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Frank BuschmannSportmoderator und Kommentator

“Meine Visitenkarte ist grob formuliert meine Stimme und mein Aussehen.” Kein Wunder also, dass für Frank Buschmann, Sportmoderator und Kommentator, die Druckversion überflüssig ist. Selbst einst Profisportler, kann er heute sein Hobby weiterführen: “Ich darf das tun, wo ich Spaß dran hab’. Und das ist das Beste und das ist für mich der Antrieb für meinen Job.”

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Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich!

Ich würd’ dem 14-jährigen Buschi mit auf den Weg geben, etwas gelassener an Dinge ranzugehen und nicht immer mit dem Kopf durch die Wand zu gehen. Würd’ ihm aber dann als zweiten Ratschlag gleich mit geben: Aber hab’ Feuer! Also lauf’ auch hin und wieder ruhig mal gegen die Wand, hol’ dir ne Beule, steh’ wieder auf. Das Umfallen ist nicht schlimm - das Wiederaufstehen ist entscheidend. Also das wären so die Punkte, die ich mit auf den Weg geben würde. Ansonsten muss ich euch alle fürchterlich enttäuschen - ich würde den Weg zu 100 Prozent genau wieder so gehen.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Gar nix, das ist tatsächlich so. Weil ich keine Visitenkarte habe. Hätt ich eine, würde ich draufschreiben: Mein Name ist Frank Buschmann… Ne würd’ ich nicht schreiben, man schreibt da glaub’ ich: Frank Buschmann, Sportmoderator und -kommentator. Aber meine Visitenkarte ist - grob formuliert - meine Stimme und mein Aussehen. Weil ich nämlich total gut aussehe.

Was ist das coolste an Deinem Job?

Naja, das Coolste an meinem Job ist schlicht und ergreifend, dass ich mein Hobby und teilweise auch meine Profession - weil ich sportlich ganz gut unterwegs war, weil ich Profisport gemacht hab’ - ich hab’ das fortführen können. Ich tue weiterhin das was ich liebe. Das Coole an meinem Job ist aber auch mittlerweile, dass ich ganz, ganz viel mit jungen Menschen in Kontakt komme. Die mich fragen “Buschi, wie geht das denn”. Ich setz’ mich mit denen hin, trink’ ein Bierchen, ess ein Eis, oder ich weiß nicht was und erzähle denen einfach, wie´s bei mir gelaufen ist. Und erzähle denen etwas von Leidenschaft und Begeisterung. Und das liegt für mich im Sport. Und deshalb find’ ich das extrem cool. Ich bin nicht der Typ, der sagt: Boah, ich darf Dirk Nowitzki interviewen, ich darf Bastian Schweinsteiger als Co-Kommentator haben. Das ist die Sahne, Schlagobers oben drauf. Das ist nicht entscheidend. Ich darf das tun, wo ich Spaß dran hab’. Und das ist das Beste und das ist für mich der Antrieb für meinen Job.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Natürlich muss ich damit leben, dass ich nicht mehr normal in den Urlaub fahren kann. Ich kann nicht mehr normal an den Flughafen gehen, mich hinsetzen, in der Nase bohren und keiner sieht´s, und keiner spricht mich darauf an. Ich muss damit leben, dass Leute, wenn ich beim 17. Autogramm im Urlaub mit meiner Familie, wenn ich zu einem erwachsenen Mann sage: Sorry, ich bin im Urlaub. Ich muss damit rechnen, dass der sich wegdreht und sagt: Was für ein arroganter Sack. Du kommst nirgendwohin in keinem Job, so nach dem Motto: Ich lass’ mal easygoing hier an den Start kommen und wird schon und ich bin King of Currywurst. Das funktioniert nicht. Alles was erstrebenswert erscheint, was erfolgreich erscheint und ist, ist mit viel harter Arbeit und Engagement verbunden.

Worum geht es in Deinem Job?

In meinem Job geht’s in allererster Linie, vordergründig darum, den Leuten Spaß an Sportereignissen zu vermitteln. Da ist völlig egal, ob ich in der Funktion oder Rolle als Moderator unterwegs bin oder in der Funktion als Kommentator unterwegs bin. Für mich ist die Aufgabe den Leuten das zu transportieren, was man beim Sport schauen empfinden sollte, in meiner Sicht zumindest. Das heißt: Emotionen verspüren. Und das versuch’ ich zu vermitteln. Wenn ich kommentiere, was mein Job hauptsächlich ist, dann darf ich mich selbst nicht wichtiger nehmen als das was da passiert. Und, wenn ich aber schaffe, das Ereignis was abläuft, ein bisschen interessanter zu gestalten, vielleicht auch ein langweiliges Spiel ein bisschen interessanter zu machen, ohne es schön zu reden, dann hab’ ich meinen Job erfüllt. Ein guter Sportreporter sollte in meinen Augen das Zeug fressen. Das heißt, ich hab eigentlich nie frei. Das bedeutet für mich, dass ich alles was im Netz steht lese. Dass ich sehr viel TV schaue, sehr zum Leidwesen meiner Frau. Und das bedeutet übrigens auch, dass ich mit Trainern - wenn ich zu Spielern gute Zugänge habe, auch mit Spielern - telefoniere und spreche. Müsste ich mir Fragen ausdenken, wenn ich jetzt mit Matthias Sammer und neulich Dirk Nowitzki da sitze und müsste mir die aufschreiben, würde ich ja der Gefahr unterliegen meinen Fragenkatalog abzuarbeiten. Das ist das Schlimmste was es gibt im Fernsehen. Ich muss doch zuhören! Das heißt, ich führ’ ein Interview und ich höre zu. Und dann reagiere ich auf das was mein Interviewpartner antwortet. Zur Not schmeiß’ ich den Zettel mit meinen vorgearbeiteten Fragen übrigens weg. Ich muss auf das eingehen, was in dieser Interaktion passiert. Das ist ganz entscheidend.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Ich muss für mich als allererstes entscheiden, was interessiert mich. Das war in meinem Werdegang sehr früh, neben der schulischen Laufbahn. Da kann ich nur jedem empfehlen, in Österreich sagt man Matura, bei uns in Deutschland sagt man Abitur, das erstmal zu machen, wenn’s irgendwie möglich ist. Es gibt nicht diesen Königsweg. Ich hab’ mich sehr früh gefragt, ist der Sport das, was dein Leben bestimmen soll. Nun hab ich Profisport betrieben, da war der Werdegang relativ klar, nach dem Abitur entweder die Profilaufbahn bis zum geht nicht mehr ausreiten oder aber einen anderen Weg gehen. Nun war ich nicht ganz so gut, dass ich die nächsten 10 Jahre nach meiner Basketballlaufbahn davon hätte leben können. Also war klar, finde auch nen anderen Weg. Das war für mich der Journalismus. Und dann bedeutet das Eigeninitiative, Eigenengagement. Wenn ich darauf gehört hätte, was die Freunde meiner Eltern gesagt haben. Die Freunde meiner Mutter, die haben gesagt: Lass den Jungen doch was Anständiges werden. Lass ihn Medizin, Jura, Betriebswirtschaft, sonstwas machen. Interessiert mich einen feuchten Pups. Mich interessiert Sport. Und damit kann ich auch nen Weg gehen. Und heute sagt keiner mehr, wärst du doch Arzt, Rechtsanwalt oder Betriebswirtler geworden. Keiner sagt das mehr. Alle sagen: Boah, geil. Weil ich das von Anfang an wollte. Ich hab’ immer gesagt: Doch, ich kann - ich will - und ich werde. Und ich hab getan.

Ginge es auch ohne Deinem Werdegang?

Entscheidend ist Talent. Entscheidend ist Überzeugung. Es ist nicht jeder automatisch besser in meinem Job der Matura hat, Abitur. Der ein abgeschlossenes Hochschulstudium hat, der 23 Praktika gemacht hat, der ein Voluntariat gemacht hat. Und irgendwann bei öffentlich-rechtlichen Sendern nen Redakteursvertrag bekommen hat. Ich hab das überraschenderweise alles nicht. Und es ist gegangen. Es ist entscheidend, was du kannst, was du willst und wie konsequent du das verfolgst. Leider gehört sowas wie Talent, zumindest in meinem Job, auch dazu. Das ist unabdingbar. Wenn du erkennst, ok ich komme da nicht weiter, musst du dir vielleicht nen anderen Weg überlegen. Nur, geh nicht zurück beim ersten Gegenwind. Wenn dir einer sagt: Das wird nix mit dir. Nicht sofort sagen: Nein. Sondern verfolge das, wo du dran glaubst, ganz intensiv. Und dann kannst du was erreichen.

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