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Mariusz Jan DemnerWerber, Gründer

“Mein persönlicher Tag beginnt in der Nacht.” Vor drei Uhr früh geht Mariusz Jan Demner selten schlafen, denn ab Mitternacht arbeitet er am effektivsten. Ratschläge an sein 14-jähriges Ich hat er nicht: “Es hat alles, was es braucht schon in sich und braucht keinen guten altväterlichen Rat, für das, was aus ihm werden soll. Das kommt schon!”

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Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich!

Ich würde heute meinem 14-jährigen Ich überhaupt keine Ratschläge, weder eins, zwei, noch drei geben, weil ich glaube, mein 14-jähriges Ich hat alles, was es braucht schon in sich, und braucht nicht den guten, altväterlichen Rat für das, was aus dem 14-jährigen Ich noch werden soll. Das kommt schon. Ich zeige Ihnen dann in meinem Vortrag ein Bild von mir, ein Foto als 14-Jähriger in einer Badehose. Nie wieder würde ich eine Leopardenbadehose anziehen.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Mariusz Jan Demner, Demner, Demner, Merlicek und Bergmann. Werber.

Was ist das coolste an Deinem Job?

Das schönste an meiner Tätigkeit, an meinem Beruf, an meinem Job ist, nix ist fix. Du sitzt immer wieder vor neuen Aufgaben, du kannst nicht deine Routine anwenden, sonst erstarrst du, du kannst dich nicht darauf verlassen, was du gelernt hast. Du musst immer wieder was neu erfinden, immer wieder die Dinge von verschiedenen Aspekten sehen, ich finde es aufregend. Ich würde nie mit jemandem tauschen wollen.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Dieser Beruf ist eine wunderbare Spielwiese, man kann sich persönlich sehr stark einbringen. Aber man muss auch wissen, wenn man es gut machen will, muss man Leidenschaft dafür haben, Feuer und absolute Priorität muss das haben. Also es ist schon so, dass man für vieles andere sehr, sehr wenig Zeit hat.

Worum geht es in Deinem Job?

Ich bin im Verdichtungsgeschäft. Meine Spezialität ist es, komplexe, umständliche Anliegen, die in Briefings vom Kunden an uns gegeben werden, in einprägsame, merkfähige, emotionale Botschaften zu transferieren. Mein Alltag beginnt damit, dass ich aufstehe, und das fällt mir sehr schwer, weil ich meistens nicht vor drei Uhr früh schlafen gehe, und doch nicht bis Mittag schlafen kann. Beim Frühstück lasse ich mir ziemlich viel Zeit, es gehen mir die Dinge vom Vortag im Kopf herum, und so langsam wache ich auf. Ab und zu verirrt sich eine Idee in meine Ganglien, und diese Idee habe ich vielleicht schon seit einer Woche irgendwie gesucht, die Lösung für ein Problem, manchmal schaut auch ein Slogan raus, so beginnt der Tag. Tagsüber ist es sehr eintönig, ich habe zehn bis zwölf Termine, ganz regulär. Ich hasse lange Besprechungen, ich schaue, dass keine länger als 20 Minuten ist. Das sind die internen Termine. Natürlich habe ich oft Kundentermine auch, oder spreche mit Leuten außerhalb der Agentur. Die sind meistens etwas länger. Mein persönlicher Tag beginnt in der Nacht, wenn meine Frau schlafen geht, so zehn, halb elf. Oder wenn wir vorher aus waren oder so, setze ich mich meistens um Mitternacht herum nochmal hin und mache die Arbeit, zu der ich tagsüber nicht komme. Es geht so meistens bis drei Uhr früh, da bin ich am besten unterwegs.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Ich habe nach der Volksschule ein humanistisches Gymnasium besucht, Latein und Griechisch damals noch. Bin dann durch besondere Umstände in ein Internat in die Schweiz, nach Montreux, ja, gesteckt worden, muss ich sagen, gegangen bin ich ja nicht so freiwillig. Und habe dort maturiert. Dort hat es Leute aus zig Nationen gegeben, und ich war plötzlich in vielen Sprachen unterwegs, bis jetzt sind es fünf, und das war schon ganz schön, ein bisschen zu sehen, dass die Welt etwas größer ist, als der Ameisenbau, aus dem man kommt. Danach habe ich studiert, weil ich nicht genau wusste, was, zuerst Jus, kann ich jedem empfehlen, römisches Recht, kann ich bis heute brauchen, unsere ganze Rechtsordnung ist auf dieser Grundlage aufgebaut. Und dann haben mir Mädels gefallen, die auf dem Publizistikinstitut waren, dann bin ich dort hin, und habe als zweites Fach noch Kunstgeschichte gemacht. Und all das habe ich liegen und stehen gelassen, ich war mitten in einer Dissertation damals, als ich auf der Straße einen Menschen getroffen habe, einen Bekannten meines Vaters, der gesagt hat, ich suche jemanden, der Werbung macht. Und der hat gehört gehabt, dass ich kurz, vier Wochen, so einen Stage gemacht habe, in einer Werbeagentur. Und dann hat er gesagt, kannst du mir jemanden empfehlen? Und ich habe, mit 22 damals, auf der Straße am Rudolfsplatz in Wien vor seinem Eingangsportal, ich bin zufällig in ihn rein gelaufen, gesagt, das trifft sich aber gut, ich habe soeben eine Werbeagentur gegründet. Naja, das war es. Wir waren eine fabelhaft dilettantische Truppe, wir haben alle Räder erfunden, die es schon längst gegeben hat, aber nach zehn Jahren ist das ganze so richtig in die Gänge gekommen, die ersten größeren Etats. Ziemlich früh, durch einen Zufall, für die IBM, die ich 18 Jahre lang betreut habe, gearbeitet. Ja, und dann ist es so weiter gegangen. Demner, Merlicek und Bergmann arbeitet heute in 15 europäischen Märkten, und wir sind ungefähr 135 Leute, alle in Wien, mit Ausnahme eines kleineren Büros in Sofia, wo zehn Leute arbeiten.

Ginge es auch ohne Deinem Werdegang?

Sie brauchen in der Werbung nicht wirklich ein Studium. Es hilft natürlich, wenn Sie eine gute Ausbildung haben. Damals hat es die eigentlich noch nicht gegeben, und so hat es mir geholfen, dass ich Autodidakt mein ganzes Leben lang war, und manchmal fragen mich Leute, wie meine Berufsbezeichnung ist, so wie Sie vorher. Und dann sage ich, ganz ernst, ich bin geschäftsführender Lehrling von Demner, Merlicek und Bergmann.

Wie werde ich

Texter*in

Nicht gerade eine Überraschung: Texter sollten es mögen, zu schreiben. Oft wird gesagt, man müsse schreiben „können“, um Texter zu werden. Das ist etwas irreführend, denn die meisten Menschen „können“ durchaus schreiben. Gemeint ist vielmehr schriftlicher Ausdruck, gelungene Formulierungen, die Fähigkeit, Botschaften schriftlich zu transportieren, Leser emotional anzusprechen, eben allgemein Gedanken und Konzepte auf Papier zu bringen – beziehungsweise in den Computer, denn mit Papier hat der Texterberuf heute in etwa so viel zu tun wie die Landwirtschaft mit Pferden. Wer von Texter spricht, meint damit in der Regel Werbetexter. Allerdings hat sich der Beruf inzwischen auch auf andere Bereiche ausgedehnt. So sind Texter zum Beispiel oft in Unternehmen mit der externen oder internen Unternehmenskommunikation betraut. Weitere Betätigungsfelder sind Grafik-Studios, Marketing- oder PR-Unternehmen, Verlage oder Rundfunksender. Als Texter formulierst du alles, was gelesen werden soll. Dabei liegt die Betonung auf „soll“, denn jeder, der schon mal einem iTunes-Agreement zugestimmt hat, weiß, dass selbst wichtige Texte nicht immer gelesen werden. Damit aber möglichst viele User oder Kunden lesen, was du geschrieben hast, analysierst du Zielgruppen, Produkte oder Unternehmen, um dann das entsprechende Kommunikationsmittel zu gestalten. Und ja, es kann zu Nacht- und Wochenendschichten in diesem Beruf kommen vor, aber dafür wird es selten langweilig.

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