Nicole TrimmelKickboxerin

Mit der Einstellung “Wo ein Wille, da ein Weg!” hat es Nicole Trimmel zur Kickboxweltmeisterin geschafft. Das Coolste daran ist für sie, dass sie dabei Menschen begeistern kann und zeigt, dass Frauen auch in frauenuntypischen Jobs erfolgreich sein können, wenn sie sich ihre Ziele setzen. Sie hat selbst erst mit 15 Jahren mit dem Kickboxen angefangen. “Ein gewisses Talent ist natürlich von Vorteil, aber man muss sich auch viele Fähigkeiten aneignen können.”

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Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich!

Also ich würde so sagen, ich würde versuchen, Möglichkeiten anzubieten oder aufzudecken. Und auf alle Fälle den Satz: If you can dream it, you can do it. Und wenn jemand etwas anderes sagt, dann stell ich auch auf taub, weil oft macht es einem viel einfacher, wenn man nicht hört, was die dann sagen und auch eine ganz wichtige Message ist, alles, was man braucht, ist in einem drinnen, man muss eben nur danach suchen.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Nicole Trimmer, Kickbox-Weltmeisterin.

Was ist das coolste an Deinem Job?

Das Coolste ist sicher, dass ich so sprichwörtlich den Menschen in den Hintern treten darf und dafür wahrscheinlich auch noch Respekt und Anerkennung bekomme, und ich denke mal, das absolut Geilste daran ist, dass ich mit dem, was ich tue, auch andere Menschen begeistern kann, vor allem sicherlich auch viele junge Mädchen und Frauen, einfach auch mal das zu tun, was vielleicht nicht typisch ist, und auch einmal einen Job zu wählen, der absolut untypisch ist, und ich zeig aber trotzdem, dass man das machen kann, und dass man hier durchaus erfolgreich sein kann, wenn man sich seine Ziele setzt. Und das ist, glaube ich, ja, eine der geilsten Dinge in meinem Job.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Im Sport generell ist es sicherlich oft schwierig, wenn halt an gewisse Rahmenbedingungen aufgebunden hat oder wenn man über gewisse Dinge diskutieren muss oft, ja, oder wenn es in Österreich vielleicht nicht so ist, wie in vielen anderen Ländern und da ist man einfach oft an seinen Grenzen oder muss einfach viel Energie darauf verwenden, und das ist sicherlich was, was einen, ja, immer wieder Energie dann kostet. Also man braucht einen guten Terminkalender, dass man gewisse Dinge auch plant und sich einteilt. Die Urlaubsplanung ist natürlich abhängig von den Wettkämpfen, aber auch das habe ich gut gelöst für mich, weil dann trainier ich einfach dort oder ich mache meine Trainingslehrgänge dort, wo andere Urlaub machen, wie zum Beispiel Thailand, was auch so ein Mekka für unsere Kampfsportarten ist, und ja, man hat natürlich einen doppelten Effekt, dann super Trainings-, dann aber auch im Benefit dieses wundervollen Landes dort unten.

Worum geht es in Deinem Job?

Im Kickboxen geht es, wenn man es banal sagt, es ist mehr oder weniger ein Fangen-Spielen, nur die Art des Abklatschens ist eine andere, aber es gehört sehr viel mehr dazu. Also es hat bei weitem nix mit Brutalität zu tun, sondern es ist sehr viel Gefühl dahinter, weil auch sehr vieles auf taktiles Empfinden geht, ist auch Wertschätzung gegenüber oder Respekt gegenüber dem Gegner, und auch sehr viele mentale Stärke. Es ist nicht nur die rein körperliche oder physische Seite, sondern man muss auch irgendwo, es heißt ja, Körper und Geist trainieren, also das ist eine große Komponente in dieser Sportart. Also so ein Standard-Tag, sagen wir mal, beginnt natürlich irgendwo so um 6:30 Uhr, Aufstehen, Frühstücken, dann kümmer ich mich einmal um mein Kinderprojekt, ich leite ein Volksschulprojekt im Burgenland, das heißt Urfit, da geht es darum, dass die Kinder eben zusätzliche Sporteinheiten bekommen in Kooperationen mit den Profis aus den Sportvereinen. Und das hat nun mal Priorität und danach geht es dann zu meinem Training und das kann je nach Saison oder je nachdem, wie weit die Vorbereitung ist, sind das ein oder zwei Einheiten mit einer entsprechenden Pause. Da sind auf alle Fälle drei bis vier Stunden Training am Tag dabei, und ja, der Funfaktor darf natürlich auch nicht fehlen. Das Training ist sehr vielseitig. Das ist der Vorteil beim Kickboxen, dass einem ja, nicht fad wird. Das splittet sich natürlich in ein Krafttraining, was man in einer Kraftkammer macht, in Laufeinheiten, also sprich eher einem konditionellen Part, oder Ergometer-Einheiten, wenn es natürlich schön ist und das Wetter es zulässt, macht man das natürlich draußen, unter der Sonne, dazu kommen dann eben noch Rumpfkräftigungs-Einheiten, Sensomotorik, sprich also mit so einer Slagline, also alles, was so ein bisschen wackelt und natürlich nicht zu vergessen das Kickbox-Training, also die Technik-Einheiten sind natürlich ganz wichtig, und je nach Saison oder je nach Schwerpunkt, in welchem man sich gerade befindet, ist das eine mehr oder weniger dann vorhanden.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Also ich bin 1982 geboren, bin in Osslipp aufgewachsen, das ist so ein kleines Dorf im Burgenland in der Nähe von Eisenstadt, bin dann dort in die Volksschule gegangen, Hauptschule, hab dann die HAK-Eisenstadt abgeschlossen und habe natürlich immer schon meine Ambitionen zum Sport gehabt, und hab während meiner Schulzeit mit dem Sport begonnen, mit dem Kickboxen. Hab nach der HAK dann einen Job in einer internationalen Spedition angenommen und war sehr glücklich über das, weil ich dort natürlich sehr viel lernen durfte, was Organisation und Management anbelangt, und hab nebenbei natürlich den Sport angetrieben und hab da schon sehr viele Ausbildungen gemacht, unter anderem auch einen sportlichen Trainer und hab dann natürlich bald irgendwo gemerkt, dass mein Herz für den Sport schlägt und das ich dort eigentlich mehr Zeit verbringen möchte und habe es im Endeffekt geschafft, meine Passion zum Beruf zu machen. 1999 habe ich mich dem Kickboxen begonnen und es war 2008, wo ich den Sprung dann gewagt habe, dass ich mich dazu entschieden hab, dass ich eben vom Daily-Business also in die Passion, in die Berufung gehe und meinem Sport eine Chance gebe.

Ginge es auch ohne Deinem Werdegang?

Ja grundsätzlich ist es natürlich schon möglich, einen anderen Werdegang. Für mich selbst war immer klar, also ein Sportler hat irgendwo ein Ablaufdatum und bei mir war immer wichtig, mir auch Fähigkeiten anzueignen, die mich dann auch in späterer Folge nach der aktiven Karriere, die ich da verwenden kann und dadurch war Ausbildung und Weiterbildung bei mir immer ein großes Thema, weil wenn es einmal vorbei ist und das kann auch mal schnell gehen, dann sollte da irgendwas da sein, was man danach machen kann. Zum Kickboxen selbst, also es ist sehr vielseitig, ein gewisses Talent ja, ist natürlich von Vorteil, aber man muss sich auch viele Fähigkeiten aneignen können und ich glaube, es ist nie zu spät, ich selbst habe auch erst mit 15, 16 mit dem Kickboxen auch erst angefangen, also wo Wille, auch ein Weg.