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Jannike StöhrBloggerin & Jobtesterin

“Die Jobs, die ich teste, dauern eine Woche, das heißt 30 innerhalb von 12 Monaten”, erklärt Bloggerin Jannike Stöhr ihr Projekt “30 Jobs in einem Jahr”, in dem sie verschiedene Firmen, Orte, Menschen und Tätigkeiten kennenlernt und laufend darüber berichtet. Die Nachteile dabei? “Dass ich keine Konstanz habe, dass ich immer wo anders bin, dass ich immer in fremden Betten schlafe oder auf fremden Sofas.”

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Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich!

Sei und bleib neugierig, vertrau in dich selbst und just do it.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Jannike Stöhr, Bloggerin & Jobtesterin

Was ist das coolste an Deinem Job?

Ich weiß eigentlich, dass ich das Richtige tue, wenn ich zu einem neuen Job hinfahre. Ich bin, ich freue mich und habe eine wahnsinnige Vorfreude, jede Woche neu, vor jedem Job, und ich weiß auch, dass ich das Richtige tue, wenn ich Feedback bekomme von anderen Leuten, die sagen: Ich habe mich jetzt auch in Bewegung gesetzt. Ich verändere auch was, weil ich nicht glücklich war und ziehe jetzt die Konsequenzen.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Die Nachteile an meinem Projekt sind, dass ich kaum bis gar kein Geld verdiene, dass ich alles aus Ersparnissen finanziere und natürlich sehen muss, wie ich über die Runden komme. Ein weiterer Nachteil ist, dass ich keine Konstanz habe, dass ich immer woanders bin, dass ich immer in fremden Betten schlafe oder auf fremden Sofas, dass ich meine Freunde kaum sehe, dass ich ständig unterwegs bin und das zehrt irgendwie schon an den Nerven bzw. an der Substanz.

Worum geht es in Deinem Job?

Mein Projekt "30 Jobs in einem Jahr" besteht eigentlich aus immer wiederkehrenden Aufgaben, das ist das Organisieren von Jobs oder erstmal die Recherche, welche Jobs möchte ich überhaupt ausprobieren, was gehört dazu? Dann suche ich natürlich die Leute, die leidenschaftlich in diesem Beruf tätig sind und die ich begleiten kann. Dann gehört dazu, mir eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen, zu gucken, wie komme ich von A nach B und wie finde ich mich in der Stadt zurecht. Darüber hinaus pflege ich natürlich meine Homepage, ich schreibe meine Berichte, pflege die Seite und beantworte eMails. Ich bekomme relativ viele Anfragen, das gehört immer dazu. Das, also alles über diese Jobs, die ich teste, hinaus. Die Jobs, die ich teste, dauern eine Woche. Ich habe mit jetzt eine Woche Zeit genommen, 30 innerhalb von zwölf Monaten. Dann habe ich ja noch ein bisschen Luft dazwischen, um mich um alles andere zu kümmern. In der Regel starte ich meine Jobs an einem Montag und beende sie an einem Freitag. Aber wenn die Arbeitswoche von der Person, die ich begleite, anders aussieht, dann richte ich mich auch danach. Im Prinzip läuft der Montag so ab, dass ich alles kennen lerne, die Verbindung zu den Personen aufbaue oder die Leute kennen lerne, das Umfeld kennen lerne, das Team kennen lerne, die Örtlichkeiten und ein bisschen ausfrage, was der Beruf beinhaltet und was die Woche so auf mich zukommt. Dann in Tag zwei, drei und vier arbeite ich eigentlich mit, sofern das geht, nicht immer ist das möglich. Manchmal schaue ich auch mehr zu, als ich selber aktiv sein kann. Und am Freitag ist dann meistens schon wieder Abschied. Ich habe mich mit einer Freundin hingesetzt und habe überlegt, was wollte ich früher mal werden, was haben andere Leute mir geraten, was ich werden sollte und welche Berufe wollte ich einfach schon immer mal kennen lernen. Dann hatte ich 13 Jobs gefunden und habe die Liste immer weiter ergänzt mit anderen Berufen, die mich interessieren, vor allem in dem Bereich Kreativität, soziale Arbeit und Berufe, die in der Natur stattfinden. Im Rahmen meines Projekts bin ich ständig unterwegs. Ich teste Jobs innerhalb Deutschland oder im deutschsprachigen Raum. Ich wähle allerdings die Jobs nicht nach dem Ort aus, den ich dann besuche, sondern nach den Menschen und seiner Leidenschaft für den Beruf. Alles anderes ist mir darüber hinaus egal, ob der in einer großen Firma arbeitet oder in einer kleinen oder ob er selbstständig ist. Das wird sich dann zeigen oder lerne ich dann kennen, wenn ich da bin. Der Mensch und die Leidenschaft für den Beruf ist mir das Wichtigste.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Ich bin geboren und aufgewachsen in Emden an der Nordseeküste, bin dort zur Schule gegangen, habe Abitur gemacht und bin anschließend nach Wolfsburg gewechselt, habe eine Ausbildung gemacht zur Kauffrau für Bürokommunikation in einem großen Industrieunternehmen und habe parallel an der Fernuniversität Wirtschaftswissenschaften studiert, bin hinterher in das Personalwesen eingestiegen als Team-Assistentin, bin in Peking gewesen für das gleiche Unternehmen als Personalerin und als Personalerin auch wieder nach Deutschland gekommen. Da habe ich zwei Jahre in der Funktion gearbeitet und habe aber festgestellt, dass das nicht so meine Welt ist und dass ich da eigentlich nicht hingehöre. Deswegen hatte ich mich entschieden, im Juni 2014 ein Projekt zu starten, und zwar wollte ich einen neuen Traumberuf für mich finden oder meinen persönlichen Traumberuf und teste dazu gerade innerhalb von zwölf Monaten 30 verschiedene Jobs.

Ginge es auch ohne Deinem Werdegang?

Ja. Grundsätzlich kann man mein Projekt auch ohne Werdegang machen. Es ist eigentlich egal, welchen Beruf man gewählt hat oder in welchem Beruf man gearbeitet hat. Ich denke, es ist von Vorteil, wenn man vorher schon gearbeitet hat, weil man sich dann schneller einarbeiten kann, schneller Fuß fassen kann, weil, ich habe ja mir persönlich nur eine Woche Zeit genommen. Wenn man jetzt noch keine Berufserfahrung hat, könnte man das einfach mit längeren Abschnitten machen oder mit längeren, längere Zeiträume für jeden Job planen. Dann ginge das sicherlich auch. Man sollte gut auf jeden Fall organisieren können, flexibel sein und offen auf Leute zugehen können.

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