Reiseleiter*in

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Tourismus, Gastgewerbe & Hotellerie

Wie werde ich Reiseleiter*in?

Reiseleiter*innen arbeiten vor allem im Auftrag von Reiseagenturen und Reiseveranstalter*innen. Sie begleiten Reisegruppen während der Reise (z. B. Studienreise, Städtereise, Wanderreise) oder betreuen sie an den Zielorten. Gemeinsam mit den Reiseveranstaltern planen und organisieren sie das Reiseprogramm und organisieren Übernachtungsmöglichkeiten sowie Beförderungsmittel (z. B. Bus, Zug, Schiff, Flugzeug). Während der Reise informieren sie die Reisegruppe über die Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten des Landes und stehen in diversen Notfällen, wie z. B. Erkrankung, Diebstahl, Probleme mit der Hotelbuchung oder dem Gepäck, ihren Kund*innen zur Seite.

Reiseleiter*innen haben Kontakt zu ihren Kund*innen, zu den Mitarbeiter*innen der Reiseagenturen sowie zu Fremdenführer*innen, Museumsführer*innen, Busfahrer*innen, Hotelpersonal usw.

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Arbeiten als Reiseleiter*in

Arbeitsumfeld

Reiseleiter*innen betreuen Reisegruppen während einer Reise. Sie wissen über Geschichte, Kultur, die politische und wirtschaftliche Situation und andere Besonderheiten der Reiseländer Bescheid. Sie stellen Touren und Führungen zusammen und koordinieren den Ablauf der Reise. Während der Reise führen Reiseleiter*innen die Reisegruppe zu Sehenswürdigkeiten, Museen, Ausstellungen usw. (detaillierte Führungen von Sehenswürdigkeiten dürfen nur geprüfte Fremdenführer*innen durchführen!). Auf Sport- und Abenteuerreisen leiten sie Touren (z. B. Wanderungen, Kajaktouren, Tauchtouren) in landschaftlich interessanten Gebieten.

Als Vertreter*innen der Reiseagentur kümmern sich Reiseleiter*innen um organisatorische Probleme. Sie sorgen z. B. für Ersatzunterkünfte, wenn ein Hotel ausgebucht ist oder wenn es Schwierigkeiten mit dem Gepäck oder den Beförderungsmitteln gibt. In Notfällen, z. B. bei Diebstahl oder Erkrankungen, stehen sie den Reiseteilnehmer*innen bei der Kommunikation mit Polizei, Behörden und Ärzt*innen hilfreich zur Seite.

Ein besonderer Bereich ist die Reiseleitung von Studienreisen, die von speziellen Reiseagenturen und akademischen Reisediensten angeboten werden. Auf geführten Studienreisen werden historisch und kulturell besonders interessante Orte besucht, auch solche, die für einzelne Privatpersonen kaum oder gar nicht zugänglich sind, z. B. Ruinen- und Tempelanlagen im Iran, in Jemen, Oman oder Nepal.

Reiseleiter*innen sind in der Regel auf bestimmte Reisegebiete und Reisearten spezialisiert. Sie bereiten sich sehr gut auf die durchzuführende Reise vor. Je nach Reiseziel holen sie Informationen über Impfvorschriften, Visabestimmungen, die politische und soziale Situation etc. ein. Sehr gute Fremdsprachenkenntnisse (auf jeden Fall Englisch) sind wesentliche Voraussetzungen für diesen Beruf.

Aufgaben

  • Ausflüge und Sightseeingtouren planen, Museen- und Ausstellungsbesuche organisieren
  • die Kund*innen über das Reiseland informieren
  • die Geschichte, Kultur, Geographie eines Landes veranschaulichen, auf Sehenswürdigkeiten vor Ort hinweisen
  • organisatorische Aufgaben erledigen: z. B. Flugtickets besorgen, Einreiseformulare verteilen, das Ver- und Entladen des Gepäcks kontrollieren, mit den Mitarbeiter*innen der gebuchten Hotel- und Transportbetriebe kommunizieren
  • Beschwerden der Reiseteilnehmer*innen entgegennehmen und klären, Fragen und Probleme behandeln, bei Behörden- und Arztbesuchen behilflich sein
  • Reiseausrüstung für die Reisegruppe zusammenstellen wie z. B. Literatur, Sprachführer, Karten und Stadtpläne, diverse Gerätschaften bei Sportreisen
  • Animationsprogramme, Unterhaltungs- und Kennenlern-Abende planen und durchführen
  • Reiseablauf dokumentieren, Reiseveranstalter auf dem Laufenden halten, an Nachbesprechungen teilnehmen

Arbeitsmittel und Ausrüstung

Reiseleiter*innen arbeiten mit Reiseliteratur, Sprachführern, Karten und Stadtplänen, Lexika und Wörterbüchern. Bei Sportreisen verwenden sie entsprechende Ausrüstungsgegenstände und Gerätschaften wie z. B. Wanderausrüstung, Kompass, Mobiltelefone, Funkgeräte, mitunter auch GPS-Geräte (Global Positioning System = Satellitennavigation). Sie führen diverse Unterlagen und Aufzeichnungen und dokumentieren die Reisen in Journalen und Reisetagebüchern.

Aus- & Weiterbildung

Ausbildung und Voraussetzungen

Die Ausbildung zum/zur Reiseleiter*in erfolgt in der Regel über Lehrgänge an Erwachsenenbildungseinrichtungen. Teilweise werden Reiseleiter*innen auch innerbetrieblich eingeschult, wobei der theoretische Unterricht durch eine praktische Anlernzeit im künftigen Einsatzgebiet ergänzt wird. Die Anforderungen, die an die Berufstätigkeit gestellt werden, sind sehr unterschiedlich und von den jeweiligen Reiseanbieter*innen bzw. Reiseorten und -arten abhängig.

Ein absolutes Muss für Reiseleiter*innen sind sehr gute Sprachenkenntnisse und eine gute Allgemeinbildung. Historisches Interesse und Kunst- und Kulturverständnis sind sehr hilfreich. Ein großer Vorteil für den Berufseinstieg ist auch, wenn bereits spezielle Länderkenntnisse mitgebracht werden (z. B. Personen, die länger in einem anderen Land gelebt, gearbeitet oder studiert haben).
Eine spezielle schulische oder universitäre Vorbildung ist nicht erforderlich, fachspezifische Vorbildungen beispielsweise im Tourismus erleichtern aber den Einstieg.

Der Beruf des Reiseleiters/der Reiseleiterin bietet weiters sehr gute Möglichkeiten für Student*innen/Absolvent*innen diverser Studienrichtungen (Sprachstudien, Kulturgeschichte, Ethnologie, Sportwissenschaften etc.), im Besonderen dann, wenn Kulturreisen oder Studienreisen veranstaltet werden und Spezialwissen gefragt ist (z. B. Reisen zu Ausgrabungsstätten, Fernostreisen). Für Animationsurlaube oder Badeferien in großen Urlaubsgebieten mit Kinder- und Jugendbetreuung sind auch pädagogische Fähigkeiten Voraussetzung.

Wichtige Ausbildungsinhalte:

  • Tourismus- und Freizeitwirtschaft
  • Reiseleitung
  • Rhetorik und Kommunikation
  • Fremdsprachen
  • Organisation
  • Terminplanung, Terminkoordination
  • Dokumentation
  • Kundenberatung und -betreuung

Weiterbildung und Spezialisierungen

Neben dem Erweitern der Fremdsprachenkenntnisse sind z. B. Weiterbildungsmöglichkeiten in den Bereichen Tourismuslogistik und Mobilitätsmanagement möglich.
Das Berufsförderungsinstitut (bfi) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) bieten interessante Weiterbildungskurse an.

Kollegs und diverse Fachhochschulstudiengänge, Universitätsstudien und -lehrgänge im Tourismusbereich stellen weitere Fortbildungsmöglichkeiten für Reiseleiter*innen dar.