Herr FinnlandUrbaner Dramaturgist
Stadt
Wien

“Glaub und vertrau dem Zufall und dem Glück im Leben“, würde Herr Finnland, Urbaner Dramaturgist, seinem 14-jährigen Ich raten. Bei “Abenteuer in der Stadt” werden Kinderspiele neu interpretiert. Dabei leitet Herr Finnland sowohl deren kreative Umsetzung als auch die Logistik im Hintergrund. Und genau das ist auch das Coolste an seinem Job: “Unglaublich viele verschiedene Menschen kennenzulernen und an unglaublich vielen verschiedenen Orten in der Stadt zu arbeiten.“

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Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich!

Mein erster und, glaube ich, wichtigster Ratschlag ist einfach, glaub und vertrau dem Zufall und dem Glück im Leben. Hab einfach Vertrauen, dass es besser wird. Es wird in so vielen Hinsichten besser, je weiter man vorankommt. Der zweite Ratschlag ist, glaube ich, glaub einfach an deine Träume und an deine Fantasien, so unrealistisch sie zu sein scheinen. Ich hätte mir das nie zu träumen gewagt und ich glaube, mir hätte das damals mit 14 extrem geholfen, wenn ich diesen Mut gehabt hätte, an meine eigenen Ideen zu glauben. Der dritte Ratschlag ist einfach, egal, was kommt, es ist immer für irgendwas gut. Ich habe die blödesten Jobs nebenbei gemacht und wiederum genau heute sind das Dinge, die mir unglaublich zugutekommen, wo ich nie daran gedacht hätte, dass das mal für was gut ist.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Herr Finnland. Abenteuer in der Stadt.

Was ist das coolste an Deinem Job?

Das Coolste an meinem Job ist, glaube ich, dass mir mein Job unglaublich viel Spaß macht, dass ich unglaublich viele verschiedene Menschen kennenlerne und dass ich an unglaublich vielen verschiedenen Orten in der Stadt arbeite. Und genauso wie kein Brettspiel dem anderen gleicht, gleicht auch bei uns kein Abenteuer dem anderen. Ich kann mein eigener Regisseur, Drehbuchautor und Produktionsmitarbeiter selber sein. Ich kann meine Träume und meine Ideen verwirklichen

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Die Einschränkungen, glaube ich, sind wie bei jedem Selbstständigen, dass man einfach kein fixes Gehalt hat und das muss man einfach auch riskieren, wenn man an seine Idee glaubt. Ich glaube, das kann aber auch dann jeder machen, und man muss natürlich auch mal mit Ablehnung umgehen können und das ist auch nicht immer so leicht. Also es kann einen schon auch mal persönlich treffen, wenn jemand sagt: Nein, das Spiel habe ich jetzt nicht super gefunden. Oder wenn auch eine Institution sagt: Nein, dieses Spiel wollen wir nicht spielen. Ansonsten hat das Spiel, glaube ich, keine Einschränkungen.

Worum geht es in Deinem Job?

Prinzipiell geht es in meinem Job darum, mit Leuten Spiele zu spielen. Das hört sich jetzt wahrscheinlich für ganz viele als der Traumjob schlechthin überhaupt an. Ein Spiel zu spielen heißt aber natürlich auch, sehr viel im Hintergrund zu organisieren, das heißt neben Kreativkonzepten zu erstellen für diese Abenteuerspiele, die wir machen, ist meine Hauptaufgabe aber auch die gesamte Logistik dahinter zu organisieren. Wir haben über 20 Darstellerinnen in unserem Ensemble, wir haben die verschiedensten Orte in der Stadt, die wir bespielen, wo wir einfach auch die Genehmigungen brauchen, wir haben sehr strikte Zeitabläufe und wir haben natürlich auch immer das Budget im Hintergrund, das uns leitet und uns dann aber auch wieder vor neue kreative Herausforderungen stellt. Unsere Spiele sind Neuinterpretationen von Kinderspielen. Das ist einerseits die klassische Schnitzeljagd, die plötzlich für Erwachsene adaptiert wird oder Räuber und Gendarm. Bei uns wird das natürlich in eine Geschichte eingebettet und plötzlich wird jemand ermordet oder plötzlich muss man um sein Leben rennen. Man trifft sich meistens immer gemeinsam an einem Startpunkt, wird dann in Teams unterteilt, es geht natürlich auch um Kampfgeist gegeneinander, und erlebt dann das Abenteuer in der Gruppe individuell. Am Ende kommt man wieder zusammen. Wir schauen, dass das meistens irgendwo in einem netten Lokal ist, wo man dann natürlich auch noch darüber sprechen kann, wieder mit den Freunden reden kann, was hat man erlebt, wie war für einen selber das Abenteuer.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Ich glaub, ich habe den ganz normalen österreichischen Werdegang gemacht, also ich bin noch in Kaprun im Salzburger Land geboren, bin Sohn einer Finnin und eines Oberösterreichers. Nach der Schule, ich bin dann in die Tourismusschule gegangen, hätte eigentlich Koch, Kellner werden sollen, aber schon während der Ausbildung mir gedacht, das ist mir zu wenig und einfach auch schon meine erste kreative Ader entdeckt, indem ich geschrieben habe, dann aber trotzdem Tourismuswirtschaft studiert, was im Endeffekt eine sehr gute Entscheidung war, weil ich dort eigentlich das gesamte Know-how kennengelernt habe und dadurch dann auch im Eventmanagement gelandet bin. Ich habe drei Jahre im Lifeball-Büro in Wien in der Produktion gearbeitet, bin dann gewechselt zu einer Kreativagentur. Und ich glaube, so diese beiden Mischungen, also die Logistik aus der Eventproduktion und dann auf der anderen Seite zu sehen, wie kann man kreativ arbeiten, gepaart mit meinem inneren kreativen Drang, den ich schon immer gehabt habe, hat dann zu den Schnitzeljagden geführt. Seit zwei Jahren mache ich nichts anderes mehr, außer Nesterval, aber das ganze Projekt hat klein begonnen, schon vor fünf Jahren

Ginge es auch ohne Deinem Werdegang?

Nein, ich glaube nicht, dass das möglich wäre, weil es sehr viel mit dieser Mischung aus Logistik, die erlernbar ist, die man aber erlernen muss, zu tun hat und auf der anderen Seite die kreative Komponente, die hat man, glaube ich, oder die hat man nicht. Ich glaube aber, dass es zu unterscheiden ist, ob man einfach Spiele so spielen will zum Spaß, das kann jeder machen und das sollte auch jeder machen, davon leben ist aber ein härteres Business.