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Julia "Miss Rage" KreuzerStreamer

“Du musst damit leben, dass viel von deinem sozialen Leben einfach in der Öffentlichkeit ist”, erklärt Julia “Miss Rage” Kreuzer über ihren Job als Streamerin und Entertainerin. “Ich sehe meine Zuschauer, ich verbringe mit ihnen einen Großteil von meinem Tag, ich teile auch mehr oder weniger alles mit denen.”

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Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich!

Ich würde mir selber einfach sagen, dass ich immer selbstbewusst sein soll, dass ich nicht so viel auf das hören soll, was andere Leute sagen, weil das habe ich sehr, sehr spät gemacht in meinem Leben, also mir war es immer sehr wichtig, was andere Leute über mich denken, und sonst würde ich, glaube ich, gar nicht mehr sagen.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Auf meiner Visitenkarte steht Julia Miss Rage Kreuzer, Streamerin, Entertainerin, und eben meine Social Media Links.

Was ist das coolste an Deinem Job?

Dass ich alles selbst bestimmen kann. Also, dass ich sagen kann, okay, wenn ich jetzt will, dann arbeite ich eine Woche mal 60, 70 Stunden. Wenn ich jetzt mal sage, okay, die Woche fehlt mir einfach komplett die Motivation, oder ich habe jetzt nicht genug Energie, oder wie auch immer, dass ich jetzt sagen kann, okay, die Woche nehme ich mir mal drei Tage frei, fahre irgendwohin, gehe Wandern, verbringe Zeit mit meiner Familie und dank der Luft neue Energie und kann dann nach drei Tagen sagen, okay, jetzt bin ich zurück, jetzt habe ich voll Energie, jetzt bin ich wieder da, jetzt fange ich wieder an zu streamen, und ja. Ich kann einfach alles bestimmen. Ich bin überall auf der Welt unterwegs mittlerweile, also, ich sehe Sachen, die ich, wenn ich einen normalen Job gehabt hätte, wahrscheinlich nie gesehen hätte. Ich wäre, glaube ich, nie nach Schweden gekommen, wenn ich den Schritt nicht gemacht hätte, weil es einfach…, du kannst dich nicht vier Mal im Jahr oder fünf Mal im Jahr eine Woche freinehmen, damit du auf einen Gaming-Event fahren kannst.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Du musst halt damit leben, dass viel von deinem sozialen Leben einfach in der Öffentlichkeit ist, also, ich meine, klar, du kannst dein Stream aufbauen, wie du es möchtest, aber ich sehe im Prinzip meine Zuschauer, ich verbringe mit denen einen Großteil von meinem Tag und ich teile auch mehr oder weniger alles mit denen, das heißt, wenn irgendwas Gravierendes in meinem Leben passiert, dann erzähle ich denen das auch, das heißt, die Privatsphäre ist relativ eingeschränkt, das heißt, ja. Ich denke, das wird der größte Teil sein, und natürlich muss ich…, viele denken, okay, ja, du bist Streamerin, du kannst im Prinzip dir immer freinehmen, wenn du jetzt drei Wochen lang nichts machen willst, dann machst du halt drei Wochen nichts. Aber das ist halt so, man muss jetzt denken, wenn du jetzt drei Wochen auf Urlaub fährst, hast du drei Wochen, wo du keine Einnahmen hast. Das heißt, jedes Mal, wenn du denkst, kkay, ich nehme jetzt Tage frei, dann musst du mal denken, okay, in den Tagen verdiene ich dann kein Geld, das heißt, das ist – es hat halt alles seine Schattenseiten auch natürlich.

Worum geht es in Deinem Job?

Also, in meinem Job geht's darum, dass ich eigentlich live im Internet übertrage, wie ich Videospiele spiele und dabei eben mit Leuten im Chat, also Leute, die zuschauen können, in dem Chat quasi interaktiv mit mir agieren. Wir reden über, äh, miteinander, ich erkläre ihnen Sachen aus dem Spiel und so weiter. Ein normaler Tag für mich schaut so aus, dass ich in der Früh aufstehe, mir Frühstück mache, mich an den PC setze und mal schaue, was in den letzten…, in der letzten Nacht so passiert, in den Social Medias und dann, ja, fange ich eigentlich an zu streamen, meistens zirka acht bis zwölf Stunden am Tag. Also, es gibt verschiedene Arten von Streamen. Es gibt die Proplayer, also, die Leute, die wirklich extrem gut sind im Spiel, also, denen die Leute wirklich zuschauen, um was zu lernen und besser zu werden im Spiel. Dann gibt es die Entertainer, wo ich mich dazu zählen würde, das heißt, es sind…, ich bin nicht unbedingt jetzt sehr sehr gut in einem Spiel, ich spiele mehrere Spiele, also, ich spiele League of Legends, Counterstrike und jetzt wieder War of Warcraft, und die Leute, die mir zuschauen, sind eigentlich mehr für die Community da, also wirklich…., es geht alles darum, dass man quasi mit den Leuten interagiert, dass man mit denen spricht, dass man Spaß hat, und wie mein Name schon sagt, Miss Rage, also, ich rege mich sehr auf über Spiele und das finden Leute einfach sehr, sehr lustig, also, wenn ich jetzt sterbe und mich dann 15 Minuten mal extrem drüber aufrege, wie blöd das jetzt war. Ja, und das ist das, was halt den Leuten gefällt.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Ich bin geboren 1990 in Klagenfurt, ich bin dort aufgewachsen, bin dort zur Schule gegangen. Ich bin Unterstufengymnasium gegangen ins Ingeborg-Bachmann-Gymnasium, danach habe ich die HBLA besucht für Mode- und Bekleidungstechnik. Dort habe ich meine Matura gemacht. Mit 19 war ich fertig. Danach habe ich einen Job gesucht. Ich wollte eigentlich vorher im Mediendesign, Webdesign arbeiten, habe leider keine Ausbildungsstelle gekriegt. Dann habe ich drei Monate in einem Shopping Center gearbeitet, weil ich einfach nichts anderes gefunden habe und nicht zuhause sitzen wollte, und danach habe ich relativ schnell einen Job gekriegt bei der Firma Maler, und dort habe ich vier Jahre im Einkauf gearbeitet, und ich habe angefangen zu streamen zirka eineinhalb Jahre, oder, ja, zirka eineinhalb Jahre, vor zirka eineinhalb Jahren und ich habe das zuerst eigentlich nur als Hobby gemacht, ich habe 40 Stunden im Job gearbeitet und dann eineinhalb Jahre zirka 30 Stunden pro Woche nebenbei, also neben meinem Job dann gestreamt. Das Ganze ist dann halt gewachsen und vor zwei oder drei Monaten habe ich dann Gott sei Dank die Chance gehabt, dass ich damit genug Einnahmen mache, dass ich mir wirklich selbständig machen kann und jetzt Vollzeit als Streamerin arbeiten kann.

Ginge es auch ohne Deinem Werdegang?

Ist schwierig zu sagen, wahrscheinlich wäre es schon gegangen, aber ich sage mal, besonders die Zeit bei Maler im Einkauf, einfach dass du weißt, wie du mit Zahlen umzugehen hast, dass…, wie Verträge funktionieren und so weiter. Ich denke, es wäre um einiges schwieriger gewesen für mich ohne diesen ganzen Background, dass du weißt, wie das alles funktioniert, was wichtig ist, weil was für mich wichtig ist, wenn du jetzt auf Twitch zum Beispiel streamst, du hast kein fixes Einkommen. Das heißt, du weißt nicht, okay, ich kriege jetzt jeden Monat 1500 Euro. Wenn dir auf einmal weniger Leute zuschauen, kriegst du weniger Geld, logischerweise, und was für mich wichtig war, bevor ich in die Selbständigkeit gegangen bin, dass ich wirklich genug Einnahmen habe und genug Geld verdiene, dass ich hundertprozentig sicher sein kann, ich kann meine Wohnung zahlen, ich habe genug Geld, dass ich Essen für mich kaufen kann, und deshalb habe ich eben davor geschaut, dass ich genug Sponsoren habe, dass ich quasi von dem Geld, was ich durch Sponsoren einnehme, leben kann, und dadurch, was ich durch Twitch bekomme, ist quasi so dieses Extra-Zug halt. Und dadurch hat mir eben mein alter Job sehr, sehr gut geholfen, dass man halt wirklich nicht gleich auf den ersten Sponsor jetzt zu seinem Zug kommt, sagt, ja, ich biete dir das und das, du kriegst zwei Mäuse und einen Keyboard von mir und dafür trägst du unser Logo. Also, da habe ich wirklich gelernt, wirklich zu vergleichen, mit mehreren Firmen zu reden, zu schauen, okay, wer bietet dir wirklich das Meiste? Ich denke einfach, man muss eine gute Persönlichkeit haben, die interessant genug ist für Leute zum anschauen, wirklich auch täglich einzuschalten, mehrere Stunden zuzuschauen, oder eben, dass man extrem gut ist in dem Spiel.

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