahren können und immer auf den Patienten eingehen,“ würde Isabelle Metz jedem raten, der eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin bei der Berliner Feuerwehr machen möchte. Im ersten Jahr verbringt man viel Zeit in der Schule und lernt die notfallmedizinischen Grundlagen. Danach wird immer mehr in die Tiefe gegangen und das theoretische Wissen bei Praktika in verschiedenen Einsatzbereichen erprobt. Das coolste an ihrem Job? “Dass man irgendwie einen Zugang zu einem Patienten finden muss.“

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Transkript

Wer bist du und was machst du?

Ich bin Isabelle Metz, ich mache eine Ausbildung zum Notfallsanitäter bei der Berliner Feuerwehr seit September 2015 und bin daher im ersten Ausbildungsjahr.

Worum geht’s in deiner Lehre?

Ich lasse mich binnen drei Jahren zum Notfallsanitäter ausbilden. Im ersten Jahr, jetzt im Moment, sitzt man noch ziemlich viel in der Schule, lernt zunächst mal die grundlegenden Dinge der Notfallmedizin, dass man auch helfen kann, wenn man in Uniform unterwegs ist in der Öffentlichkeit. Es wird danach weiter und tiefer gehen, bis hin zur Biochemie und auch in die Pharmakologie und Kommunikation ist ein extrem wichtiges Thema bei uns. Wir haben viele Praktika in der Pflege zunächst. Das ist auch das kürzeste Praktikum, natürlich auch den Rettungswagen, in der Anästhesie, in der Pädiatrie, in der Psychiatrie. Man hat nur Blöcke mit Schule oder nur Blöcke mit Praktikum. Ich bin im Moment in der Frühschicht, diese beginnt um 06:30. Man bekommt erst mal eine Einweisung, welche Patienten da sind, welche Neuzugänge es gibt, wer vielleicht gegangen ist und welche Auffälligkeiten es in der Nacht gab. Anschließend werden die Patienten geweckt, so gegen 07:00. Es kommt zur ersten Untersuchung, also Blutdruck, Puls, Temperatur, alles ein bisschen abgefragt und die ersten Spritzen und Medikamente werden verteilt. Die Patienten bekommen ein Frühstück. Sie bekommen dann noch die Visite. Wir frühstücken auch irgendwann. Anschließend kommt es zur Mittagsrunde, wieder Medikamente, ein bisschen abfragen: Ist alles gut soweit? Hat sich seit heut morgen etwas verändert? Ist irgendetwas auffällig heute? Wieder Blutdruck messen, wieder Blutzucker messen wenn nötig. Insulin verteilen kurz vor dem Mittagessen und ansonsten, je nachdem wie die Patientenwünsche verteilt sind. Ach ja, und morgens sollte man natürlich auch die Patienten waschen.

Wie bist du zu dieser Lehre gekommen?

Ich bin in der Südpfalz aufgewachsen. Habe dort letztes Jahr Abitur gemacht, war danach eine Weile im Ausland und wurde in Vietnam in mehrere Unfälle verwickelt. Ich meine dort gibt es 12000 Verkehrstote im Jahr. Dann hatten wir an einem der ersten Tage die Situation, es kam zu einem Rollerunfall, der Mann lag bäuchlings auf der Straße und man steht daneben und überlegt sich: Ja, das ist jetzt nicht die Erste-Hilfe-Normstellung, wie lege ich ihn in die stabile Seitenlage? Ich habe danach für mich entschieden noch einmal meine erste Hilfe aufzubessern, kam dadurch zum Roten Kreuz, zunächst in Stuttgart. Habe dort gesehen, dass man Sanitätsdienste machen kann und so baute sich das alles etwas weiter und weiter auf, bin dann nach Berlin gezogen im Januar dieses Jahres. Habe dann vom Berliner Roten Kreuz ein paar Leute von der Berliner Feuerwehr kennengelernt. Habe zunächst in den Prüfungen den Patienten gemimt und dort wurde mir ganz nah ans Herz gelegt, dass ich mich doch für den Notfallsanitäter bewerben könnte, dass sie jetzt anfangen 2015 im September. Im Sommer habe ich dann eine Initiativbewerbung zur Berliner Feuerwehr geschickt mit einem Anschreiben und einem Lebenslauf. Anschließend haben sie sich gemeldet und wollten einen ganzen Batzen weiterer Unterlagen haben, wie auch ein Sportabzeichen, ein Schwimmabzeichen, die Geburtsurkunde, sämtliche Zeugnisse auch aus der Oberstufe und auch Halbjahreszeugnisse. Anschließend haben sie mich zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Machte dort einen Multiple Choice Test und ein kleines Bewerbungsgespräch. Wenn man das bestanden hat geht es zur polizeiärztlichen Untersuchung mit Belastungs-EKG, mit einer Blutprobe, da wird man einmal komplett durchgecheckt und im besten Fall wird man dann eingestellt.

Welche Eigenschaften sollte man mitbringen?

Auf jeden Fall sollte man sich nicht stressen lassen, man sollte stets die Ruhe bewahren können und immer auf den Patienten eingehen und sich sagen, okay, das was er gerade sagt, wie er sich verhält, das meint er vielleicht nicht so. Er ist in einer Ausnahmesituation, er hat vielleicht auch gerade tatsächlich was psychisches oder Ähnliches. Dass man die Dinge nicht so nah an sich heranlässt.

Was ist das Coolste an deiner Lehre?

Dass man irgendwie einen Zugang zu einem Patienten finden muss und das binnen einer halben Stunde, einer dreiviertel Stunde, da er ja definitiv in einer Ausnahmesituation ist, denn er hat gerade den Rettungsdienst gerufen.

Was ist die größte Herausforderung?

Zunächst einmal die Ruhe zu bewahren, denn ich merke auch selber, wenn es zu einer ernsten Situation kommt, dass der Stresspegel steigt, aber die Kompetenz es wieder herunter zu drücken ist auf jeden Fall schon da. Ich habe respekt vor der Situation, sollte man mal einen Patienten haben der einem an ein Familienmitglied oder an einem Freund erinnert und man sich davon nicht lösen kann.

Der wichtigste Ratschlag in deinem Leben… ?

Der klingt auf Englisch besser als auf Deutsch: What goes around, comes around. Was man ausstrahlt wird man auch zurückbekommen.

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