Harry LucasPsychologischer Illusionist

“Ich habe die Leidenschaft für das, was ich mache. Man sitzt stunden-, tage- oder monatelang, aber es fühlt sich nicht nach Arbeit an.” Der Psychologische Ilusionist Harry Lucas arbeitet in seinen Shows mit Psychologie, Telepathie und Magie. Seine ersten Zauberversuche machte er bereits mit fünf Jahren. Am besten an seinem Job gefällt ihm, “die Leute zu sehen, wie sie nach Hause gehen und über die Show nachdenken.”

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Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich!

Ja, meinem 14-jährigen Ich würde ich wahrscheinlich raten, nicht mehr so lange zu warten, sondern es schneller zu machen. Und mehr auf sich selbst zu hören und wirklich das zu verfolgen, was man gerne machen möchte.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Auf meiner Visitenkarte steht Harry Lucas und dann Psychologische Illusionen.

Was ist das coolste an Deinem Job?

Die Leute zu sehen, wie sie nach Hause gehen und darüber nachdenken. Gepaart mit der Möglichkeit, eigene Ideen umzusetzen. Also, wenn man, es ist unheimlich befriedigend, eine Idee zu haben und die dann zu sehen von einer ganz kleinen Idee, wie sie dann am Ende live auf der Bühne vorgeführt wird und wie man sieht, wie es bei den Leuten ankommt. Das ist eine unheimliche Befriedigung, das ist sehr cool.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Die größte Einschränkung ist wahrscheinlich das Timing oder der andere Rhythmus zu anderen Leuten. Man trifft wahrscheinlich viel weniger Freunde als andere, weil sie einfach einen anderen Rhythmus haben. Wenn ich arbeiten gehe, haben die frei und wenn die frei haben, arbeite ich meistens. Das heißt, Freunde zu treffen, ist, macht es manchmal schwierig. Das ist sicher eine Einschränkung.

Worum geht es in Deinem Job?

In meinem Job geht es eigentlich um Unterhaltung. Das ist das Erste, worum es geht. Und das auf eine sehr spezielle Art. Das, was ich mache, ist eine Mischung aus Gedankenlesen, also aus Magie, Psychologie, Beeinflussung, lesen von Körpersignalen, Entertainment und Show. Das ist eine einzigartige Showkombination. Und durch diese vielen Elemente ist es ein Mix, der sehr gut bei den Leuten ankommt und sehr faszinierend ist. Das ist eine durchaus jahrelange Vorbereitung, weil man Ideen im Hinterkopf immer wieder hat, die sich über die Jahre entwickeln und an denen man dann über die Jahre arbeitet. Zum Beispiel eben wie dieser Telepathie-Akt, den ich vor zehn Jahren entdeckt habe. Der hat sich einfach über die Jahre entwickelt, das heißt, das ist eine durchaus jahrelange Geschichte, und manchmal hat man einfach Ideen, die man dann sofort auf die Bühne bringen möchte. Mein Alltag ist wahrscheinlich rhythmustechnisch anders, weil ich mehr ein Nachtmensch bin, klarerweise durch den Job und die Auftritte meistens abends stattfinden. Das heißt, unter Tags hat man dann Zeit, in Büchern zu lesen, sich mit Freunden zu treffen, sich auszutauschen. Es schaut so aus, dass ich mich vor der Show zirka 20 bis 30 Minuten vorbereite. Das sind mentale Übungen, die ich durchgehe, um mich auf das Performance-Level zu bringen. Dann läuft die Show, die sehr interaktiv ist, das heißt, die Leute sind eingebunden, sind Teil der Show. Es ist jetzt nicht so wie bei einem Theaterstück, wo man einfach nur zuschaut, sondern man ist wirklich eingebunden. Also, ein Highlight in der Show ist der sogenannte Telepathie-Akt, da kommen Leute mit einer persönlichen wichtigen Frage in die Show, denken währenddessen daran und ich schaue mir diese Leute genau an und kann aufgrund ihrer Körpersprache und verschiedenen psychologischen Techniken dann ahnen, in welche Richtung diese Frage, die sie haben, geht. Und beantworte diese Frage auch. Was ich neben den Shows mache, die jetzt relativ bald zu sehen in Mödling am 6. März und am 17. März hier im Kabarett Simpl sind jetzt hauptsächlich Firmenveranstaltungen, wo mich Firmen buchen, um auf ihrer Gala aufzutreten und ihre Kunden zu unterhalten. Und neben dem gibt es manchmal auch Produktpräsentationen. Also wenn eine Automarke sagt, sie hätte gerne ihr Auto auf eine ganz spezielle Art präsentiert, die den Leuten länger im Gedächtnis bleibt, dann kann es sein, dass sie mich engagieren und meine Dienste in Anspruch nehmen.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Klassische Schullaufbahn in Wirklichkeit, also ich habe mit der Volksschule begonnen, dann Gymnasium und habe aber schon als Fünfjähriger den Erstkontakt zur Zauberkunst gehabt, über einen Zauberkasten, ganz klassisch, und habe mich aber dann im Laufe der Zeit immer mehr in Richtung Psychologie interessiert. Das heißt, warum Menschen auf gewisse Fragen bestimmte Antworten geben. Warum sie in bestimmten Situationen sich auf eine bestimmte Art verhalten. Und das hat mich immer mehr interessiert und dadurch kommen verschiedene Einflüsse zustande. Auch während des Studiums habe ich mich für Hypnose zum Beispiel interessiert. Habe mich gefragt: Was steckt denn dahinter? Ist das jetzt alles nur, ist es nur Humbug, ist es ein Mysterium oder was ist eigentlich dahinter? Das hat mich interessiert. Und ich habe Rechtswissenschaften studiert und habe aber dann gefunden, dass mich der Weg doch mehr, dass es mich mehr auf die Bühne zieht, und habe dann diesen Traum, den ich eigentlich seit Kindesbeinen gehabt habe, auf einer Bühne zu stehen, für mich verwirklicht. Wie ich mich dazu entschlossen habe, diesen Weg professionell einzuschlagen, habe ich mir natürlich gedacht: Was muss man dazu können, was muss man, welche Schritte muss man setzen? Und habe mich dann mit einem Schauspieler zusammengesetzt, mit dem Bernhard Murg, und habe dort zwei Jahre bei ihm Schauspielunterricht genommen, einfach um zu lernen, wie, was es heißt, auf einer Bühne zu stehen. Habe dann auch Sprechunterricht genommen und habe eine Sprecherausbildung gemacht, weil es wichtig ist, einfach auf einer Bühne auch sprechen zu können. Und habe so viele verschiedene Aspekte zusammengetragen, die für mich wichtig waren. Und nach all diesen vielen Jahren des Lernens und Übens spiele ich halt jetzt im Simpl.

Ginge es auch ohne Deinem Werdegang?

Naja, es gibt natürlich mehrere Leute, die sich in dieser Kunst etabliert haben und die Zauberkünstler werden. Aber die haben sicher einen anderen Werdegang. Es gibt keinen klassischen Werdegang und ich finde das auch ganz gut so, weil man selber herausfinden muss, was einem selber liegt, wo seine Interessen sind, welche Schwerpunkte einen besonders interessieren, und dass man sich in diese Richtung dann wendet. Und man probiert natürlich sehr viel aus, was taugt einem, was ist weniger meines, und findet so seinen Weg. Jeder von uns kann Klavier spielen, jeder von uns, aber es gibt nur wenige, die sich stundenlang hinsetzen, jahrelang hinsetzen und trainieren und üben und aus denen dann Konzertpianisten werden, weil sie einfach diese Gabe, diese Leidenschaft mitbringen, sich so lang damit zu beschäftigen. Und so vergleiche ich das ganz gerne mit dem, was ich mache, ich habe wahrscheinlich auch diese Gabe und Leidenschaft, diese Liebe zu dem, was ich mache, dass ich es einfach gerne mache und man sitzt halt dann stundenlang und Wochen und Monate, aber es fühlt sich nicht nach Arbeit an.