Arbeiten als Gesundheits- und Krankenpfleger/-in

Dir geht es wie Sheldon Cooper von The Big Bang Theory und du siehst an jeder Ecke Bakterien, die auf dich lauern? Der Kontakt mit Menschen ist dir generell eher unangenehm und außerdem hast du panische Angst vor Nadeln und Blut? Dann ist der Beruf von Gesundheits- und Krankenpflegern nicht für dich geeignet. Denn in diesem Job hilfst du kranken und pflegebedürftigen Menschen sich zu rehabilitieren und übernimmst die Gesundheitsversorgung. Du assistierst Ärzten und führst ihre Anweisungen durch. Das bedeutet, du legst Infusionen, nimmst Blut ab, versorgst Wunden und kümmerst dich um gesundheitliche Checks, wie das Blutdruckmessen und die Kontrolle des Körpergewichts. Anschließend informierst du die Ärzte über Auffälligkeiten. Außerdem unterstützt du die Patienten in Sachen Ernährung und Körperpflege. Besonders im ambulanten Pflegedienst hilfst du ihnen beim Waschen und bei der Nahrungsaufnahme. Dabei achtest du darauf, die Versorgung individuell an die Bedürfnisse der Patienten anzupassen. Du musst zum Beispiel Allergien und emotionale Hintergründe berücksichtigen. Denn für viele Menschen bist du auch eine Art Seelsorger. Unregelmäßige Arbeitszeiten sollten dich nicht abschrecken, denn du arbeitest vor allem in Schichten. Das bedeutet, je nach Wochenplan bist du morgens, tagsüber oder nachts eingeteilt. Auch an Feiertagen und Wochenenden wirst du deinen Tag nicht immer zuhause verbringen. Denn ein Krankenhaus kann nicht einfach für ein paar Tage schließen, während Patienten versorgt werden müssen. Allerdings bekommen Krankenpfleger als Entschädigung für die Arbeitszeiten einen Gehaltsausgleich in Form von Zuschlägen und Freizeitausgleich.

Q&A mit Maria Köberl

Dipl. Gesundheits- und Krankenpflegerin & Stationsleitung Med. Notaufnahme bei gespag ‒ Oö. Gesundheits- und Spitals-AG

Warum haben Sie sich für Ihren Beruf entschieden?

Ursprünglich wollte ich die Ausbildung zur medizinisch-technischen Fachkraft absolvieren. Leider wurde ich – trotz bestandenen Aufnahmetests – von der Aufnahmekommission abgelehnt, weil ich 3 Tage zu jung war, um diese Ausbildung zu beginnen. Also begann ich im Krankenhaus als gewerbliche
Hilfskraft zu arbeiten. So wurde ich auf den Beruf der Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerin aufmerksam. Ich machte die Aufnahmeprüfung und noch im selben Jahr begann ich mit der Ausbildung.
Ausschlaggebend für meine Berufswahl war mein Interesse an technischen Geräten und wie diese den Menschen helfen können.

Wie können Sie sich in Ihrem Beruf einbringen und selbst verwirklichen?

Da ich überaus großes Interesse an allen technischen Geräten im Umfeld Krankenhaus/Mensch habe, habe ich 9 Jahre auf Intensivstationen gearbeitet. Es ist mir ein großes Anliegen, die Menschen bei der Gesundwerdung mit den zur Verfügung stehenden technischen Geräten zu unterstützen. Hier habe ich auch mein optimales Arbeitsumfeld gefunden. Wichtig sind mir darüber hinaus vernetztes Denken und die Beschwerden der PatientInnen ernst zu nehmen, dabei sehe ich auch die Möglichkeit, mich in meinem beruflichen Umfeld optimal einzubringen.

Wo sehen Sie Ihren Beruf in 20 Jahren?

Der Beruf der Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerin wird noch eigenverantwortlicher werden und eine noch größere Spezialisierung erfahren. Besonders im Bereich soziales Engagement, Menschlichkeit, Individualität und Gesundheitsvorsorge sehe ich große Chancen und Möglichkeiten auf unseren Berufsstand zukommen.