Emailtechniker*in

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Wie werde ich Emailtechniker*in?

auch bekannt als Emailleur*in

Oberflächentechniker*innen im Bereich Emailtechnik beschichten Metalle wie z. B. Stahl, Gusseisen, Aluminium, Edelstahl mit Email. Sie tragen die Emaillierung mittels Spritzen, Tauchen oder durch elektrostatische Beschichtung auf. Nach dem Auftragen schmelzen sie die Beschichtung in Öfen auf und machen sie so haltbar. Emailbeschichtungen finden vor allem im Sanitärbereich auf Produkten wie z. B. Badewannen, Waschbecken, Duschtassen und Fliesen, auf Fassaden von Gebäuden sowie im Bereich der Schilderherstellung Anwendung.
Oberflächentechniker*innen - Emailtechnik arbeiten in Werkstätten und Produktionshallen von Gewerbe- und Industriebetrieben im Team mit Berufskolleg*innen und verschiedenen Fach- und Hilfskräften aus dem Bereich Metall- und Kunststoffbearbeitung.

Arbeiten als Emailtechniker*in

Arbeitsumfeld

Oberflächentechniker*innen - Emailtechnik bringen Emailbeschichtungen (Emaillierungen) auf Produkten aller Art auf. Email besteht aus natürlichen Rohstoffen wie Quarz, Feldspat, Soda, Borax, Aluminiumoxid und anderen Metalloxiden, welche bei hohen Temperaturen zu sogenannten "Email-Fritten" geschmolzen werden. Die wichtigsten Eigenschaften von Email sind Temperaturbeständigkeit, Kratzbeständigkeit, Säurebeständigkeit, Korrosionsbeständigkeit und Chemikalienbeständigkeit. Aus diesem Grund finden Emailbeschichtungen vor allem im Sanitär- und Laborbereich Anwendung, z. B. auf Fliesen, Badewannen, Waschbecken und Duschtassen.

Als Trägermaterial für Emaillierungen eignen sich Stahl, Gusseisen, Aluminium und Edelstahl. Oberflächentechniker*innen - Emailtechnik wenden unterschiedliche Verfahren der Emaillierung an. Zu den wichtigsten zählen Auftragen, Spritzen, Tauchen und elektrostatische Beschichtung. Nach dem Auftragen der Beschichtungen werden die Produkte in Emaillieröfen gebrannt. In Emaillieröfen verbinden sich bei hohen Temperaturen das Trägermaterial und die aufgetragene Email-Schicht. Der Emaillier-Prozess ist damit abgeschlossen.
Weitere Anwendungsbereiche für Emailliertechniker*innen finden sich in der Schilderherstellung (Straßenschilder, Firmenschilder etc.), in der Fahrzeugindustrie (z. B. Auspuffrohre) sowie im Bauwesen (Fassaden).

Aufgaben

  • Werkstücke für die Oberflächenbehandlung vorbereiten: reinigen, entfetten, trocknen
  • Emaillierverfahren festlegen, Arbeitsschritte planen und einteilen
  • Rohstoffe zusammenstellen und einschmelzen
  • Farbmischungen herstellen
  • Emailbeschichtungen anbringen mittels Verfahren wie z. B. Spritzen, Tauchen oder elektrostatische Beschichtung
  • dabei Maschinen und Anlagen der Oberflächenbehandlung bedienen und steuern
  • Werkstücke in Brennöfen brennen
  • mechanisches Nachbehandeln der Oberflächen durchführen: z. B. Schleifen, Polieren, Kratzen, Glänzen, Strahlen, Gleitschleifen
  • chemisches Nachbehandeln der Oberflächen durchführen: z. B. Entfetten, Beizen, Lackieren, Versiegeln
  • Qualitätskontrollen durchführen
  • Maschinen, Anlagen und Gerätschaften reinigen und warten sowie einfache Reparaturarbeiten daran durchführen
  • technische Daten erfassen und dokumentieren

Arbeitsmittel und Ausrüstung

Oberflächentechniker*innen - Emailtechnik hantieren mit Rohstoffen wie Quarz, Feldspat, Soda, Borax, Aluminiumoxid und anderen Metalloxiden, weiters mit verschiedenen Farbpigmenten und Farbmischungen sowie mit Trägermaterialien und Trägerprodukten wie Eisen-, Stahl- und Aluminiumprodukten, Gusseisenteilen, Schildern und dergleichen mehr. Sie steuern und bedienen Maschinen und Anlagen wie Farbmischanlagen, Emaillierkabinen, Emaillierbäder, Brenn-Öfen und Förder- und Transportanlagen. Sie verwenden verschiedene Werkzeuge und Geräte wie Spritzpistolen, Pinsel, Schaber sowie Email- und Porzellanlacke und diverse Reinigungs- und Poliermittel.

Aus- & Weiterbildung

Ausbildung und Voraussetzungen

Wichtige Ausbildungsinhalte:

  • Arbeitsvorbereitung
  • Oberflächen behandeln
  • Emailliertechnik
  • Farbmischung
  • Lackieren
  • Schriftmalen, Schriftzeichnen
  • Schablonen anfertigen
  • Qualitätsmanagement
  • technische Dokumentation
  • Kundenberatung und -betreuung

Weiterbildung und Spezialisierungen

Oberflächentechniker*innen - Emailtechnik sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, Methodenkompetenzen und soziale Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.

Das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) und das Berufsförderungsinstitut (BFI) sowie andere Weiterbildungseinrichtungen bieten Weiterbildungsveranstaltungen zu vielen relevanten technischen und kaufmännischen Themenbereichen an.
Auch die Arbeitsgemeinschaft Oberflächentechnik (AOT) bietet Seminare und Kurse über neue Techniken, Materialien und Produkte an.

Viele Betriebe führen außerdem für ihre Mitarbeiter*innen interne Schulungen zu Produkten, Materialien und Verarbeitungsmethoden durch oder bieten Herstellerbetrieben die Möglichkeit Produktschulungen durchzuführen.

Möglichkeiten zur beruflichen Höherqualifizierung bieten außerdem facheinschlägige Vorbereitungs- und Aufbaulehrgänge an berufsbildenden höheren Schulen (Höhere technische Lehranstalten). Mit dem Abschluss eines Aufbaulehrganges ist neben einer höheren Fachqualifikation außerdem die Matura verbunden, die ein Studium an Fachhochschulen und Universitäten ermöglicht.

Studium ohne Matura:

Für ein Studium an einer Fachhochschule, Universität oder Pädagogischen Hochschulen ist normalerweise die Matura einer Allgemeinbildenden (AHS) oder Berufsbildenden Höheren Schule (BHS) erforderlich.
Es bestehen aber auch andere Zugangsmöglichkeiten:

  • Berufsreifeprüfung (Lehre mit Matura): Die Berufsreifeprüfung, die du bereits während deiner Lehrzeit beginnen kannst, ist eine vollwertige Matura, mit der du uneingeschränkten Zugang zum Studium hast.
  • Studienberechtigungsprüfung: Die Studienberechtigungsprüfung kannst du vor Beginn eines Studiums ablegen. Sie ermöglicht den Zugang zu einem bestimmten Studium.
  • ohne Matura mit Berufsausbildung und Berufserfahrung: Fachhochschulen bieten außerdem meist die Möglichkeit mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung (insb. Lehre oder Berufsbildender Mittlerer Schule (BMS)) und mehrjähriger Berufserfahrung auch ohne Matura ein facheinschlägiges (d. h. mit der Berufsausbildung fachlich verwandtes) Bachelorstudien zu beginnen. Meist müssen dazu einzelne Zusatzprüfungen absolviert werden.