Michael BuchingerYouTuber

“Am meisten Spaß macht mir, dass ich meine merkwürdigen Ideen, die ich teilweise hab’, einfach umsetzen kann”, erzählt Michael Buchinger über seinen Job als Youtuber. Was es dafür braucht? “Das Nette an YouTube, oder generell am Internet ist ja, dass es jeder tun kann. Einfach ausprobieren und schauen, ob’s funktioniert.”

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Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich!

Drei Tipps, also der erste Tipp wäre sicher, ich würde ihm sagen, er soll sich auch nicht dafür schämen, dass er kreativ ist. Weil ich halt wirklich aus diesem kleinen Dorf komme. Und die einzige kreativen Leute waren dann immer so alte Hippiefrauen, die irgendwie Edelsteine lieben. Und ich bin mir halt dann sehr merkwürdig vorgekommen, dass ich diese kreative Seite hatte. Und ich habe da eine Zeit lang wirklich ein Doppelleben geführt, würde ich sagen und einfach geheim gehalten, dass ich diese Videos mache und Geschichten schreibe. Das würde ich sagen, man kann ruhig dazu stehen. Der zweite Tipp wäre dann, lass dir nicht von anderen sagen, was du, was gut zu dir passen würde. Mir haben Leute immer geraten, studiere doch das mit Theaterwissenschaft und mach das, weil, das ist genau deins. Und es war aber dann aber halt nicht genau meins. Und anstatt, dass ich mir wirklich darüber Gedanken gemacht habe, was ich möchte, habe ich mir gedacht, okay, ja, diese Person hat gesagt, das wird passen. Also probieren wir das mal. Und das ist, glaube ich, ganz schlecht. Tipp drei wäre einfach, dass es auch nicht schlimm ist, wenn man nicht weiß, was man mit seinem Leben tun möchte. Als ich 17 war, ich habe so Freunde gehabt, die haben immer genau gewusst, wo sie sein möchten, wenn sie 30 sind. Und ich war halt überhaupt nicht so, ich habe mir gedacht, ich bin froh, wenn ich weiß, wo ich im nächsten Monat bin. Und das hat mich zu dem Zeitpunkt sehr fertig gemacht, aber das ist wirklich nicht schlimm, wenn man nicht weiß, wo man beruflich hin möchte. Weil, man findet schon heraus, was passt. Also es wird sich schon ergeben.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Ja, auf meiner Visitenkarte steht eigentlich nur mein Name oben, Michael Buchinger. Und ich habe mir gedacht, am ehesten würde ich YouTuber draufschreiben. Aber ich glaube, das wäre dann zu sehr Schublade, in dem ich stecke. Also es steht nichts oben, außer mein Name.

Was ist das coolste an Deinem Job?

Das Coolste an meinem Job ist, einfach Leute zu unterhalten und wirklich die Kommunikation mit der Community, die es mittlerweile. Und ich merke dann halt, okay, ich mache jetzt ein Video und die Leute schreiben dann drunter, hey, ich hatte einen schlechten Tag, aber ich habe jetzt herzlich gelacht. Und das freut mich natürlich sehr und deswegen mache ich das auch gerne. Am meisten Spaß macht mir einfach, dass ich meine merkwürdigen Ideen, die ich teilweise habe, einfach umsetzen kann. Weil, oft ist es halt so, dass ich mit Freunden spreche und sage, letztens habe ich was Merkwürdiges gesehen. Und ich erzähle dann halt eine lustige Geschichte. Und mir macht das dann sehr Spaß, diese Geschichte auch noch einem breiteren Publikum zu erzählen. Und wirklich halt meinen Zusehern zu sagen, hey, letztens ist was Lustiges passiert, vielleicht interessiert es euch. Und es ist schön, wenn ich merke, okay, es kommt an und es gibt Leute, die teilen meinen merkwürdigen Sinn für Humor.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Die Einschränkung ist halt ein bisschen das mit dem Einkommen. Ich mache jetzt YouTube wirklich nicht wegen Geld, aber es ist halt kein fester Betrag. Du machst in einem Monat so viel Geld und im nächsten dann die Hälfte davon oder ein Drittel davon. Und das ist halt wirklich unabsehbar, man kann im Moment nicht davon leben. Ich zumindest nicht. Und das ist halt, manchmal ist es ein bisschen schwierig. Und ich finde es eben so schwierig, ständig wirklich neue Dinge zu produzieren. Weil, es gibt halt wirklich Wochen, da bin ich halt nicht gut drauf. Manchmal ist, tagt es mich einfach nicht. Und dann denke ich mir halt, ich würde am liebsten jetzt gar kein Video machen. Und einfach damit aufhören, also nicht damit aufhören, aber mal eine Woche Pause machen. Aber das tu ich halt trotzdem nicht, weil es halt wichtig ist, das Ganze nach und nach zu füttern und laufend Content zu produzieren. Es nimmt halt kein Ende, aber das ist ja auch das Schöne.

Worum geht es in Deinem Job?

Es ist, jeder Tag ist anders, aber ich stelle jeden Freitag ein Video auf meinen YouTube-Kanal, das dann halt meine Abonnenten zu sehen bekommen. Und es, ich kann mir eigentlich aussuchen, welche Videos ich mache. Und ich versuche wirklich, die zu variieren. Aber es gibt halt gewisse Dinge, Formate, die ich immer wieder aufgreife. Und am ehesten ist es dann so, dass ich zum Beispiel mir am Wochenende was überlege, am Dienstag filme ich es, am Mittwoch bearbeite ich es und am Freitag geht das online. Und es ist eigentlich Woche für… Wenn man dann mal in diesem Rhythmus drin ist, dann geht es wirklich und dann ist es auch sehr leicht. Aber es war schon Überwindung zu sagen, okay, ich mache das jetzt wöchentlich. Und dann schreibe ich auch noch eine Kolumne, aber die schreibe ich wirklich nur viermal im Jahr für das Fofox-Magazin. Und wenn dann immer wieder so die Mail kommt, hey Leute, bald ist Deadline, dann sperre ich mich zu Hause ein und schreibe halt meine Kolumne. Das ist ganz nett, so als Schwank aus meinem Alltag. Dann unter, also unter dem Semester studiere ich Englisch. Und dann bin ich halt meistens eingeteilt. Und das ist dann der Moment, wo es richtig anfängt, schwierig zu werden, mit YouTube und Uni. Aber ich glaube, ich habe da eine ziemlich gute Balance und ansonsten, ab und zu blogge ich. Aber das ist jetzt nicht, nichts, was ich sonderlich viel Aufmerksamkeit widme.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Ich komme aus einem kleinen Dorf im Burgenland. Und als ich dann 16 war, also ich bin an ein Gymnasium gegangen. Ganz normale AHS, eher allgemeinbildend ohne jetzt spezifischen Zweig. Und als ich 16 war, war mir irgendwie langweilig und die Leute haben mir damals schon immer gesagt, sie finden mich sehr unterhaltsam. Und ich sollte halt irgendwas draus machen. Und zu dem Zeitpunkt habe ich auf MySpace Blogs geschrieben und lauter so Zeugs, was man halt früher gemacht hat. Und habe dann beschlossen, hey, ich mache jetzt halt so ein paar YouTube-Videos. Und habe halt einfach damit angefangen. Und dann im Laufe der Zeit haben sich immer mehr Dinge ergeben. Ich habe für ein Video so einen Kulturpreis gewonnen im Burgenland. Und da haben es dann wirklich alle meine Freunde gewusst und auch meine Eltern, dass ich das tue. Und dann konnte man ab April 2013 offiziell YouTube-Partner werden in Österreich. Und das war so der Moment, wo ich mir dachte, ich mache das jetzt wöchentlich. Und zu dem Zeitpunkt habe ich dann schon in Wien gewohnt. Und zuerst habe ich ein Semester lang Theaterwissenschaft studiert, weil ich mir dachte, hey, das ist genau mein Ding. Und dann bin ich drauf gekommen, so nach ein paar Wochen, nein, das ist überhaupt nicht mein Ding. Und dann bin ich halt umgeschwungen auf Englisch, was nicht schlecht ist. Das schadet nicht, aber es ist halt auch noch nicht so sehr berufsorientiert. Aber irgendwie mache ich das so, dass ich einfach Dinge ausprobiere. Bis jetzt geht es ganz gut, so, wie ich das mache. Aber ich habe jetzt noch kein, also ich werde sicher den Master auch noch in einem anderen Studienfach machen. Aber da, glaube ich, werde ich eine Münze werfen.

Ginge es auch ohne Deinem Werdegang?

Ja, also als YouTuber braucht man eigentlich wirklich keine besonderen Skills, sonst würde ich es ja auch nicht machen. Es ist sehr einfach. Aber ich glaube, man muss sich einfach dazu überwinden, es zu tun. Das ist, glaube ich, der größte Schritt. Es darf dir nicht unangenehm sein, weil rein theoretisch die ganze Welt sehen kann, was du zu Hause tust. Ja, man muss halt ein bisschen extrovertiert sein, obwohl ich auch nicht so eine extrovertierte Person bin. Dann eher in meinen Videos Schnitt, Schnitt und solche, also Schnitt ist schon relativ wichtig. Und da sollte man halt die Basics können. Aber ich habe schon gute YouTube-Videos gesehen, die überhaupt nicht geschnitten waren. Also ich würde sagen, es würde sehr gut ohne meinen Background gehen, den braucht man überhaupt nicht. Und das Nette an YouTube ist, dass es jeder tun kann. Oder generell im Internet, ausprobieren und schauen, ob es funktioniert.

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