Julia DujmovitsSnowboard Pro

“In meinem Sport geht’s darum, wenn ich es ganz simpel erkläre, rote und blaue Tore zu fahren und danach schneller am Ziel zu sein als die Gegnerin.” Die frisch gebackene Olympiasiegerin Julia Dujmovits bekam ihr erstes Snowboard von ihren Eltern zu Weihnachten geschenkt. Das harte Training hat sich nun ausgezahlt: “Es ist sicher so, dass man sehr konsequent an sich selbst arbeiten muss und auch lernen muss, mit Niederlagen umzugehen.”

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Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich!

Auf jeden Fall: Geduld zahlt sich irgendwann aus. Aber es ist trotzdem okay, stur zu sein. Dann, einfach das Vertrauen in sich selbst nie zu verlieren. Und dass einfach jeder Moment extrem schön ist und dass man den genießen sollt’.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Julia Dujmovits, Snowboarderin.

Was ist das coolste an Deinem Job?

Also was mich am meisten fasziniert am Rennsport ist einfach, dass es, ja, Frau gegen Frau ist. Und es geht einfach nur darum, wer jetzt schneller runter kommt. Und es sind immer Hunderstel-Entscheidungen. Und da zu fighten macht einfach sehr, sehr, sehr viel Spaß. Die Leidenschaft ist entstanden beim Tiefschneefahren. Und es gibt nichts besseres für einen Snowboarder, wie wenn’s jetzt einen Meter Powder runter haut und dann geht man einfach voll in den Tiefschnee.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Ja, es ist sicher so, dass man sehr konsequent an sich selbst arbeiten muss. Und ja, auch lernen muss, mit Niederlagen umzugehen. Und das ist sicher nicht immer einfach, weil man sich oft mehr von sich selbst erwartet. Aber man wird nur stärker daraus.

Worum geht es in Deinem Job?

Ja, in meinem Job geht’s darum - wenn ich’s ganz simple erklär’ - rote und blaue Tore zu fahren und danach schneller im Ziel zu sein als die Gegnerin. Also mein Sommertraining, das mach’ ich jetzt schon die letzten 3 Jahre auf Maui. Und das schaut so aus, dass die Insel einfach alle Möglichkeiten bietet. Also ich trainier’ bis zu 28 Stunden die Woche - also das ist schon sehr hart. Sonntag ist immer frei. Das heißt, ich hab’ Urlaub im Paradies sozusagen. Und es ist dann so, dass ich zum Beispiel in der Früh aufsteh’, Fitnessstudio, dann geh’ ich Kiten, direkt vom Kite-Beach dann wieder ins Fitnessstudio. Und klar, man muss einfach schon sehr diszipliniert sein im Sommer. Weil das ist einfach die Grundlage für den Winter. Und im Winter ist es dann so, dass wir eigentlich immer auf Schnee-Training unterwegs sind. Da verlagert sich das ganze Training einfach voll auf’s Snowboarden. Das ist auch gut so, weil deswegen mach’ ich’s ja. Und da gibt’s dann eigentlich nur mehr so Regenerationstraining dazu und natürlich auch Kraft, damit ich nicht mein Gewicht verlier’. Was immer wieder eine Herausforderung ist. Und dann in der Zeit nach den Rennen, also da geht’s dann eigentlich darum, ja, wieder Kraft zu tanken, einfach zu relaxen und die ganze Saison Revue passieren zu lassen. Und das macht natürlich dann voll viel Spaß wenn man dann einmal da sitzt und weiß, man hat was erreicht in der Saison. Und dann kommt eigentlich der wohl verdiente Urlaub.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Ja, also es ist sicher ein bissl eine interessante Geschichte weil ich aus dem Südburgenland bin. Und das Südburgenland nicht die Region ist für Wintersport. Und es hat so begonnen, dass ich einfach, ja, ich war immer auf Skiurlaub. Und hab’ dann die Snowboarder gesehen und wollt’ das unbedingt machen. Und hab’ dann von meinen Eltern auch - zum Glück - zu Weihnachten mein erstes Snowboard gekriegt. Und ja, bin ganz normal eigentlich im Burgenland aufgewachsen, bin dort zur Volksschule gegangen. Sporthauptschule in Güssing - hab’ alle Sportarten ausprobiert. Also ich hab’ freiwillig fast jeden Tag Nachmittag gehabt mit Geräteturnen, Basketball, Tennis, Tischtennis. Also ich hab’ echt alles durchgemacht, was so möglich war an Sport. Und dann bin ich weiter gegangen ins Gymnasium Güssing, hab’ dort maturiert. Und ja, in der Zeit war ich halt schon im ÖSV-Kader. Und der Snowboard-Sport war schon richtig Teil meines Lebens. Und wie ich halt dann das erste Mal im Europacup mit dem Snowboard mit dem Flieger nach Mazedonien geflogen bin, hab’ ich mir gedacht: Okay, wow, jetzt bin ich drauf und dran das vielleicht irgendwie zu schaffen. Und da war schon das Riesen-Ziel in das Weltcup-Team zu kommen und Snowboard-Profi zu werden.

Ginge es auch ohne Deinem Werdegang?

Was man braucht ist definitiv, Leidenschaft, glaub’ ich, für den Sport. Und man muss das wirklich aus Herzen machen. Aber jetzt die schulische Ausbildung braucht man nicht für’s Snowboarden, aber es ist einfach, für mich, wichtig für’s Leben. Und ich bin sehr froh, dass ich damals einfach die Schule fertig gemacht hab’ und jetzt ein Studium mach’. Und nicht einfach nur den Sport mach’. Sondern einfach irgendwas, wenn dann der ganze Sport zuviel wird, macht das auch richtig Spaß einfach in den Hörsaal zu gehen. Und einfach einmal da zu sitzen und ganz was anderes zu hören als einfach nur das Snowboard-Thema.