Jubin HonarfarCEO, Co-Founder & The Diplomatbei whatchado
Stadt
Wien
Alter
25 - 34
Karriere Level
Führungskraft

“Das Coolste ist immer noch das Reisen und wenn ich sehe, dass einzelne Leute sich schneller weiterentwickeln als gedacht. Das ist schon ziemlich geil.“ Jubin Honarfar, Co-Founder & CEO bei whatchado, ist dafür verantwortlich, die Strategie voranzutreiben und die Vision sowie neue Produkte umzusetzen. Den Vertrieb wollte er sich aber nicht nehmen lassen und reist neben diesen Aufgaben auch zu Kunden und berät diese. Was sollte man mitbringen für seinen Job? “Ein Nervenkostüm aus Stahl. Ein Startup bedeutet eine Achterbahnfahrt vor sich zu haben.“

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Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich!

Take it easy, so sagt dein Vater heute immer. Nimm das Leben nicht allzu schwer, mach dir auch nicht den Kopf wohin die Reise geht, das kannst du gar nicht wissen. Gehe deinen Weg, du bleibst dir sowieso immer selbst treu, also da brauchst du dir keine großen Gedanken machen. Eines mache jedoch anders: Nach der Matura, schnapp dir ein "Around the World" Ticket und reise in der Weltgeschichte herum. Wenn du retour kommst, dann verspreche ich dir, dass du die Welt mit anderen Augen siehst und sich die Zukunft für dich selbst auch anders gestalten kann. Und das Dritte ist - meine ich todernst - du wirst es nämlich wirklich bereuen, dass du dem nicht nachgegangen bist: Du hast nicht hobbymäßig, sondern du hast in einem Verein Fußball gespielt, recht gut, hast aufgehört damit weil du gedacht hast, dass die Schule darunter leiden wird, weil deine Eltern das gedacht haben. Gehe dem weiter hinterher, schaue wie weit du kommst und dann kann auch noch ein Messi von dir lernen.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Jubin Honarfar, Co-Founder und CEO von whatchado.

Was ist das coolste an Deinem Job?

Das Coolste in meiner aktuellen Funktion ist immer noch - obwohl man es vielleicht gar nicht so glaubt - das Reisen. Also wirklich verschiedene Orte bereisen zu dürfen, auch wenn es jetzt nur der deutschsprachige Raum ist und nicht darüber hinaus aktuell. Es ist trotzdem cool, man lernt immer wieder neue Leute kennen, bekommt verschiedene Eindrücke. Aber ich setze mich doch mit meiner Funktion als CEO viel mehr mit dem Team auseinander, da auch das Management zu leiten. Und wenn ich sehe, dass einzelne Leute sich schneller weiterentwickeln als gedacht, dann erleichtern sie dadurch auch mein Leben, weil ich weniger Ressourcen da reinstecken muss, und das ist eine der coolsten Sachen, dass ich einfach sehe, dass die Leute die ich direkt anleite, aber auch Teammembers sich schneller weiterentwickeln als vielleicht gedacht, das ist schon ziemlich geil.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Etwas was ich lernen musste, was ich eigentlich gar nicht gemocht habe, ist zu lernen, dass man nicht "Everybody's Darling" sein darf. Ich treffe manchmal Entscheidungen oder muss diese Entscheidungen treffen, die jetzt nicht alle begeistert oder viele sogar abschreckt, weil sie einfach die Hintergründe nicht ganz verstehen, weil sie die Zusammenhänge auch nicht alle sehen können. Meine Rolle ist es aber so gut wie möglich das zu vermitteln und warum ich diese Entscheidungen getroffen habe zu vermitteln. Aber ich habe gelernt damit umzugehen, dass ich jetzt nicht von allen geliebt werden muss, sondern das Unternehmen erfolgreich sein muss. Und es hat auch dazu geführt, dass ich nicht zu allen Partys mehr eingeladen werde als CEO, weil es ist dann doch vielleicht der Chef den man dazu einladen würde.

Worum geht es in Deinem Job?

whatchado ist eine Berufsorientierungsplattform, auf der Menschen in kurzen Videointerviews erzählen, was sie beruflich machen und wie sie dazu gekommen sind. In meiner Funktion als CEO bin ich dafür verantwortlich, die Strategie voranzutreiben, aber auch die Vision und neue Produktinnovationen zu leben und umzusetzen im Unternehmen. Das sind im Grunde genommen die großen Bereiche. Der Alltag schaut nicht ganz so aus, weil man sich leidergottes oftmals mehr mit operativen als strategischen Themen auseinandersetzt. Das ist die Krux die die Geschäftsführung oftmals hat, egal ob kleines Unternehmen oder Konzern, dass man leider Gottes plötzlich viel mehr mit operativen als mit strategischen Themen zu tun hat. Ich sitze in vielen Abstimmungsmeetings, wo es um strategische Themen vor allem geht, Entscheidungen getroffen werden müssen. Aber extrem cool ist auch, dass man sich parallel die Zeit nehmen darf und kann und muss, dass man auch überlegt, wo steht whatchado 2017, 2018, 2019, was wollen wir umsetzen? Und da kann man nicht erst in 3 Jahren beginnen, sondern muss sich da über Produktneuheiten Gedanken machen, in Abstimmungen gehen mit seinen Marketingleiter, Produktleiter, Development etc. um neue Visionen und Konzepte entwerfen können. Natürlich musst du einen Teil des Operativen weiterführen, wir haben Shareholder. Wir müssen Reports entwerfen, wir müssen Zahlen weiterkommunizieren. Ich bin immer noch im Vertrieb tätig, das wollte ich mir nie nehmen lassen, das heißt ich reise zu Kunden, ich pitche whatchado bei Kunden und begeistere sie für unser Produkt und für die Lösung die sie einsetzen können. Das mache ich immer noch, nicht in demselben Ausmaß wie vor einigen Jahren. Aber großteils verwende ich die Zeit darauf, dass einfach mein Management, also mein Team das ich direkt anleiten darf, dass ich die weiterentwickeln kann und dass ich die in ihrem Bereich weiterbringen kann wenn sie meine Hilfe brauchen.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Ich bin in Wien auf die Welt gekommen, da meine Eltern aus dem Iran nach Wien gezogen sind in den 70er Jahren. Bin in Wien zur Schule gegangen, habe maturiert 2001, danach war ich beim Bundesheer, war eine coole Zeit, würde ich jederzeit wieder machen. Dann habe ich mir gedacht, was willst du denn überhaupt studieren? Hatte keine Ahnung, habe den Klassiker gemacht, was 90 % der Perser machen, habe Medizin studiert. Nach 3 Jahren bin ich drauf gekommen, das ist nicht genau das was ich eigentlich ein Leben lang machen möchte, habe es hingeschmissen. Habe aber einen Plan B haben müssen, weil den Eltern zu sagen: "Ich habe jetzt mein Studium hingeschmissen!" ist nicht so einfach. Plan B war: Wenn du glaubst du musst was studieren, aber nicht genau weißt was, machst du BWL, das habe ich gemacht auf der WU Wien. Habe nebenbei immer gearbeitet, habe als Marketingmanager bei Sportveranstaltungen im Basketballbereich gearbeitet. Habe ganz am Anfang im Callcenter gearbeitet, Telesales Callcenter. Und später dann bei den Vereinten Nationen, bei der Frau Waldheim-Natural, der Tochter des ehemaligen Bundespräsidenten. Und vor der whatchado Gründung habe ich 4 Jahre lang gemeinsam mit dem State Department in Wien ein Projekt für Flüchtlinge betreut. 2012 habe ich dann gemeinsam mit Stefan, Ali und Manuel whatchado gegründet, habe alles und nichts an Anfang gemacht und jetzt bin ich in der Position und Funktion des CEO von whatchado.

Ginge es auch ohne Deinem Werdegang?

Es geht auf alle Fälle auch ohne meinen Werdegang. Wichtig ist, dass man ein Verständnis für Zahlen mitbringt, ein hohes Verständnis. Die Bilanz sollte man lesen können, damit man weiß wo das eigene Unternehmen steht. Wichtig ist auch, Sitzfleisch bzw. Geduld mitzunehmen, man sitzt oftmals in Abstimmungsmeetings, Strategiemeetings um die nächsten Schritte zu setzen. Das kann mitunter lange dauern, lange Nächte mit sich ziehen. Und der dritte Punkt ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt den ich mitgeben möchte, ist ein Nervenkostüm aus Stahl am besten mitzunehmen. Ein Startup bedeutet, eine Achterbahnfahrt vor sich zu haben. Es geht einmal ganz schnell runter und im nächsten Augenblick geht es dann wieder ganz schnell rauf. Beschert dir einige schlaflose Nächte wo es in deinem Kopf einfach rattert. Ein Nervenkostüm und einfach einen Ausgleich zu haben - vielleicht mit Sport - damit du auch diese Funktion gut ausüben kannst.

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