Schiffskapitän*in

Maschinen, Fahrzeuge & MetallTransport & Verkehr

Wie werde ich Schiffskapitän*in?

auch bekannt als Binnenschifffahrer*in

Der Beruf als Kapitän ist definitiv kein 9-to-5-job, denn du lebst quasi auf deinem Arbeitsort – dem Schiff – und verbringst einen Großteil deiner Zeit darauf. Das Schiff wird also zu deinem Lebensmittelpunkt. Natürlich gibt es unterschiedliche Schiffe, die du als Kapitän lenken kannst: Beispielsweise Kreuzfahrtschiffe, die bis zu 5400 Passagiere und ca. 2000 Besatzungsmitglieder transportieren, Frachtschiffe mit Containern (also Handelsschiffe), die eine teure Fracht im Milliardenwert aufgeladen haben oder auch kleinere Schiffe wie Fährschiffe oder Ausflugsschiffe in Binnengewässern. Als Kapitän bist du zuständig für das Navigieren und Manövrieren eines Schiffs, das Bedienen und Überwachen von technischen Einrichtungen auf der Brücke, das Überwachen der See- und Ladetüchtigkeit sowie die Beladungsplanung und Überwachung. Wenn es sich bei deinem Schiff um ein Kreuzfahrtschiff handelt, kommen noch Aufgaben wie die Fürsorge für die Besatzung und die Fahrgäste hinzu, sowie die Verantwortung der Ausbildung an Board und dem Führen vom Menschen im Schiffsbetrieb.

Arbeiten als Schiffskapitän*in

Wichtige Fähigkeiten als Schiffskapitän*in

Ein*e guter Kapitän*in muss gleichzeitig auch ein*e Generalist*in sein: Denn zu seinen*ihren Aufgaben zählen nicht nur die Nautik und die Wetterkunde, sondern beispielsweise auch die Personalführung des Teams und umfangreiches Wissen als Ladungsfachmann*frau. Das Wichtigste als Kapitän*in ist, dass du in Notfällen souverän handelst und schnell die richtigen Entscheidungen triffst. Schließlich trägst du die Verantwortung für alle Seelen an Board und musst gewährleisten, dass diese sicher von A nach B kommen. Im Falle eines Handelsschiffs hast du eine milliardenschwere Fracht geladen, die ebenfalls nicht am Meeresgrund landen darf. Als Kapitän*in eines Kreuzfahrtschiffs müssen zusätzlich noch spezielle Zertifikate, beispielsweise im Bereich Crowd Management abgelegt werden, die dich dazu befähigen große Menschengruppen zu organisieren und zu führen. Du musst in jeder Situation einen kühlen Kopf bewahren, schnell die richtigen Entscheidungen treffen, jahrelange Erfahrung in der Seefahrt mitbringen, ein Organisationstalent sein, Führungskompetenzen besitzen und sehr verantwortungsbewusst handeln. Zudem sollte es dir nichts ausmachen, lange von deiner Heimat getrennt zu sein. Als Kapitän*in eines Tankschiffs müssen ebenfalls Zusatzkurse belegt werden, beispielsweise wenn es um den Transport von Gefahrgütern handelt. Aus Gründen der Sicherheit gilt in jedem Fall: Das letzte Wort an Bord hat immer der*die Kapitän*in, denn er*sie trägt auch die volle Verantwortung.

Wie werde ich Schiffskapitän*in?

Besitzt du kein*e Abitur/Matura, führt dich der Weg zuerst zu einer 3-jährigen Ausbildung zum*r Schiffsmechaniker*in und anschließend an die Fachhochschule. Hast du eine Berufsfachschule abgeschlossen, kannst du eine 2-jährige Ausbildung zum*r schiffsbetrieblichen Assistenten*in machen. Besitzt du Abitur/Matura oder die Fachhochschulreife, kannst du direkt das 8-semestrige Studium starten – oder du beginnst eine praktische Ausbildung zum*zur nautischen Offiziersassistent*in, bei der du 12 Monate reine Seefahrtzeit absolvierst. Anschließend musst du zuerst als Junior- oder Wachoffizier*in für etwa fünf Jahre auf See arbeiten und dein Patent quasi „ausfahren“, bis du zum*zur 1. Offizier*in und schließlich zum*zur Kapitän*in befördert wirst. Wann du befördert wirst, kann die jeweilige Reederei selbst entscheiden.

Deutschland

  • Ausbildung zum*zur Schiffsmechaniker*in oder schiffsbetrieblichen Assistenten*in
  • Hochschulstudium: 8 Semester
  • Voraussetzungen: Geprüfte Seediensttauglichkeit durch eine*n Arzt*Ärztin der See-Berufsgenossenschaft

Fortbildungen und Spezialisierungen

Selbst wenn du irgendwann nicht mehr auf dem Meer arbeiten möchtest, stehen dir mit der Ausbildung als Kapitän*in viele weitere Türen offen: So kannst du beispielsweise bei Reedereien, Umschlagbetrieben, in der Schiffsverwaltung oder auch in Lagerhausgesellschaften an Land arbeiten. Dadurch bist du immer noch mit der Nautik verbunden, musst dafür aber nicht ständig deinen Wohnort wechseln.

Weiterbildungen

  • Maritime Berufe an Land wie z.B. bei Reedereien, Umschlagbetrieben, in der Schiffsverwaltung, Lagerhausgesellschaften, Logistikunternehmen, Consultingunternehmen, Transport- und Industrieunternehmen

Spezialisierungen

  • Verkehrsbetrieb
  • Schiffsbetrieb, Anlagen- und Versorgungstechnik
  • Schiffs- und Reedereimanagement
  • Seeverkehr- und Hafenwirtschaft
  • Logistik
  • Schiffsmaschinenbau
  • Schiffbau und Martime Technik

Fortbildungen

  • Crowd Management Zertifikat
  • Kurse für den Transport von Gefahrgütern

Zukunftsaussichten als Schiffskapitän*in

Die Zukunftsaussichten als Kapitän*in stehen generell nicht schlecht: Durch die steigenden Zahlen an Schiffsflotten, aber den sinkenden Zahlen an Nachwuchs-Kapitänen*innen findet man in diesem Bereich derzeit rasch einen Job, der zudem überdurchschnittlich gut bezahlt wird und bei dem es schnell zu Beförderungen kommen kann. Generell gibt es einen signifikanten Gehaltsunterschied, der davon abhängt, welche Art von Schiff du lenkst. Als Kapitän*in eines Kreuzfahrtdampfers hast du bereits ein hohes Einstiegsgehalt von 6000 bis 7000 Euro monatlich, Tendenz steigend. Denn dein Gehalt steigt mit den Dienstjahren und du bekommst zusätzlich noch eine Menge weitere Zuschläge, wie beispielsweise für Sonn- und Feiertage, Nachtarbeit, Überstunden, ein 13. Monatsgehalt, sowie Jubiläumsvergütungen. Zudem sind die Reedereien in vielen Fällen auch bereit die Ausbildungskosten zu übernehmen, um die qualifizierten Kapitäne*innen schnell an die eigene Reederei zu binden. Das dürfte vor allem daran liegen, dass in der jüngsten Vergangenheit verabsäumt wurde, Nachwuchs auszubilden, wodurch derzeit ein großer Mangel an qualifizierten, gut ausgebildeten Kapitänen*innen herrscht und diese regelrecht abgeworben werden. Eine große Konkurrenz stellt hier allerdings der asiatische und osteuropäische Markt dar, wo man im Schnitt nur die Hälfte des Gehalts verdienen kann und jene Arbeitskräfte deshalb verstärkt in Europa Anstellung finden möchten.