Logopäde*in

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Wie werde ich Logopäde*in?

auch bekannt als Sprachtherapeut*in, Sprachwissenschaftler*in, Sprachwissenschafter*in

Fischers Fritz fischt frische Fische. Frische Fische fischt Fischers Fritz. Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid. Zungenbrecher sind für dich nicht nur eine lustige Herausforderung, sondern gehören irgendwie zu deinem Arbeitsalltag. Denn Logopäden befassen sich mit Störungen der Sprache und mit dem Sprechen im Allgemeinen. Das bedeutet du analysierst die Sprache, Kommunikation, Stimme und Betonung von Kindern und Erwachsenen und hilfst ihnen dabei Fehler zu korrigieren. Du stellst auf ärztliche Anordnung eine Diagnose oder machst diese eigenverantwortlich. Dafür führst du audiometrische Untersuchungen durch und stützt dich dabei auf die medizinische Fachrichtung der Phoniatrie. Wenn die Fehleranalyse abgeschlossen ist, stellst du einen individuellen Behandlungsplan auf und machst mit deinen Patienten Übungen, um die Störungen zu beheben. Das können Aufgaben zu Syntax. Grammatik, Lautbildung oder allgemein zum Wortschatz sein. Im Auftrag von Krankenkassen führst du auch Präventionskurse zu verschiedenen Themen durch. So zum Beispiel zu Entspannungs- und Atemtechniken oder spezielle Seminare für Berufssprecher. Bei manchen Patienten sprichst du dich mit Ergotherapeuten, Lehrern oder Ärzten ab, um einen geeigneten Therapieplan aufzustellen. Generell bist du ein Coach für Stimmbildung und Sprache.

Arbeiten als Logopäde*in

Wichtige Fähigkeiten als Logopäde*in

Als Logopäde bist du Experte für Stimme, Aussprache und alle Muskeln und Teile des Körpers, die für die Lauterzeugung verantwortlich sind. Wenn du sprichst, weißt du genau, durch welche Kontraktionen der Stimmbänder und Stellung der Lippen welcher Ton entsteht. Dein Werkzeug ist aber nicht nur deine eigene Stimme, sondern du nutzt auch Audiometer, Aufnahme- und Wiedergabegeräte, Stimmgabeln, Triangeln und Schlaghölzer für deine Behandlung. Mit all diesen Geräten musst du umgehen können und sie richtig anwenden. Neben fachlichem Wissen hast du auch pädagogische Kompetenzen, die du für deinen Unterricht benötigst. Da zu deinen Patienten Kinder und Erwachsene gehören, musst du deine Therapie anpassen. Auch je nach Charakter der behandelten Person gibt es unterschiedliche Ansätze. Manche Patienten lässt du Texte in unterschiedlichen Geschwindigkeiten vorlesen, mit anderen machst du Mund- und Zungenübungen, um die Muskulatur zu stärken. Für Kinder bereitest du spielerische Sprechübungen vor. Während der Therapie solltest du immer wieder reflektieren, ob die Behandlungsmethode zum gewünschten Ziel führt. Generell solltest du Geduld mitbringen und ein guter Zuhörer sein. Dabei musst du mehr auf die Aussprache und Betonung achten, als auf den tatsächlich gesprochenen Inhalt. Natürlich musst du selbst eine sehr gute Aussprache besitzen, damit du anderen Menschen bei der Sprecherziehung helfen kannst. Ein Teil deiner Behandlung umfasst auch das korrekte Vortragen der Laute.

Wie werde ich Logopäde*in?

Zunächst musst du dich fragen, ob du die medizinischen und persönlichen Voraussetzungen für diesen Beruf mitbringst. Sind dein Gehör, Mundraum und Kehlkopf in Ordnung? Hast du eine gute Körperhaltung, Stimme und Atmung? Arbeitest du gerne mit Menschen und scheust dich auch nicht vor engem Kontakt? Wenn du hinter all diese Fragen einen Haken setzen kannst, bist du deinem Ziel schon einen großen Schritt näher und kannst deine Bewerbung vorbereiten. In Deutschland kannst du zwischen einer Ausbildung an einer fachlichen Schule oder einem Studium an der Universität wählen. Die erste Möglichkeit der Ausbildung umfasst zusätzlich ein vorgeschriebenes betriebliches Praktikum und vereint damit Praxis und Theorie.

In Österreich zählt dieser Job ebenfalls zu den gesetzlich geregelten Gesundheitsberufen und hat deshalb einen festgelegten Bildungsweg. Für das universitäre Studium der Logopädie brauchst du nicht nur eine Hochschulzugangsberechtigung, sondern auch eine berufliche Qualifikation durch eine vorangegangene Lehre. Neben dem Studium solltest du dann auch schon erste Berufserfahrungen in logopädischen Praxen sammeln. Denn an der Universität wird dir vor allem das theoretische Wissen vermittelt.

Fortbildungen und Spezialisierungen

Als Logopäde kannst du dich allgemein entweder auf eine bestimmte Patientengruppe spezialisieren, oder auf einen bestimmten Bereich. In Österreich ist die regelmäßige Weiterbildung gesetzlich verpflichtend. Die Logopäden können zwischen verschiedenen Kursen wählen (z.B. manuelle Schlucktherapie oder Sprach- und Schluckstörungen bei Patienten mit Demenzerkrankung).

Zukunftsaussichten als Logopäde*in

Viele Logopäden machen sich nach einigen Jahren Berufserfahrung mit einer eigenen Praxis selbstständig. Zuvor findest du aber auch zahlreiche Anstellungsmöglichkeiten. Als Logopäde kannst du beispielsweise in Rehabilitationsanstalten, Krankenhäusern, Sonderkindergärten, Kuranstalten, Schulen oder in Forschung und Lehre arbeiten. Um für die zukünftigen Herausforderungen deiner Arbeit gerüstet zu sein, solltest du regelmäßig Fortbildungen besuchen und dich in Fachzeitschriften über neue Techniken und die aktuellen Themen in der Forschung informieren. In Österreich ist die Weiterbildung sogar gesetzlich vorgeschrieben. Wie viele andere Berufe aus dem Gesundheitswesen profitiert die Logopädie vom steigenden Altersdurchschnitt der Gesellschaft. Denn je älter die Menschen werden, desto häufiger treten Schluckbeschwerden und sprachliche Störungen auf. Vor allem in ländlichen Regionen ist der Bedarf an qualifizierten Fachkräften groß und wird in der Zukunft noch steigen.