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Fritz JergitschGründer
Karriere Level
Führungskraft

“Ich würde auf jeden Fall raten, sich weniger vom Wunsch nach Karriere und mehr von den eigenen Interessen leiten zu lassen“, würde Fritz Jergitsch, Gründer von Die Tagespresse, seinem 14-jährigen Ich mit auf den Weg geben. Auf seinem Onlineportal werden satirische Fakeartikel zu tagespolitischen Ereignissen veröffentlicht. “Das Coolste ist eigentlich diese Freiheit, die ich hab, dass ich die Mächtigen vor einem Publikum kritisieren kann und das vermeintliche Fehlverhalten, so wie ich es erkenne, aufzeigen kann.“

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Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich!

Ich will auf jeden Fall noch eine, ich werde auf jeden Fall raten, noch eine Fremdsprache außer Englisch zu lernen, möglichst viele Menschen zu treffen, kennenzulernen, und sich weniger vom Wunsch nach Karriere und ein bisschen mehr von den eigenen Interessen leiten zu lassen.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Auf meiner Visitenkarte würde draufstehen: Fritz Jergitsch, Gründer und Herausgeber die Tagespresse und freier Autor.

Was ist das coolste an Deinem Job?

Das Coolste ist eigentlich diese Freiheit, die ich habe, dass ich eigentlich die Mächtigen in dem Land vor einem Publikum kritisieren kann und sie ein bisschen mit Schmutz bewerfen kann und sie quasi, oder quasi ihr Fehlverhalten aufzeigen kann vor so vielen Leuten. Das ist eigentlich ein wahnsinniges Privileg und Glück, das ich habe, das die Seite einfach so groß geworden ist, das ist das coolste an dem Job, dass ich eben vor so vielen Leuten das Fehlverhalten oder das vermeintliche Fehlverhalten, so wie ich es erkenne, aufzeigen kann.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Die Einschränkungen sind, dass man eigentlich ständig auf Achse sein muss. Also ich informierte mich eigentlich jeden Tag, muss jeden Tag zumindest ein bisschen was machen. Erst letzte Woche hatte ich Urlaub und habe dann einen einzigen Tag lang zum ersten Mal in, seit über einem Jahr wirklich abschalten können und einen Tag lang einfach gar nichts gemacht, nicht einmal im Internet geschaut. Also man muss, man ist wirklich ständig in diesem Rad drinnen und es ist schwer, da herauszukommen und einfach mal zu sagen: heute mache ich, beantworte ich keine E-Mails, lese keine Nachrichten, veröffentliche keinen Artikel, schreibe keinen Artikel. Das geht halt leider nicht, weil online gibt es keine Redaktionszeiten, keinen Redaktionsschluss. Online passiert halt ständig etwas und da muss man halt immer schauen, dass man quasi an der Front bleibt.

Worum geht es in Deinem Job?

Eine Tagespresse ist eine Satire-Zeitung. Bei Satire geht es prinzipiell darum, Kritik zu äußern, in dem man durch das Werkzeug der Übertreibung, sprich, ich nehme eine Situation her, die mich verärgert, zum Beispiel eine politische Entscheidung, und überlege mir, was genau mich daran ärgert und übertreibe dann diesen einen Faktor so in das lächerliche, dass sie gerade noch plausibel wirkt und mache halt diese negative Seite dadurch sichtbarer. Das ist prinzipiell, dass die Grund, der Grundmechanismus dahinter satirisch steckt und das machen wir eben im Internet. Also wir schreiben sogenannte Fake-News-Artikel, in denen wir uns einfach lustige Geschichten zum aktuellen Tagesgeschehen überlegen. Und meine Aufgabe dabei, ich habe die Seite gegründet, und bin jetzt noch Herausgeber und Chefredakteur. Also die Tagespresse, das ist ein, dahinter steht ein drei-Mann-Team. Wir haben aber kein Büro, wir kommunizieren ausschließlich über E-Mail. Die anderen beiden sind auch ebenso wie ich freie Autoren und schreiben vielleicht so fünf bis zehn Stunden die Woche für die Tagespresse. Auch ich arbeite von zuhause, oder gehe auch mal ins Café oder irgendwo ins Freie, wo ich Internet habe. Also das Ganze ist ein sehr, sehr loses Unternehmen, weil es eigentlich wirklich nur im Internet existiert.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Also geboren bin ich in Wien, aufgewachsen in Wien-Meidling, bin auch dort zur Schule gegangen. Danach habe ich, also nach der Matura habe ich dann in Holland studiert, drei Jahre lang und habe Wirtschaftspolitik gemacht in Utrecht und habe dann in meinem letzten Semester, das war 2013, Frühling 2013, die Tagespresse gegründet, so aus (unverständlich 00:03:58) hinaus, heraus, und betreibe jetzt eben seitdem die Tagespresse, hab dazwischen, noch am Anfang der Tagespresse, zwei Praktika gemacht und bin aber seitdem eigentlich als selbständiger Autor und eben Betreiber der Tagespresse tätig.

Ginge es auch ohne Deinem Werdegang?

Das ist eine Frage, auf die man weder mit ja und nein antworten kann. Also mein konkretes Studium in Wirtschaftspolitik hätte ich jetzt nicht unbedingt gebraucht für Satire, aber das Studium hat mir schon gewisse Denkweisen vermittelt, hat mir schon gezeigt, wie man kritisch denkt, wie man analytisch denkt und das hätte mir natürlich auch ein Ju-Studium vermitteln können, oder ein Philosophie-Studium. Insofern denke ich schon, dass ein Universitätsstudium wichtig war, aber vielleicht nicht unbedingt das, das ich im Endeffekt gemacht habe. Was man braucht für diesen Job, ist auf jeden Fall ein sehr detailliertes Wissen über Aktuelles, über aktuelle und vergangene Geschehnisse, man muss selbst Bescheid wissen über Innen- und Außenpolitik, man braucht generell viel Allgemeinbildung, würde ich sagen, und braucht dann obendrein eben noch Kreativität, um aus diesem ganzen Fundus und Wissen, und den ganzen Dingen, die so passieren, um daraus eben die Witze zu machen. Witze sind ja unerwartete Verbindungen sozusagen und man muss eben durch Kreativität diese unerwarteten Verbindungen erkennen und kann dann so die Witze machen.

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