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Heinz KinigadnerSportmanager

“Ich darf durch die Welt reisen und den besten Motorsportlern zur Seite stehen”, erzählt Heinz Kinigadner über seinen Beruf als Sportmanager bei KTM und Gründer der Stiftung Wings for Life. Der zweifache Motocross-Weltmeister weiß, was ihn dorthin gebracht hat: “Dass ich mich auf mein Gefühl verlassen hab’. Ich bin nie der große Tüftler gewesen und auch nie derjenige, der es bis zum Letzten ausgereizt hat oder alles supergenau erlernt hat, sondern eher der Gefühlsmensch.”

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Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich!

Ganz, ganz voran ist auf jeden Fall, so wars bei mir: Seinem Bauchgefühl zu folgen. Sich nicht in eine Richtung hinbewegen, die jemand anderer vielleicht für dich hat. Sondern schon ganz genau selber schauen. Und dann, im Endeffekt, das Ziel nicht aus dem Auge zu verlieren, ja, weil im Endeffekt geht’s nur um eines: Vorwärts zu marschieren und Vollgas zu geben.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Ich bin der Heinz Kinigadner und auf all meinen Visitenkarten steht natürlich mein Name. Alle Visitenkarten deshalb, weil ich verschiedenste Job´s hab’. Und ich würd’ jetzt sagen im Moment, die Wichtigste ist sicherlich die Visitenkarte von “Wings for Life”. Weil da steht nämlich drauf: “Wir haben eine Vision” - nämlich Querschnittslähmung heilbar zu machen.

Was ist das coolste an Deinem Job?

Der ganze Job ist supercool. Ich darf durch die Welt reisen, ich darf den besten Motorsportlern zur Seite stehen und darf da bei Sachen mit dabei sein die einfach wunderbar sind. Ich hab’ dürfen dabei sein KTM nach den damaligen finanziellen Turbulenzen neu zu gestalten. Hab’ da sehr viel mitwirken dürfen, um KTM zum Aufstieg zur Weltmarke zu verhelfen. Da bin ich schon sehr, sehr dankbar dafür und das war eine wunderbare Zeit. Ja, wenn man sich’s aussuchen darf, würd’ ich nix anderes wählen.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Natürlich gibt’s Einschränkungen, wir haben auf unserem Weg sehr, sehr viel auch Schlimmes erleben müssen. Motorsport ist nicht ungefährlich. Viele von unseren Mitstreitern, die einfach nicht so viel Glück gehabt haben wie ich. Und natürlich ganz extrem, wenn ich meinen Bruder oder meinen Sohn, die beide im Rollstuhl sitzen, betrachte, denkt man natürlich darüber nach. Also wenn man solche Sachen vermeiden könnte, dann wär’s sowieso die rundeste Sache der Welt.

Worum geht es in Deinem Job?

Meine Hauptaufgabe ist auf jeden Fall die “Wings for Life”. Weil das ist das Herzensanliegen, ja, dass wir da irgendwann unsere Vision, Querschnittslähmung heilbar zu machen, wirklich erreichen. Nebenbei her ist natürlich die Bekleidungslinie, die meine Tochter Isabell und der Hannes, mein Sohn, hauptsächlich machen. Dann kommt zu guter Letzt, eigentlich schon mein Lieblingsjob irgendwo, das ist KTM. Also da bin ich nur mehr als Berater tätig. Die einzelnen Tätigkeiten bei den Job’s - bei der Bekleidung, da hab ich Gott sei Dank meine 2 Kinder, die das sehr, sehr gut machen. Also da gehts nur um grundsätzliche Entscheidungen, darum Importeure zu aktivieren, die ich natürlich aus meiner Vergangenheit noch alle gute Kontakte hab’. Bei der “Wings for Life” geht es meistens um Events, um Aktivitäten. Um ja, Auswahl von Projekten, die wir unterstützen. Von Events, die uns Geld bringen. Schauen, wie das am besten läuft. Bei KTM ist es Beratertätigkeit und eben schon auch, auf Grund weil ich mit den Sponsoren sehr viel zu tun hab’, natürlich, schon die Auswahl der Aktivitäten, der Fahrer, wie wir die Teams gestalten. Da bin ich schon sehr aktiv noch mit dabei.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Ja, geboren bin ich im schönen Zillertal, wo ich immer noch leb’. Sogar im Elternhaus leb’ ich noch, ja - oder wieder. Wir haben eine traditionelle Familienbäckerei geführt. Deshalb war’s ganz normal, dass ich auch Bäcker und Konditor gelernt hab’. Aber da war es schon so, dass es willkommen war, dass ich gearbeitet hab’ in der Nacht und während des Tages bin ich dann am Motorrad gesessen und hab’ meine Trainingsrunden absolviert. Also es war von klein auf, bei uns - ich hab’ 2 Brüder, einen älteren und einen jüngeren. Und es war immer schon klar, wir 3 werden alle 3 Klassen im Motocross, die Weltmeisterschaft, gewinnen. Ich hab’ mich dann daran gehalten, hab’ das auch gemacht. Und das war aber dann spätestens der Moment wo sich’s mehr oder weniger schon alles um’s Motorrad gedreht hat bei mir. Und bin jetzt in der glücklichen Lage, dass ich mein Hobby zum Beruf gemacht hab’. Also die “Wings for Life” wurde von mir und vom Dietrich Mateschitz zusammen gegründet. Und zwar unmittelbar nachdem mein Sohn den Unfall hatte hab’ ich Gott und die Welt kontaktiert und hab’ gesagt, das darf nicht so bleiben. Und hab’ da erkannt, dass es wirklich viele Projekte gibt, die im Labor oder auch schon bei Tierversuchen sehr, sehr erfolgreich waren. Auf die Frage eines betroffenen Vaters, wann kann ich das für meinen Sohn irgendwo haben. Hat jeder von diesen Projekten gesagt: Ja irgendwie interessiert das ganz groß niemand, es gibt kein Geld dafür, für eine größere klinische Studie, insofern liegt das bei uns in der Schublade. Und das war natürlich der Moment, wo wir gesagt haben, ok, jetzt wissen wir genau wo wir den Hebel ansetzen müssen. Diese Projekte müssen weitergefördert werden, damit sie irgendwann dann in einer klinischen Studie, sprich am Menschen, anwendbar sind. “Wings for Life” gibt es jetzt inzwischen 10 Jahre, wir haben über 80 Projekte mitunterstützt.

Ginge es auch ohne Deinem Werdegang?

Nein, also ich hab’ das riesengroße Glück gehabt, dass ich mein Hobby - wenn ich nicht so gut geworden wäre und dann irgendwann zum Werksfahrer geworden wäre, und Geld dafür bekommen hätte, hätt’ ich wahrscheinlich mein ganzes Erspartes dafür aufgewendet. Es ist einfach mein Lieblingssport und ich hab’ den zu meinem Beruf machen können. Und das war einfach ein Traum, ich lebe irgendwo einen Traum. Eigenschaften die man unbedingt dazu braucht, ich glaub’ da gibts ganz unterschiedliche. Meine Eigenschaft war, dass ich mich auf mein Gefühl verlassen hab’. Ich bin nie so der Obertüftler gewesen und auch nie der, was es bis zum Letzten ausgereizt hat und alles supergenau erlernt hat. Sondern ich bin eher der Gefühlsmensch, der sich vom Bauchgefühl leiten lassen hat. Und das war meistens Ok.