Lucienne SchweryBibliothekarin Alphabetische Katalogisierung, NBbei Bundesverwaltung / Administration fédérale

“Das Coolste an meinem Job ist, dass ich in einer grossen Bibliothek mit vielen Fachleuten arbeite.“ Lucienne Schwery, Bibliothekarin in der Abteilung Alphabetische Katalogisierung bei der Schweizerischen Nationalbibliothek NB, erschliesst die Medien. Diese werden nach gewissen Voraussetzungen ausgewählt und in den Bestand aufgenommen. Herzstück ihrer Arbeit ist das Schweizerbuch, in dem alle Schweizer Neuerscheinungen aufgelistet sind. Ihr Ratschlag an ihr 14-jähriges Ich? “Einfach nicht aufgeben, durchhalten.“

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Transkript

3 Ratschläge an dein 14-jähriges Ich...

Eigentlich möchte ich mir selbst rückwirkend gar nichts raten. Ich bin zufrieden wie es in meinem Leben gelaufen ist. Jede Person hat ihren eigenen Lebensweg. Manchmal ist der Weg bis zum Berufsziel gerade und manchmal hat er ganz viele Wendungen. Einfach nicht aufgeben und durchhalten!

Was steht auf deiner Visitenkarte?

Auf meiner Visitenkarte steht Lucienne Schwery, Bibliothekarin, Alphabetische Katalogisierung, Schweizerische Nationalbibliothek.

Was ist das Coolste an deinem Job?

Das Coolste an meinem Job ist, dass ich in einer so großen Bibliothek arbeite, da wimmelt es an Fachleuten für jeden Bereich. Wir haben beispielsweise eine Abteilung für die Konservierung von unseren Medien, eine Ausleihe, wie jede Bibliothek, eine Publikumsinformation, eine Abteilung für Digitalisierung unserer Medien und eine Abteilung für elektronische Publikationen. Auch das schweizerische Literaturarchiv ist bei uns angesiedelt. Also kurz um: Es hat sehr viel Wissen auf sehr engem Raum, das ist faszinierend.

Welche Einschränkungen bringt der Job mit sich?

Da ich in einer großen Bibliothek arbeite, ist die Arbeitsteilung relativ stark ausgeprägt. Manchmal verliert man etwas den Blick aufs große Ganze. Wir haben aber bei uns die Möglichkeit Kurzpraktika in anderen Abteilungen zu machen oder andere Abteilungen teilweise zu unterstützen.

Worum geht es in deinem Job?

Die Nationalbibliothek ist Teil des Bundesamtes für Kultur. In der schweizerischen Nationalbibliothek sammeln, erschließen, erhalten und vermitteln wir Medien. Vor allem Bücher und Zeitschriften aber auch immer mehr elektronische Publikationen von Schweizer Autorinnen und Autoren, die in Schweizer Verlagen erschienen sind oder die Schweiz zum Thema haben. Ich selbst arbeite in der Alphabetischen Katalogisierung. In unserem Team erschließen wir die Medien, d.h. wir nehmen die Publikationen nach formalen Kriterien auf. Die Frucht unserer Arbeit ist unser Online-Bibliothekskatalog Helveticat und das Herzstück ist das Schweizer Buch. Das ist die schweizerische Nationalbibliographie, in der die schweizerischen Neuerscheinungen aufgelistet sind.

Heute kam ich beispielsweise um halb 9 zur Arbeit, ich hatte Triage, das heißt ich schaue bei der Erwerbungsabteilung, welche Dokumente in dem Schweizer Buch aufgenommen werden – das hat bestimmte Kriterien. Welche Bücher wir aufnehmen ist abhängig davon, ob sie von einem Schweizer oder einer Schweizerin geschrieben sind oder inwieweit sie das Thema Schweiz behandeln. Diese Bücher musste ich eben durchsehen und aufteilen. Wenn ein Buch sehr alt ist und es erst 10 Jahre nach Erscheinen zu uns kommt, zeigen wir dieses Buch ebenfalls nicht mehr in der Bibliografie an. Und diese Teilung, diese Triage, habe ich heute gemacht. Anschließend bin ich zurück an meinen Arbeitsplatz, habe die Publikationen, die ich am Vortag katalogisiert hatte, durchgesehen, ob Fehler, wie zum Beispiel Tippfehler, enthalten sind. Anschließend habe ich noch neue Dokumente aufgenommen. Dafür muss ich in verschiedenen Datenbanken arbeiten, diese abgleichen und schauen, ob dieser Autor wirklich der ist, den ich brauche. Ich muss schauen, ob ich von ihm Lebensdaten habe und weiß was er beruflich macht, damit ich sozusagen einen Datensatz von dieser Person erstellen kann.

Wie schaut der Werdegang aus?

Ich bin im Wallis aufgewachsen und dann berufsbedingt nach Bern gekommen. Ich habe im Wallis die Schule, also die obligatorische Schulzeit, gemacht. Danach habe ich die Handelsmittelschule besucht. Im Anschluss war ich 1 Jahr in England. Zurück in der Schweiz habe ich ein einjähriges Praktikum in einem Kinderheim absolviert und anschließend noch ein halbes Jahr als Praktikantin in einem Altenheim gearbeitet. Dank einer Berufsberatung hat sich dann herauskristallisiert, in welche Richtung mein Berufsleben gehen könnte: Nämlich in Richtung Bücher. Ich habe dann die dreijährige Ausbildung zur Buchhändlerin absolviert und habe 2 Jahre lang als Buchhändlerin gearbeitet. Nach diesen 2 Jahren wollte ich eine neue Herausforderung, mich aber doch nicht allzu weit von den Büchern entfernen. Ich habe dann in der schweizerischen Landesbibliothek die Ausbildung zur Bibliothekarin absolviert. Seither arbeite ich in der schweizerischen Nationalbibliothek.

Ginge es ohne deinen Werdegang?

Heute gibt es grob gesagt 3 Richtungen. Es gibt einerseits die 3-jährige Berufslehre zur Fachfrau oder zum Fachmann für Information und Dokumentation. Dann gibt es das 3-jährige Vollzeit oder das 4-jährige berufsbegleitende Studium Informationswissenschaften an den Fachhochschulen Genf oder Chur. Und dann gibt es noch den Masterstudiengang, das ist dann das Nachdiplomstudium für Personen, die bereits ein Studium absolviert haben. Dieses kann an verschiedenen Schweizer Universitäten und Fachhochschulen gemacht werden.

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