Arbeiten als Speditionskaufmann/-frau

Als Speditionskaufmann organisierst du Gütertransporte und beauftragst Transportunternehmen mit der Beförderung von Gütern auf unterschiedlichen Transportwegen, zum Beispiel via LKW, Zug, Frachtschiff oder –flugzeug. Wenn Betriebe über einen eigenen Fuhrpark verfügen, organisierst du intern den Warentransport. Deine Aufgaben umfassen beispielsweise: Beratung von Kunden, Auftragsannahme bis zur kompletten Abwicklung von Transportaufträgen. Du berätst auch in Hinblick auf passende Verpackungsmethoden, optimale Nutzung der Ladekapazitäten und günstigste Fahrtrouten. Zudem kalkulierst du die dabei entstehenden Kosten für die Logistik, bist für die Erstellung von Transport- und Zollpapieren verantwortlich und administrierst den Auftragsablauf. Dabei stehst du immer in direktem Kontakt mit deinen Kunden. In Betrieben, die Logistikleistungen anbieten, sind neben den Betriebslogistikkaufleuten oft auch die Speditionskaufleute dafür zuständig, dass Waren korrekt gelagert und auftragsgemäß ausgeliefert werden. Die Berufe im Bereich Spedition sind also in der Regel mit hoher Verantwortung verbunden, da unterschiedliche Unternehmen auf dich angewiesen sind und dir ihre Warensendungen anvertrauen.

Q&A mit Michaela Duzic

Lehrling Speditionskauffrau bei Kühne + Nagel Ges.m.b.H.

Warum hast du dich für deinen Beruf entschieden?

Ich würde mich definitiv wieder für den Lehrberuf Speditionskauffrau entscheiden. Ausschlaggebend für meine Berufswahl war die Vielfältigkeit dieses Berufes. Der Arbeitsalltag in dieser Branche besteht aus sehr viel Abwechslung und vielen neuen Herausforderungen. Kein Auftrag gleicht dem anderen. Man wird immer wieder angeregt, lösungsorientiert zu denken und zu handeln. Durch die Rotation während der Lehrzeit innerhalb der einzelnen Abteilungen bekommt man einen tollen Einblick in die Tätigkeiten einer Speditonskauffrau, sodass man sowohl den Ablauf einer Containerverschiffung als auch die Einplanung eines LKWs kennenlernt. In der Berufsschule festigt man zusätzlich noch seine geografischen Kenntnisse, die des Öfteren von Freunden beneidet werden. Einer der tollsten Dinge ist auch, dass man als Schnittstelle fungiert und so ständig im Kontakt zu Menschen steht – nicht nur mit den eigenen Kollegen und den Kunden sondern auch mit den Fluglinien, Frächtern oder Reedereien.

Wie wichtig ist dir Teamwork?

Grundsätzlich arbeitet man alleine an seinen Sendungen, jedoch treten immer wieder Situationen auf, in denen wir auf die Zusammenarbeit mit Kollegen angewiesen sind. Vor allem im Übersee-Bereich arbeitet man mit Kollegen auf anderen Kontinenten zusammen, schließlich muss sich ja jemand um die Sendung kümmern, wenn diese im Bestimmungsland eintrifft. Aber auch firmenintern mit anderen Abteilungen wird des Öfteren zusammengearbeitet. Beispielsweise plane ich die Zustellung der Luftfrachtsendung, die ich zurzeit bearbeite, mit meinen Kollegen aus der Landverkehrsabteilung anstelle mit einem Fremdspediteur. So kommt es auch zu Aufträgen, bei denen man mit den Kollegen in anderen Niederlassungen Österreichs kooperiert. Bekommt man einen Auftrag von einem Kunden und muss Ware beispielsweise in Wien abholen, geben wir den Auftrag über die Abholung an unsere Wiener Kollegen weiter und kontrollieren lediglich den Sendungsverlauf und ob die Sendung auch zeitgerecht unterwegs ist.

Würdest du deinen Beruf deinem eigenen Kind empfehlen ?

Eine der Besonderheiten dieses Lehrberufes ist, dass man bereits als Lehrling immer wieder vor Herausforderungen steht. In der Lehrzeit lernt man vor allem, dass man lösungsorientiert denkt, selbstständig arbeitet und sich im Zeitmanagement übt. Dies sind genauer betrachtet Eigenschaften, welche man auch gut im Leben brauchen kann. Vielleicht mag anfangs der Stress ein bisschen abschrecken, aber man lernt die Dinge nach ihrer Priorität einzuschätzen und wird so stressresistenter. Obwohl mein Arbeitsalltag hauptsächlich im Büro stattfindet, stehe ich des Öfteren mit vielen Menschen (Kunden aber auch Frächtern etc.) in Kontakt, was immer wieder Abwechslung in den Büroalltag bringt. Man entwickelt ein enormes Wissen beispielsweise der Geografie, was auch im Privatleben immer wieder von Vorteil sein kann. Nachdem der Lehrberuf sehr facettenreich und interessant ist, kann ich mir vorstellen, diesen meinen Kindern zu empfehlen.

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