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Hansi HansmannBusiness Angel

“Ich kann jungen, motivierten und fähigen Leuten dabei helfen, ihr Geschäftsmodell zu entwickeln und damit ihre Träume zu verwirklichen.” Das ist für Hansi Hansmann das Coolste an seiner umfassenden Tätigkeit als Business Angel. Neben Erfahrung und Geld investiert er vor allem Zeit: “Wenn eines meiner Startups von mir Rat oder Hilfe braucht, wissen sie, dass sie am selben Tag von mir eine Antwort bekommen.”

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Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich!

Also erstens würde ich meinem 14-jährigen Ich raten, so viel und so schnell wie möglich ins Ausland zu gehen. Drei Monate, noch besser sind sechs, noch besser ist ein Jahr, noch besser sind zwei Jahre in zwei unterschiedlichen Ländern. Es ist so wichtig, andere Sprachen zu lernen - und gut zu lernen - und das kann man am besten in einem anderen Land, sondern auch, sich in einem anderen Kulturkreis zu behaupten und zu verstehen, wie Personen in einem anderen Kulturkreis ticken und was anders ist im Vergleich zu anderen. Man wird toleranter, man öffnet seinen Horizont. Das zweite, das ich mir raten würde, ist träume immer groß. Nur wenn man groß träumt, hat man auch die Chance, große Dinge zu machen. Und das dritte, was ich mir raten würde ist, mich mit Leuten zu umgeben, die intelligenter sind als ich selbst Weil nur so kann man wirklich etwas lernen.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Ja ich habe mehr als 20 verschiedene Visitenkarten, weil ich an sehr vielen Firmen beteiligt bin und dort auch zum Teil mitarbeite. Auf diesen Visitenkarten steht normalerweise entweder Dr Hansi Hansmann oder Dr Johann Hansmann oder auch nur Hansi Hansmann. Als Jobtitel steht dabei entweder Gesellschafter oder Partner oder Board Member. Was nicht draufsteht ist meine wirkliche Berufsbezeichnung, nämlich Business Angel.

Was ist das coolste an Deinem Job?

Das coolste an meinem Job ist, dass ich in meinem Alter die Möglichkeit habe, sehr viel mit jungen Leuten zusammen zu sein. Ich kann jungen, motivierten und fähigen Leuten dabei helfen, ihr Geschäftsmodell zu entwickeln und damit ihre Träume zu verwirklichen und da bin ich Teil davon und das ist wirklich cool.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Also normalerweise würde ich sagen, dass mein Job grundsätzlich ganz wenige Einschränkungen mit sich bringt, weil ich ja nicht operativ tätig bin und mir die Zeit einteilen kann. Bei mir ist halt das spezielle Problem, dass ich so viele Startup Beteiligungen habe, dass einfach nicht mehr genügend Zeit da ist, um andere Dinge zu genießen. Ich fahre sehr gerne mit dem Rad, mit dem Mountainbike - seit ein, zwei Jahren habe ich das Gefühl, das kommt ein bisschen zu kurz.

Worum geht es in Deinem Job?

Also in meinem Job geht es darum, dass ich versuche, jungen Gründern, die eine gute Geschäftsidee haben, die Leidenschaft und Ausdauer haben, die auch die grundsätzlichen Fähigkeiten und Voraussetzungen haben, Unternehmer zu sein, denen aber natürlich die Erfahrung fehlt und normalerweise auch das Geld - dass ich ihnen diese beiden Dinge gebe. Das heißt, ich finanziere und ich finanziere das Unternehmen mit. Ich helfe meinen Startupunternehmen dabei, die richtigen Leute zu finden, Finanzierungsrunden zu bekommen, sie mit Organisationen in Kontakt zu bringen, ich pflege auch politische Kontakte, um die Startupszene in Österreich weiter voranzutreiben. Ich habe die AAIA gegründet, die Austrian Angel Investors Association, wo ich auch anderen Personen, die potenziell Business Angels sein können, sprich, dass sie Erfahrung als Unternehmer und/oder Manager haben, eventuell die Zeit haben, weil sie in Pension sind und auch das Geld haben, das sie investieren können zeige, wie man Business Angel sein kann und ich werde sehr oft zu Keynotes, bzw. Vorträgen eingeladen oder sitze auf Diskussionspanels. Das nimmt in der Zwischenzeit einen durchaus nicht zu kleinen Teil meiner Zeit ein. Mein Alltag ist dadurch, dass ich an vielen Startup Unternehmen beteiligt bin, sehr intensiv. Ich arbeite deutlich mehr als ich mir das vorgestellt habe vor einigen Jahren, aber es ist eben so, wenn man die Entscheidung fällt, Beteiligungen einzugehen, bekommt das eine eigene Dynamik und solange diese Unternehmen gut gehen und wachsen und größer werden wird auch mein Aufgabengebiet eher größer als kleiner. Ich arbeite sehr viele Stunden in der Woche, weil ich praktisch immer online bin. Wenn eines meiner Startups Rat oder Hilfe braucht, wissen die, dass sie am selben Tag von mir eine Antwort bekommen. Das heißt, ich schaue mir regelmäßig meine Emails an, auch noch um Mitternacht. Aus meiner spanischen Zeit bin ich es gewohnt, erst nach Mitternacht schlafen zu gehen und ich arbeite sehr gern um zwölf oder eins oder zwei in der Nacht. Wahrscheinlich arbeite ich sicher zehn bis zwölf Stunden jeden Tag.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Ich wurde 1951 geboren in Wien und habe dann später gewechselt auf eine HTL, eine Höhere Technische Lehranstalt, wo ich Maschinenbau gemacht habe und dort auch dann die Matura. Nach dem Bundesheer habe ich an der Wirtschaftsuniversität Wien studiert. Ich habe während der Wirtschaftsuniversität schon gearbeitet, als Lehrer für Erwachsene in Buchhaltung und für Maschinenschreiben. Es hat mir immer sehr viel Spaß gemacht, als Lehrer zu arbeiten. Und als ich meinen ersten Job gesucht habe Ende der 70er Jahre eine durchaus nicht uninteressante Zeit für Jobsuchende. Ich wusste nicht so ganz genau, was ich machen wollte und habe eine Kleinanzeige in den Kurier gegeben. "Junger dynamischer Managertyp, HTL, Wirtschaftsuniversität, sucht Herausforderung" und ich habe über 200 Bewerbungen von Firmen bekommen, die mich haben wollten. Also damals war der Jobmarkt ein anderer als er heute ist. Und ich habe mich dann entschieden für eine kleine Firma in Vorarlberg. Man würde heute Startup dazu sagen, damals gab es diesen Begriff noch nicht wo ich im Prinzip, wie man in einer kleinen Firma eben beginnt, Mädchen für alles war aber ganz stark im Vertrieb, bzw. im Verkauf eingesetzt war, meine Spezialität auf der Wirtschaftsuni war auch Marketing und Vertrieb. In meiner beruflichen Laufbahn habe ich so ziemlich alles durchgemacht, das heißt, ich war sowohl in einem Kleinunternehmen wie in diesem Unternehmen in Vorarlberg und bin dann in den 80er Jahren in die Pharmaindustrie gewechselt, wo ich in Wien für einen britischen Pharmakonzern gearbeitet habe und dort im Lauf von einigen Jahren sozusagen Karriere gemacht habe. Und das war, was man heute nennt Top Executive in Multinational Companies. Ich hab damals in Deutschland, dann in England und viele Jahre in Spanien gearbeitet. In Spanien, in Madrid, habe ich mich Anfang der 90er Jahre, Mitte der 90er Jahre, selbstständig gemacht und zwar damit, dass meine Pharmafirma von einer anderen Firma gekauft worden ist. Das war für mich eine große Opportunity und ich habe zusammen mit zwei meiner Kollegen das Produktionswerk meiner Firma in einem Management-Buyout rausgekauft und hab mich dann mit einer Pharmafirma selbstständig gemacht. Diese Firma habe ich dann mehrere Jahre lang geführt, wir sind sehr stark gewachsen und ab 2003 sie in einzelnen Teilen verkauft. Das heißt, ich war nach meiner Karriere als Manager Unternehmer, das war durchaus eine sehr erfolgreiche Sache, ich habe dann auch sehr erfolgreich verkauft und habe dann mehrere Jahre noch in Madrid investiert in andere Firmen - alle möglichen - ich habe eine große Diskothek und eines der größten Restaurants von Madrid besessen. Ich habe in Forschung und Entwicklung investiert, ich habe eine Firma gegründet, bzw. begleitet, die sich mit der Stammzellenentnahme aus dem Nabelschnurblut befasst. Insgesamt wieder 8 bis 10 Firmen bis ich 2007, 2008 zusammen mit meiner Frau beschlossen habe wieder nach Wien zurückzugehen. Ich war dann eine Zeit lang halb in Wien, halb in Spanien, weil ich ja in Spanien noch meine Firmenbeteiligungen hatte, aber dann mit der Zeit abgebaut habe und ungefähr 2009, 2010, habe ich mich mit der Frage auseinandergesetzt, was ich denn jetzt in Wien machen werde. weil eigentlich habe ich hier ja nichts zu tun. Ich hab dann zufällig zwei Startup-Beteiligungen, eine aus Madrid, eine aus München begonnen, und habe mir gedacht, das ist eigentlich ganz toll, das hat mir eigentlich großen Spaß gemacht und ich möchte so etwas von Wien aus machen und hab die damals eigentlich noch nicht existierende Startupszene lange gesucht und hab - die Geschichte ist ja eh schon ein bisschen bekannt - dann in den letzten dreieinhalb, vier Jahren dann mehr als 25 Startup Unternehmen, wo ich mich beteiligt habe und die ich finanziert habe und wo ich immer noch beteiligt bin, sodass ich sozusagen am Höhepunkt meiner Karriere Business Angel geworden bin.

Ginge es auch ohne Deinem Werdegang?

Also ohne meinen Werdegang ginge es ganz sicher nicht. Business Angel kann man nur sein - nämlich wie ich Business Angel definiere - ein Business Angel ist jemand, der Geld investiert aber zusätzlich zum Geld sehr viel Erfahrung haben muss, ein großes Netzwerk haben muss Geschäftsmodelle rasch erkennen muss eine gute Menschenkenntnis haben muss. Das lernt man nicht in kurzer Zeit. Dazu braucht man eine gute Ausbildung - zum Teil - aber vor allem sehr, sehr viel Erfahrung und die habe ich gehabt bevor ich Business Angel geworden bin und deswegen funktioniert das glaube ich ganz gut. Die Eigenschaften, die man braucht, um Business Angel zu sein.Natürlich braucht man ein bisschen Kleingeld - gar keine Frage! Nämlich Kleingeld, das man nicht zum Leben braucht wo man sagt, okay, man kann das in Startup Unternehmen investieren. Investitionen in ein Startup Unternehmen sind eine hochriskante Angelegenheit und die Chance, dass das alles verloren geht, ist einfach gegeben, daher muss man mit sowas auch rechnen. Man braucht vor allem gute Menschenkenntnis dazu. Man sollte gut mit Zahlen umgehen können und man braucht ein gutes Netzwerk.