Daniel StritzkeFreiberuflicher Musiker
Stadt
Hamburg

“Es gibt Momente, in denen die Musik genau soviel Spaß macht wie früher, oder sogar mehr. Gerade bei Konzerten, wenn dann die ganze Arbeit zusammenkommt und sich lohnt, das ist auf jeden Fall cool“, beschreibt Daniel Stritzke seine Motivation im Job. Als freiberuflicher Musiker produziert er in seinem Studio, arbeitet mit Bands und hat sich die letzten Jahre auch verstärkt für die technische Seite der Musik interessiert. Was würde er seinem 14-jährigen Ich raten wollen? “Hab keine Angst davor, wenn was nicht perfekt ist.“

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Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich!

Erstens hab keine Angst davor, wenn was nicht perfekt ist, weil Perfektion, also zu starker Perfektionismus dich im Zweifelsfall auch mal an Sachen mal hindern kann. Gib raus in die Welt, dann passieren auch Dinge. Pass auf so ein bisschen auf der geschäftlichen Seite, dass du, dass deine Leidenschaft nicht mal ausgenutzt wird, also guck immer, wenn du jetzt viel Arbeit hast, was bringt es dir am Ende. Und drittens auf der anderen Seite, mach einfach, so viel du kannst. Also Studium ist cool, aber daneben muss eben auch viel passieren, also guck, dass du irgendwie alles, was irgendwie interessant ist und auch, wenn du meinst, das ist jetzt nicht unbedingt was für dich, aber probier es aus so, da kannst du mal was lernen.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Auf meiner Visitenkarte, wenn ich denn eine haben würde, steht Daniel Stritzke, freiberuflicher Musiker.

Was ist das coolste an Deinem Job?

Wir haben das alle mal angefangen, weil das uns unheimlichen Spaß macht und das kann man sich tatsächlich auch behalten, also das ist nicht immer so, aber es gibt Momente, wo dann die Musik genauso viel Spaß macht, wie früher oder sogar mehr und das ist natürlich total cool. Also gerade bei Konzerten, wenn das dann alles, wenn die ganze Arbeit zusammenkommt und sich lohnt eben dann in dem Moment, wo man halt ein schönes Konzert gespielt hat, das ist auf jeden Fall cool.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Dass man keinen Alltag hat, ist natürlich auch schwierig manchmal, also gerade so mit steigendem Alter, wenn es dann so theoretisch mal um eine Familienplanung oder so geht, das ist dann natürlich etwas schwieriger, als wenn man jetzt weiß, man arbeitet von Montag bis Freitag und hat die Wochenenden frei. Das ist jetzt natürlich gerade, wo jetzt meine ganzen Freunde halt nicht mehr studieren, sondern jetzt eben arbeiten, merkt man das dann schon, dass man die dann auch seltener sieht, also weil man dann auch am Wochenende tendenziell auch unterwegs ist und eher so unter der Woche sich frei bestimmen kann.

Worum geht es in Deinem Job?

Ich glaube am einfachsten zu beschreiben ist, dass es eigentlich keinen Alltag gibt. Also es gibt so viele verschiedene Bereiche, in denen wir tätig sind, Musiker sein. Also, zum einen natürlich das Spielen, eben auf der Bühne sein, mit Bands spielen, das ist natürlich ein großer Teil. Wir machen aber auch alle noch viele Sachen nebenbei, denke ich mal, also so zum Beispiel unterrichten, jetzt in meinem Fall viel im Studio auch abhängen, produzieren, sich mit der technischen Seite von Musik auseinandersetzen. Genau und natürlich der ganze Marketingbereich, wenn es jetzt um Bands geht, also es ist ein ganzer Haufen. Wenn ich jetzt zum Beispiel hier im Studio bin, dann komme ich morgens hier rein und fange dann an aufzunehmen, mit Bands zu arbeiten, an Stücken zu schrauben. Ja, ist dann viel am Computer, wenn wir hier sind, eben neben der kreativen Arbeit am Instrument, das dann sozusagen umsetzen, einfangen. Am nächsten Tag kann es dann sein, dass ich nur am Telefon und an E-Mails bin, um eben zu versuchen, das irgendwie wem zu zeigen, zu verkaufen, Konzerte zu buchen, zu veranstalten und am nächsten Tag kann ich dann schon den ganzen Tag auf der Autobahn sein, um eben zu irgendeinem Konzert zu fahren, was halt weit weg ist. Also von daher ist das mit dem Alltag echt so ein bisschen schwierig.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Also ich bin in Berlin geboren, aber auf einer kleinen Inseln in der Nordsee, auf Föhr groß geworden und habe da eigentlich schon seit frühester Kindheit irgendwie Musikschule, Instrumente gespielt, in der Veranstaltungshalle mit abgehangen und Anlagen halt aufgebaut und das alles gemacht und verdiene eigentlich, seitdem ich 15 bin, Geld mit Musik, also da habe ich als DJ angefangen, das gemacht, bis ich Abitur gemacht habe. Bin dann nach Hamburg gezogen, habe Jazz-Kontrabass studiert in Hamburg an der Hochschule für Musik und Theater und habe auch in der Zeit schon viele Projekte gemacht, also von Jazz bis Po eigentlich irgendwie alles dabei so. Ich spiele seit 2009 bei StandFour. Da haben wir jetzt also sehr, sehr viel gespielt in den letzten Jahren, also auch wirklich große Touren als Support für die Stadionshows von Pink in Deutschland, 2010 war das, glaube ich. Genau und war auch als technischer Leiter mit Jeff Rack auf Tour in Deutschland und international in den letzten Jahren und bin seit einiger Zeit hier mit im Studio, produziere Musik und ja, da kommt jetzt im September kommt das erste Album raus, was ich auch produziert habe. Das ist von der Urban Academy, .de würde man das finden dann im Internet. Und das ist so experimenteller Jazz und Hip Hop, was mir sehr am Herzen liegt. Also genau, das würde ich gern in Zukunft noch mehr machen, das macht mir sehr viel Spaß

Ginge es auch ohne Deinem Werdegang?

Also ich glaube, es gibt ganz viele verschiedene Wege in diesen Job, also man muss bestimmt nicht Jazz studieren oder so, also das muss jeder so ein bisschen für sich selber finden und das ist, glaube ich, auch so das Spezifische, was man braucht, dass man sich so ein bisschen selber seinen Beruf zusammenbauen muss und auch selber eben mal gucken muss, was kann man gut, was kann man jetzt auch zu Geld machen zum Beispiel. Also, es ist eben sehr schwer, da jetzt in irgendwelche Strukturen oder wenn man jetzt in eine Firma geht oder so, ist man halt, wird man angestellt und man weiß so ein bisschen, was man zu tun hat. Wir sind ja im Endeffekt eigene kleine Firmen, die halt sich selber, also sich sehr selbstständig ihre halt Aufgaben zusammensuchen müssen. Also das ist, glaube ich, wichtig, dass man selbstbestimmt und selbstständig gut arbeiten kann und eben auch da so den nötigen Drive hat.