Alice TumlerMultilingual host

“Es gibt kein Geheimnis, du musst es wollen und du musst originell sein”, verrät Alice Tumler über ihren Weg bis hin zum Multilingual Host. “Was meine Spezialität ist, ist die Mehrsprachigkeit. Deswegen habe ich auch viele internationale Sendungen moderieren können, die mir besonders viel Spaß gemacht haben”, erzählt sie.

Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich!

Oft stellt sich ja gerade als Teenager die Berufswahl zum Beispiel und / Also ich wusste mit 14, 15, 16 überhaupt nicht was ich beruflich machen wollte, sollte, wie auch immer. Und ich glaube da sollte man sich einfach die Frage stellen: Was macht mir am meisten Spaß? Was macht mir wirklich Freude, anstatt jetzt groß und vernünftig zu denken: Was bringt mir am meisten Geld? Und ich glaube wenn man eine / egal im welchem Lebensabschnitt man eine Wahl treffen muss, man sollte immer das wählen, was einem mehr Freude macht, weil dann, ich glaube das ist das Rezept für ein ausgefülltes Leben.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Auf meiner Visitenkarte steht Alice Tumler, Multilingual host.

Was ist das coolste an Deinem Job?

Für mich das Coolste an dem Job ist, die Leute, die ich treffe. Und zwar, ich habe, also eben, ich habe ganz, ganz verschiedene Sendungen moderiert und ich habe einerseits durch Musiksendungen zum Beispiel ganz tolle Künstler getroffen, wie Sting und Kool and the Gang oder keine Ahnung wen. Oder letztes Jahr beim Lifeball habe ich Marcia Cross interviewt und ich bin ein riesengroßer Desperate Housewives Fan und fand das ganz ganz toll. Und sonst aber eben / Zum Beispiel durch die Reisesendungen habe ich dann wieder ganz andere Menschen getroffen, wie Fischer und ich durfte zum Beispiel zwei Tage bei einer indianischen Fischerfamilie in Brasilien wohnen und zu denen wäre ich nie gekommen, hätten wir nicht die Kamera gehabt.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Für mich persönlich ist die größte Einschränkung, dass für mich arbeiten immer mit Wegfahren verbunden ist, das heißt, ich arbeite in Lion und das ist ganz lustig und ganz cool, wenn man alleinstehend ist, aber sobald man Mutter ist wird das alles sehr kompliziert, weil ich muss / ich nehme meine Kleine entweder mit, dann muss ich aber auch meine Mutter mitnehmen, das heißt zusätzliche Flugtickets, Hotelzimmer, Essen, also horrende Ausgaben oder ich lasse die Kleine bei ihrem Vater, aber das kann ich nur machen, wenn ich ganz kurz wegfahre, weil sonst bricht es mir das Herz und ihr ja auch und das will ich nicht.

Worum geht es in Deinem Job?

Bei mir ist das so / Bei mir ist es noch einmal ein bisschen komplizierter, weil ich lebe ja in Frankreich in Lion, das heißt, wenn ich arbeite, dann ist es immer mit Wegfahren verbunden, weil in Lion gibt es zwar Euro News, aber ich mache ja Unterhaltungs- und Kultursendungen und die sind dann entweder für den ORF oder für ARTE, das heißt, ich muss dafür entweder nach Wien fliegen oder nach Berlin, nach Hamburg, nach Paris oder wo man mich halt hinschickt, das heißt, ich muss mir das im Vorfeld auch relativ gut einteilen. Du sagst dann einfach. Ich muss mir im Vorfeld zuerst einmal / Ich muss mir im Vorfeld überlegen, ob ich die Sendung überhaupt machen will oder nicht, weil es ist immer mit sehr viel Aufwand verbunden. Wenn ich dann eine Sendung mache, dann beginnt das meistens damit, dass wir im Vorfeld ein oder zwei Besprechungen haben, für die muss ich dann auch ins Ausland fahren und wenn es jetzt zu der richtigen Sendung kommt, bin ich meistens, je nach Sendung, sagen wir vier Tage bis eine Woche unterwegs. Im Hotel oder in einer Wohnung, kommt darauf an, ob ich meine Tochter mitnehme oder nicht. Und meistens ist es dann so, wir haben einen Tag Buchbesprechung und noch einmal Vorbereitung, wo wir den ganzen Text durchgehen. Jeder bringt dann noch Verbesserungsvorschläge ein und sagt / Oder vielleicht die Regie, das und das muss noch rein oder für das Licht geht das und das nicht. Dann sage ich, wie ich mit dem Text klarkomme, ob das für mich OK ist oder, also ob ich irgendwas anders haben will. Und wenn wir dann mit dem Ganzen fertig sind, dann beginnen die Proben und das sind, je nach Sendung, ein bis drei Tage Probe und dann am Drehtag / Also ich habe ja viele Sendungen, die erst am Abend gedreht werden meistens, das heißt, oft ist noch ein ganzer Tag Probe. Vor allem bei Musiksendungen, da kommen die ganzen Acts noch einmal durch und am Abend drehen wir dann die Sendung und dann falle ich ganz ganz müde ins Bett und fahre am nächsten Tag wieder heim. Und wenn ich zu Hause bin, gut, es ist sehr unterschiedlich. Wenn ich für den ORF arbeite / Für große Sendungen ist man ja angestellt, kurzfristig. Bei ARTE meistens auch, aber wenn ich jetzt zum Beispiel für externe Produktionen arbeite, oder manchmal mach ich ja auch Eventmoderationen, dafür muss ich Rechnungen ausstellen und dafür muss ich jetzt mal eine Firma in Frankreich gründen, das heißt, wenn ich zu Hause bin, habe ich auch relativ viel Administratives zu tun, also Rechnungen schreiben, Buchhaltung und solche Sachen.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Ich wurde in Innsbruck geboren und habe auch dort gelebt bis ich 19 war. Danach bin ich nach London gezogen und habe dort ... and Cultural Studies studiert, also eine Mischung aus Soziologie und Journalismus. Danach war ich ein Jahr in Paris auf der Schauspielschule und danach bin ich / habe ich meine Sachen gepackt und bin für sieben Monate nach Martinique auf die französischen Antillen und habe dort eine Jugendradiosendung moderiert. Danach bin ich wieder zurück nach Paris, dort habe ich endlich im Fernsehen angefangen bei einem Musiksender, der heißt Trace TV. Meine erste Sendung habe ich dann für Voyage moderiert, einem Reisesender und seit 2007 bin ich jetzt bei ARTE tätig, für die ich verschiedenste Musiksendungen moderiere und jetzt seit zwei Jahren bin ich auch schlussendlich beim ORF, wo ich ja Unterhaltungs- und Kultursendungen moderiere. Also ich habe jetzt zwei Staffeln „Die große Chance“ moderiert, aber auch Festwocheneröffnung, Lifeball und jetzt kommt halt das große Highlight, der Songcontest.

Ginge es auch ohne Deinem Werdegang?

Diese Frage ist generell, finde ich, im Fernsehen sehr sehr schwer, weil, ich glaube, wenn ich Journalistin wäre, dann könnte ich dir wirklich ja oder nein sagen, weil man macht eine journalistische Ausbildung und versucht dann irgendwie reinzukommen. Als Moderator, es gibt kein Geheimnis, das heißt, du musst es wollen und du musst irgendwie, du musst originell sein und ich glaube ich bin da wo ich jetzt bin, genau wegen meines Werdeganges. Was meine Spezialität in dem Sinne ist, ist halt die Mehrsprachigkeit, deshalb habe ich auch viele internationale Sendungen moderieren können, die mir halt besonders viel Spaß gemacht haben, aber ja natürlich, es geht da ohne meinem Werdegang und jeder macht es anders.