Rohstoffingenieur*in

Chemie & KunststoffeUmwelt, Energie & Rohstoffe

Wie werde ich Rohstoffingenieur*in?

auch bekannt als Ingenieur*in für Markscheidewesen

Hast du dich schon einmal gefragt, wo die metallischen Bestandteile deines Handys herkommen und woraus die Batterien von Elektroautos bestehen? Fragst du dich, was Bergbau und nachhaltige Technologien miteinander zu tun haben und wie du einen Beitrag zur Bewältigung der Klimakrise leisten kannst? Dann ist das Rohstoffingenieurwesen womöglich genau dein Fachgebiet! Als Rohstoffingenieur*in planst, organisierst und überwachst du den Abbau und die Veredelung von mineralischen Rohstoffen. In aufwändigen Produktionsschritten werden diese Schätze der Natur in physikalisch-chemischen Verfahren umfangreich aufgearbeitet. Beschäftigte in diesem Berufsfeld managen Rohstoffprojekte, leiten Bergbaubetriebe, befassen sich auch mit Vermessungs- und Markscheidewesen und sind Spezialisten*innen für Hohlraum- und Tunnelbau. Außerdem können die Produktion von Feuerfestmaterialien, Baustoffen, Glas, Keramik und die Veredelung von Roh-Grundstoffen in High Tech Materialien zu möglichen Tätigkeitsbereichen innerhalb des Rohstoffwesens zählen.

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Arbeiten als Rohstoffingenieur*in

Wichtige Fähigkeiten als Rohstoffingenieur*in

Grundsätzlich solltest du für den Job als Rohstoffingenieur*in Freude und Interesse an naturwissenschaftlichen und technischen Themen haben. Zu deinen Hauptaufgaben zählen die Durchführung diverser Berechnungen und Vermessungen, daher solltest du mathematisches Grundverständnis, analytische Fähigkeiten und räumliches Vorstellungsvermögen mitbringen. Damit du problemlos Vermessungen und andere Arbeiten, die zeitweise im Freien unter teils extremen klimatischen Bedingungen stattfinden, durchführen kannst, solltest du über ein gewisses Maß an körperlicher Fitness und Ausdauer verfügen. Außerdem solltest du eine schnelle Reaktionsfähigkeit und analytisches Denkvermögen besitzen und schwindelfrei sein.

Wie werde ich Rohstoffingenieur*in?

Wenn du Rohstoffingenieur*in werden willst, gibt es viele Möglichkeiten, dich ausbilden zu lassen. Es gibt beispielsweise HTLs, die die Fachrichtung für die Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen anbieten. Manche Universitäten und Fachhochschulen bieten auch ein Studium des Rohstoffingenieurwesens an. Hier lernst du technische Grundlagen, die du dann im Masterstudium der Rohstoffgewinnung vertiefen kannst.

Fortbildungen und Spezialisierungen

Als Rohstoffingenieur*in arbeitest du in einem Feld, welches rascher technologischer Entwicklung unterworfen ist und laufende Weiterbildung deshalb unumgänglich ist.

Der österreichische Bergbau hat Tradition, doch er steht auch im Wandel der Digitalisierung. Die Digitalisierung macht auch vor traditionell geprägten Berufsbranchen keinen Halt. Dies bedarf eine adäquate und zukunftsorientierte Fortbildungsmöglichkeit. Die österreichische Bildungs- und Weiterbildungslandschaft genießt weltweites Ansehen. Neben den hochqualifizierten HTL Angeboten, die einen Grundstein für den weiteren Werdegang legen können, verhelfen vor allem universitäre Hochschul-Angebote zum Feinschliff. Ein gutes Beispiel dafür ist die Montanuniversität Leoben. Das internationale Ansehen dieser Universität spiegelt sich im weltweiten „Shanghai Ranking“ wider. In der Wertung “Global Ranking of Academic Subjects“ mit dem Fachbereich Metallurgie erreichte die Steirische Universität den 15. Platz. Dieser ist mit dem 2. Platz nach europäischer Wertung gleichzusetzen. Mit dem größten Eisenerz-Abbaugebiet Mitteleuropas, das Erzgebirge Eisenerz, liegt die Montanuniversität Leoben geografisch perfekt. Seit etwa 400 Jahren wird in dieser Region Bergbau betrieben. Der Erzabbau verhalf der ehemals wirtschaftsschwachen Region zu einem großen Aufschwung. Vor allem das Engagement der Werke der Voestalpine und der Montanuniversität Leoben sorgen für den Fortbestand des Bergbaus. Jährlich werden etwa 12 Millionen Tonnen Gestein gewonnen und zu 3 Millionen Tonnen Feinerz verarbeitet. Als Rohstoffingenieur*in hast du die Möglichkeit, dich umfassend weiterzubilden. Wenn du dich im Ausland auf eine Stelle bewerben möchtest oder in internationalen Teams tätig sein willst, bestehen umfangreiche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Fremdsprachenerwerb. Da die Erschließung von Rohstoffquellen nicht zuletzt mit einem Eingriff in die Natur verbunden ist, kannst du entsprechendes Wissen in einer Weiterbildung im Sprengingenieurwesen erlernen.

Zukunftsaussichten als Rohstoffingenieur*in

Als Rohstoffingenieur*in kannst du in verschiedenen Branchen arbeiten, Tätigkeitsfelder gibt es beispielsweise in der Forschung, im Vertrieb oder in der Umwelt- und Recyclingbranche. In Österreich gibt es einige Unternehmen von Weltrang, die im internationalen Rohstoffwesen tätig sind.