Der digitale Wandel des Arbeitsmarktes – Wie das Internet die Jobsuche verändert

By Victoria
11/19/2019

Die neue Internet-affine Generation fordert innovative Lösungen für alltägliche und karrierebezogene Tätigkeiten, um diese schneller und bequemer abwickeln zu können. Dieser Wandel macht auch vor der Jobsuche keinen Halt! Mehr dazu erzählt dir unser Gastblogger Mario Lemberger.

Das Internet befindet sich im stetigen Wandel – weg von den Desktop-Computern, hin zu mobilen Endgeräten, allen voran Smartphones und Tablets. Mit den sogenannten Wearables, deren Markt bislang von Smart Watches dominiert wird, ist bereits der nächste Schritt gesetzt.

Nicht nur digitale Entwicklungen tragen zur Veränderung der Jobsuche bei, auch der Wandel am Arbeitsmarkt spielt eine gewichtige Rolle. Durch Forschung und Innovation entstehen neue Anforderungsprofile und neue Positionen. Ganz zu schweigen von der Arbeitsweise und den Erwartungen der viel zitierten Generation Y.

Schluss mit veralteten Denkweisen!

Mit dem herkömmlichen Weg der Stellenausschreibung ist es oft nicht mehr getan, speziell wenn es um die Suche nach Mitarbeitern für innovative und kreative Berufe geht!

Für eine effiziente Arbeitnehmersuche mit möglichst optimalem Resultat müssen sich Unternehmen im digitalen Umfeld daher von zwei Denkweisen verabschieden:

1. Schrotflintenprinzip – Quantität vor Qualität

Viele Unternehmen verteilen ihre Stellenanzeigen nach dem Schrotflintenprinzip im Internet, statt sich Gedanken darüber zu machen, wo sie damit wirklich passende Leute antreffen könnten. Das kann furchtbar kostenintensiv und ineffizient sein, speziell dann, wenn ganz bestimmte Charaktere oder Skills gesucht werden. Etwas Planungsarbeit im Vorfeld lohnt sich, um Plattformen zu finden, die den Fachbereich und die Zielgruppe der neu zu besetzenden Stelle auch wirklich abdecken. Eine logische Folge aus einer intensiven Planungsphase ist eine höhere Anzahl an relevanten Bewerbungsschreiben.

2. Konservativer Bewerbungsprozess – weg von der reinen Mitarbeiterbewerbung

Die Tendenz geht klar weg von der klassischen Arbeitgebersuche, bei der nach der Stellenausschreibung vor allem der Bewerber am Zug war. Heutzutage spricht man in vielen Fällen davon, dass sich der Arbeitgeber beim Arbeitnehmer bewirbt. Eine Ansicht, die aber auch nicht ganz der Realität entspricht. In Wirklichkeit ist eine Stellenbesetzung mittlerweile eine Sache der gegenseitigen Interaktion, sowohl auf menschlicher als auch auf beruflicher Ebene. Die Generation Y verlangt nach einem hohen Maß an Integration in einem Unternehmen, sie will Entscheidungen mitgestalten und treffen und somit aktiv in die Geschehnisse beim Arbeitgeber eingreifen. Die High Potentials dieser Generation wissen um ihre Fähigkeiten und legen viel Wert darauf, einen Arbeitgeber zu finden, bei dem sie sich selbst verwirklichen können.

Wie ein Unternehmen den modernen Anforderungen gerecht wird

Was heute aktuell ist, kann bereits in einem Jahr abgelöst sein. Folgende drei Methoden der Job- und Arbeitnehmersuche werden wohl dennoch über längeren Zeitraum Bestand haben:

1. Digitale Business Networks

Nur wenige Menschen möchten in ihrem favorisierten Sozialen Netzwerk mit Stellenanzeigen “belästigt” werden. Facebook, Instagram und Co. werden als private Angelegenheit gesehen und genutzt, in die Arbeitgeber nicht zu weit eingreifen sollten. Eine Ausnahme hierfür bilden natürlich spezielle Jobsuche-Gruppen.

Um ein Netzwerk an potenziellen neuen Mitarbeitern aufzubauen, eignen sich aber Business Networks wie Xing und vor allem LinkedIn um einiges besser. Die User sind dort angemeldet, um anhand ihrer Skills und ihrer Erfahrungen nach beruflichen Kontakten zu suchen. Sowohl die fachlichen Qualifikationen als auch die bisherigen beruflichen Stationen und etwaige Zusatzkenntnisse werden offen gelegt. Ein perfekter Ort also, um neue Arbeitsverhältnisse entstehen zu lassen.

Ein Aspekt, der hier noch zu erwähnen ist: Diese sozialen Business Netzwerke dienen auch for allem den Firmen, um sich ein Image aufzubauen (jung, dynamisch) – je nach ihrem geposteten Content können sie ihr Branding beeinflussen.

2. Job Apps

Der Markt für Mobile Apps bleibt weiter spannend. Fast täglich scheinen neue Ideen zu sprießen und alles bisher Dagewesene in den Schatten zu stellen. Der Markt ist schnell, innovativ, kreativ und lösungsorientiert und erfüllt damit alle Anforderungen moderner Internetuser.

Langsam aber sicher greifen Mobile Apps nun auch in die Job- und Arbeitnehmersuche mit ein und revolutionieren diese. Bereits jetzt befinden sich viele verschiedene Lösungsansätze mit unterschiedlichen Zielen am Markt – vom klassischen Karriereportal über firmeneigene Apps von Arbeitgebern bishin zu Swiping Apps zur beruflichen Orientierung. Analog zu Tinder kommen Kontakte bei solchen Swiping Apps nur dann zustande, wenn dem beide Seiten zustimmen. Es gibt also bereits zu Beginn, noch vor dem ersten direkten Kontakt, eine gewisse Art von beruflichem Agreement.

Zu den größten Vorteilen mobiler Apps zählen die Aktualität und die ständige Verfügbarkeit. Die ersten Schritte im Bewerbungsprozess erfordern keinen PC oder Laptop, sie können sowohl zu Hause als auch im Bus oder im Freibad getätigt werden.

3. Offline Networking

Last but not least! Wer aus beruflichen Gründen am Aufbau eines Netzwerkes ist, sollte auch offline Ausschau halten und nach Möglichkeit an fachspezifischen Messen und Vorträgen teilnehmen, um dort wichtige Kontakte zu schließen.

Die moderne Arbeitswelt erfordert eine gewisse Offenheit und Aufgeschlossenheit – sowohl von den Arbeitgebern als auch von den Arbeitnehmern.

Auf in die neue Arbeitswelt!

Die neuen Formen der Job- bzw. Bewerbersuche erfordern ein komplettes Umdenken im Verhältnis zwischen Geschäftsführern und Mitarbeitern. Ein Umdenken, das wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird, da in vielen Unternehmen noch eher auf “formbare” Mitarbeiter gesetzt wird als auf solche, die mit ihren Worten und Taten das Unternehmen formen.

Wenn beide Seiten – Arbeitgeber & Arbeitnehmer – die neuen Prinzipien der Job- und Arbeitnehmersuche annehmen, können daraus wunderbare Dienstverhältnisse entstehen, die auf lange Sicht noch viele wunderbarere Resultate liefern. Uns bietet sich die Chance, bereits beim Bewerbungsprozess flache Hierarchien auszuleben und gemeinsam herauszufinden, in welcher Form ein Arbeitsverhältnis am meisten Sinn macht. Auf in diese schöne neue Arbeitswelt!