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Sanjay TandonAuszubildender Restaurantfachmann
Karriere Level
Auszubildender*e / Lehrling / Lernender*e
Studiengang
Lehre/Ausbildung

“Dass wir Passagiere und Gäste der ganzen Welt ein Stück weit glücklich machen mit dem Essen”, gefällt Sanjay Tandon an seiner Ausbildung zum Restaurantfachmann am Flughafen München. Dafür sollte man aber “geduldig sein und Stress aushalten, wenn jemand eher schwächere Nerven hat, ist die Gastronomie im Allgemeinen nichts für die Person.”

Transkript

Wer bist du und was machst du?

Mein Name ist Sanjay Tandon, ich mache eine Ausbildung zum Restaurantfachmann, bin im ersten Lehrjahr bei der Allresto (einer Tochtergesellschaft vom Flughafen München).

Worum geht’s in deiner Lehre?

Also hier am Flughafen München durchläuft man verschiedene Restaurants. Hier im Il Mondo, da ist es der gehobene Service, der im Vordergrunds steht. Wir begleiten den Gast durch ein ganzes Menü, 4 bis 5-Gang-Menü eventuell, wenn es gut läuft. Wir haben einen Wein Service am Tisch vom Gast, also natürlich gehört Gläser polieren dazu, was aber meistens ganz lustig ist. Mit den anderen Azubis machen wir das zusammen, dann geht’s recht schnell und wir haben auch Spaß dabei. Manchmal ist es vielleicht ein bisschen langweilig, andere Tage ist es dann sehr stressig - es kommt auch auf den Wochentag drauf an, vor allem hier. Im Airbräu ist es so, dass wir viele Menschen auf einmal haben, wir können uns nicht um jeden Gast einzeln kümmern, sondern wir machen das im Großen und Ganzen. Da ist viele Teller schleppen angesagt, man sollte schon Muskeln haben - spätestens dort werden diese aufgebaut. Sonst der ganz normale Getränkeservice, wie man ihn aus dem Biergarten kennt oder wie aus einer Gastwirtschaft. Dann gibt es noch das Municon, da bin ich jetzt gerade. Da machen wir Konferenzräume, frischen die auf, haben ein eigenes Restaurant drüben, da räumen wir ab und servieren Getränke nach der Karte. Wir machen gehobenen Weinservice, viel mit der Technik, wie zum Beispiel Beamer aufbauen. Ab dem zweiten Lehrjahr bekommen wir unsere eigene Bonierkarte freigeschaltet und dann unseren eigenen Geldbeutel und müssen halt schauen, dass das immer auch passt mit dem Geld. Dann haben wir unsere eigenen Stationen, unsere eigenen Tische und es läuft alles über die Karte, wird am Ende abgerechnet und der Betrag muss dann eben auch abgegeben werden. Meistens hat man eine Woche Frühschicht, eine Woche Spätschicht oder man hat unter der Woche einen Tag Frühschicht und am nächsten Tag Spätschicht. Wir haben fünf bis sechs Wochen Arbeit und dann zwei Wochen Schule im ersten Lehrjahr. Im zweiten Lehrjahr wird es so sein, dass wir wahrscheinlich acht bis neun Wochen Arbeit haben und dann jeweils eine Woche Schule. Wir haben auch Fachpraxis, also Praxisunterricht in der Schule, wo wir das ganze drumherum, den spezifischen Ablauf besser kennenlernen.

Wie bist du zu dieser Lehre gekommen?

Ich bin davor auf die Realschule in München gegangen, da hatten wir einen Termin - ein Speeddating sag ich mal. Da wurden wir eingeteilt zu verschiedenen Veranstaltern. Da war die Allresto auch mit dabei und da habe ich mit der Frau Öztürk geredet und dadurch bin ich darauf gekommen am Flughafen zu arbeiten. Ich fand das interessant, habe mich beworben und wurde dann auch angenommen.

Welche Eigenschaften sollte man mitbringen?

Dass man immer freundlich ist, auch wenn einen jemand aufregt, speziell auf die Gäste bezogen. Man kann nicht unfreundlich sein, dass macht sich nicht gut fürs Geschäft. Man sollte geduldig sein, wenn das Essen dauert dann dauert es, da kann man dann auch nichts machen und man sollte Stress aushalten. Wenn jemand keinen Stress aushält und eher schwache Nerven hat, dann ist die Gastronomie im Allgemeinen eigentlich nichts für die Person. Sonst, man sollte Leidenschaft mitbringen, damit man das auch wirklich jeden Tag durchsteht sozusagen. Manche Tage sind einfach so “wäre man mal im Bett geblieben” und andere Tage sind einfach lustig, es wechselt immer durch und das sollte man mögen.

Was ist das Coolste an deiner Lehre?

Also was mich vor allem hier am Flughafen begeistert: es ist so ein internationales Drehkreuz, dass wir jeden Tag aufs Neue hier arbeiten und Passagiere und Gäste der ganzen Welt ein Stück weit glücklich machen mit dem Essen, wenn alles passt. Wenn ich mir denke ich fahr jeden Tag zum Flughafen, dann denke ich mir jedes Mal aufs Neue - ich arbeite am Flughafen. Es ist ja ein relativ großer Betrieb und das finde ich schon sehr gut.

Was ist die größte Herausforderung?

Das frühe Aufstehen, die lange Anfahrt, ein paar Stunden am Stück arbeiten ohne Pause, wenig essen manchmal und sonst… der Stress halt an sich.

Der wichtigste Ratschlag in deinem Leben… ?

Vor allem hier in der Arbeit, sich nicht alles zu Herzen zu nehmen. Wenn jemand im Stress etwas blödes sagt, einfach “drüber hören”, es vergessen oder es vielleicht nochmal kurz ansprechen, aber dann auch gut sein lassen. Meistens ist es nicht mit Absicht, sondern aus dem Affekt heraus gesagt. Wenn man im Stress ist, sagt man viele Sachen, damit es schnell weitergeht. So etwas darf man sich auf keinen Fall zu Herzen nehmen, dass ist so das Wichtigste bis jetzt.