Ausbildung oder Studium? Was passt zu dir?

Von Vincent Amadeus
18.11.2021

Ausbildung oder Studium – finde heraus, was zu dir passt!

Du stehst kurz vor dem Schulabschluss oder bist schon fertig und fragst dich, wohin es für dich danach gehen soll? Damit bist du nicht alleine – viele junge Menschen haben Mittelschulabschluss, Realschulabschluss, Abitur oder Matura in der Tasche und stehen nun vor den Entscheidungen der Berufswahl. Das ist alles andere als einfach. Eine der ersten wichtigen Fragen, die du dir dabei sicherlich stellst, ist sicherlich, ob du lieber eine Ausbildung machen oder studieren möchtest. Und was genau ist überhaupt ein duales Studium? Mit der Matura und dem Abi hast du beide Möglichkeiten und kannst dich für eines davon entscheiden. Oder du machst erst eine Ausbildung und gehst danach an die Uni? Wir möchten dir bei der Entscheidungsfindung helfend zur Seite stehen, deshalb haben wir hier alle wichtigen Infos rund um die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten zusammengetragen.

Die Vorteile einer Ausbildung – der direkte Einstieg in den Beruf

Die herkömmliche Ausbildung oder Lehre wird auch duale Ausbildung genannt, da sie an zwei verschiedenen Orten stattfindet: im Betrieb und in der Berufsschule. So eignest du dir theoretisches Wissen an, setzt dieses aber auch direkt in die Praxis um. Dabei verbringst du entweder ein paar Tage pro Woche in der Schule und ein paar Tage in deinem Ausbildungsbetrieb oder es wechselt sich blockweise alle paar Monate ab. So hast du einen schnellen Berufseinstieg und danach in der Regel auch gute Chancen, übernommen zu werden. Außerdem bist du als Auszubildende*r – im Gegensatz zu einem Studium – finanziell unabhängig und es sind auch Quereinstiege in einen neuen Beruf kein Problem. Du benötigst keinen höheren Schulabschluss, um eine Ausbildung zu beginnen. Ein Nachteil ist, dass deine späteren Aufstiegschancen geringer sind als mit einem Studium.

Wie kann die Ausbildung verkürzt werden?

Unter Nachweis eines gewissen Ausbildungsgrades kannst du deine Ausbildungsdauer verkürzen. Dazu gehören beispielsweise in Österreich die Reifeprüfung einer AHS oder BHS oder eine Lehrabschlussprüfung, in Deutschland unter anderem die Hochschulreife.

Wie lange beträgt die Probezeit in der Lehre?

Während deiner Lehre beträgt die Probezeit in Österreich drei Monate, in Deutschland kann sie zwischen einem und vier Monaten variieren.


Die Vorteile eines Studiums – die flexible und akademische Laufbahn

Während in einer Lehre sowohl theoretisches als auch praktisches Wissen vermittelt werden, ist ein Studium an einer Fachhochschule oder Universität überwiegend theoretisch. Du bekommst während deines Studiums kein Gehalt, bist dafür aber auch flexibler, was die Einteilung deiner Zeit angeht. Die hohe Eigenverantwortlichkeit erfordert auch hohe Selbstdisziplin. Viele Studierende arbeiten zusätzlich, um sich etwas Geld zur BAföG-Förderung, für Kredite oder der Unterstützung der Eltern dazuzuverdienen oder sammeln während der Semesterferien erste Arbeitserfahrungen in einem Praktikum. Ein Studium ebnet dir den Weg in die Welt der Wissenschaft: nach dem Bachelor kannst du einen Master machen und im Anschluss daran deinen Doktor und beispielsweise in die Forschung gehen. Selbstverständlich kannst du nach deiner akademischen Laufbahn auch in kleinen und großen Unternehmen arbeiten oder dich selbstständig machen – wie nach einer Ausbildung. Wenn du also die nötigen Voraussetzungen wie beispielsweise Schulabschluss erfüllst, kannst du frei zwischen Lehre und Universität wählen.

Die Vorteile eines dualen Studiums – „the best of both worlds“

Du hast dich schon ein bisschen informiert und fragst dich jetzt: „Muss ich mich zwischen Studium und Ausbildung entscheiden?“ Die Antwort ist: nein! Immer beliebter werden die sogenannten dualen Studiengänge, die das Beste aus Ausbildung und Studium vereinen. Während eines dualen Studiums verbringst Du Zeit im Betrieb und verdienst dein eigenes Geld, gleichzeitig absolvierst du aber auch ein Bachelorstudium. Du lernst Wissenschaft und Berufsalltag von vornherein kennen und oftmals werden dual Studierende nach dem Bachelor auch von ihrem Praxis-Unternehmen übernommen. Als Nachteil eines dualen Studiums würden manche die geringe Freizeit nennen. Durch die Kombination aus Arbeit und Uni hast du nicht die Zeit, das typische Student*innenleben voll auszukosten, wie es deine Kommiliton*innen an der Uni machen.

Ausbildung und Studium – welche Reihenfolge?

Natürlich kannst du aber auch beides machen – eine klassische Ausbildung und ein klassisches Studium. Dabei entscheiden sich viele junge Menschen dazu, nach der Schule zuerst mit einer Ausbildung ins Berufsleben einzusteigen und im Anschluss noch zu studieren. Dabei können die beiden Berufsausbildungen entweder aufeinander aufbauen oder auch komplett unabhängig voneinander sein. Unter Umständen kannst du durch eine abgeschlossene Ausbildung einen höheren Schulabschluss erlangen, der dir den Zugang zu einer Fachhochschule oder Hochschule ermöglicht. Natürlich kannst du aber auch nach dem Studium oder auch schon nach einigen Jahren als Arbeitnehmer*in noch eine Ausbildung beginnen – beispielsweise auch, um einen Quereinstieg in eine neue Branche möglich zu machen. Wir wünschen dir nach deinem Abschluss einen erfolgreichen Start ins Berufsleben und geben dir gerne weitere Tipps rund um Bewerbungen, Vorstellungsgespräche und den ersten Job!