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Alev KorunNationalratsabgeordnete
Stadt
Wien

“Ich bin eine Kämpferin. Und in der Politik muss man kämpfen.” Alev Korun hat in ihrer Funktion als Nationalratsabgeordnete der Grünen ihre Berufung gefunden. Ausgangspunkt für ihr politisches Engagement sieht die gebürtige Türkin in einem Militärputsch, den sie mit 11 Jahren in ihrer Heimat erlebte. “Regeln sind auch zum verändern da”, gibt sie daher auch ihrem 14-Jährigen Ich mit.

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Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich!

Erstens: Lass dich nicht unterkriegen, zweitens: Regeln sind auch zum Verändern da und drittens würde ich sagen, the sky is the limit, also greif nach den Sternen.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Auf meiner Visitenkarte steht Alex Korum, das ist mein Name, Nationalratsabgeordnete der Grünen, und dann stehen auch noch meine Funktionen drauf, also außenpolitische Sprecherin, Sprecherin für Migration und Menschenrechte.

Was ist das coolste an Deinem Job?

Ich bin eine Kämpferin und in der Politik muss man kämpfen, ohne das geht es nicht, und was ich auch ganz, ganz toll finde, ist, dass ich, dass man in der Politik die Chance bekommt, Menschen aus ganz unterschiedlichen Richtungen kennenzulernen. Und wenn man offen ist und hoffentlich offen bleibt, kann man persönlich sehr wachsen daran, dass man eben die Chance hat, ganz unterschiedliche Meinungen zu hören

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Die Einschränkung, die mit der politischen Arbeit kommt, ist sicher der Zeitmangel. Man hat extrem wenig Zeit für sich selber und für die Familie. Darunter leide ich auch als Mutter, muss ich sagen, weil ich für mein kleines Kind relativ wenig Zeit habe, aber dadurch lernt man auch, Zeitqualität zu haben, die wenige Zeit, die man für sich selber hat, dann voll auszukosten und dann besser zu nutzen.

Worum geht es in Deinem Job?

Nationalratsabgeordnete zu sein bedeutet, eine von 183 Abgeordneten im Parlament zu sein, die Gesetze beschließen, die in Ausschüssen über Themen diskutieren und hoffentlich gute Lösungen finden für das Land in dem wir leben. Also ich treffe viele Menschen, um deren Ideen mir anzuhören, deren Vorschläge, die in unsere Arbeit mit einfließen könnten. Ich bekomme viele Mails mit Anliegen, denen ich nachgehen muss, die versuch ich natürlich zu beantworten. Anrufe, ich höre mir Probleme an, die es gibt, um an besseren Gesetzen zu arbeiten. Ich besuche Initiativen, Organisationen, Vereine, ich nehme an Podiumsdiskussionen teil und ich mache auch Medienarbeit, um die Vorschläge, die ich habe für ein besseres Morgen in Österreich, unter die Leute zu bringen und das alles sieben Tage die Woche, oft auch sechs Tage die Woche.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Ich bin in der Türkei geboren, in Ankara, in der Hauptstadt, bin in Istanbul aufgewachsen. Nach der Volksschule habe ich die österreichische Schule in Istanbul besucht, in der Unterstufe der Handelsakademie dann, und nach der Handelsakademie wollte ich Auslandserfahrungen sammeln, Österreich war damals Ausland für mich, weil ich in der Türkei aufgewachsen bin, und bin dann nach Innsbruck gezogen interessanterweise. Deutsch hatte ich schon in der Schule gelernt, aber ich hatte Hochdeutsch gelernt, deswegen war das ein bisschen ein Sprachenschock, als ich dann in Innsbruck, in Tirol angekommen bin, es hat aber trotzdem geklappt, ich hab dann an der Innsbrucker Uni Politikwissenschaften und Gendadastik studiert, ein Jahr auch in Wien. Ich wollte dann eigentlich noch einmal ins Ausland, nämlich nach Berlin und dort fertig studieren, da hat mir das deutsche Fremdenrecht einen Strich durch die Rechnung gemacht und ich wurde nicht zugelassen an der Uni, weil ich türkische Staatsbürgerin war, dann habe ich mir gedacht, ok, ich mache ihn in Österreich weiter. Ich habe während des Studiums schon angefangen, bei vielen Initiativen immer aktiv zu sein. Das waren so Initiativen des Zusammenlebens, Frauenintegrationsrunden, hab ehrenamtlich bei Amnesty International ein bisschen geschnuppert und dieses Engagement hat dann dazu geführt, dass ich bei der Grünen Bildungswerkstatt ein Praktikum gemacht habe, dass ich für das Politikwissenschaftsstudium gebraucht habe und dann bin ich in die Migrantenberatung gegangen, in Rechts- und Sozialberatung und habe muttersprachliche Beratung gemacht über sechs Jahre und dann habe ich mich bei den Grünen beworben als Expertin für Menschenrechte und Migrationsfragen und habe angefangen im Parlamentsclub als Abgeordnetenberatung und Expertin zu arbeiten und hab so Lust bekommen, selber in die Politik zu gehen oder aktiv zu werden, war dann Bezirksrätin im dritten Bezirk, wo ich gewohnt habe fünf Jahre lang, dann hat mich die Gemeinderatsebene interessiert, was ja viel mit Zusammenleben und Integration zu tun hat. Ja und irgendwann bin ich dann, das war konkret 2008 im Nationalrat als Abgeordnete gelandet in Anführungszeichen.

Ginge es auch ohne Deinem Werdegang?

Ich denke, es wäre auch mit einem anderen Werdegang gegangen oder wäre möglich, sagen wir es so. Es gibt nämlich viele Wege, die in die Politik führen oder zu einem politischen Engagement führen. Bei mir war es halt die eigene Erfahrung als Ausländerin in Österreich zu leben und es war auch meine Erfahrung, als elfjähriges Kind einen Militär-Putsch in der Türkei erlebt zu haben, und dass ich mich dann gefragt habe, was ist Demokratie, warum werden Parteien und Gewerkschaften verboten und was kann man tun, damit Demokratie eben lebt und nicht abstirbt, und ich kenne aber auch viele andere Biografien, wo Menschen sich dann über Umwege oder über andere Wege sich dann für die Politik interessiert haben und dann aktiv geworden sind. Ich würde sagen, es gibt nicht den einen Weg, der in den Nationalrat führt, sondern es gibt 100 unterschiedliche Wege. Es ist ganz wichtig, für eine Sache zu brennen und bereits zu sein, dafür zu kämpfen unter Anführungszeichen, man muss kommunizieren wollen, kommunizieren lieben, unterschiedliche Meinungen sich anhören. Man muss auch ein bisschen eine dicke Haut haben, nicht alles persönlich nehmen und last but not least darf man nie aufhören, zu lernen.

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