Beamter*in

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Recht, Sicherheit & Verwaltung

Wie werde ich Beamter*in?

auch bekannt als Verwaltungsangestellte*r, Staatsbediensteter*e, Staatsdiener*in, Verbeamteter*e, Verwaltungsfachbeamter*in

Du suchst im Job in erster Linie nach einem sicheren Arbeitsplatz, geregelten Arbeitszeiten und einem Gehalt, das regelmäßig und ganz automatisch in die nächst höhere Gehaltsstufe rutscht? Außerdem magst du Menschen und weißt, dass Parteienverkehr nichts mit Politik zu tun hat? Dann steht einer Laufbahn als Beamter oder als Angestellter im öffentlichen Dienst zumindest von deiner Seite aus nichts mehr im Weg. Beamter ist eigentlich kein Beruf, sondern eine Art der Anstellung innerhalb verschiedenster staatlicher bzw. öffentlich rechtlicher Institutionen. Polizisten haben genauso einen Beamtenstatus wie etwa Richter, Staatsanwälte oder Berufsgruppen im Militärdienst. Was diese Berufe miteinander gemeinsam haben? Alle stehen direkt oder indirekt im Dienst des Staates. Je nachdem, in welchem Bereich du arbeitest, sind auch deine Aufgaben sehr vielfältig. Als Polizist bist du viel im Außendienst tätig und bestrafst beispielsweise Verkehrssünder, als Verwaltungsmitarbeiter nimmst Anträge für Reisepässe oder Führerscheine entgegen, als Finanzbeamter stellst du sicher, dass Steuern gezahlt werden, als Pilot beim Militär fliegt du vielleicht einen der neuen Eurofighter und als Lehrer unterrichtest du in staatlichen Schulen. Allen öffentlich Bediensteten gemeinsam ist jedoch, dass sie Gesetze und Verfassung so umsetzen, dass ein friedliches Miteinander garantiert ist.

Arbeiten als Beamter*in

Wichtige Fähigkeiten als Beamter*in

Je nachdem, für welchen Beruf innerhalb des öffentlichen Dienstes du dich entscheidest, unterscheiden sich auch die Eigenschaften, die du für den Beruf brauchst. Beamte im Verwaltungsdienst sollten gerne mit Menschen arbeiten und ein besonders großes Bewusstsein für Sorgfalt sowie einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn an den Tag legen. Für öffentlich Bedienstete gelten außerdem besondere Richtlinien zu Gehorsam und Verschwiegenheit. Schließlich sind dir beispielsweise im Finanz- oder im Sozialamt wichtige Dokumente anvertraut.

Wie werde ich Beamter*in?

Um in einem spezifischen Beruf, z.B. Lehrer oder Polizist in den Bundesdienst einzutreten, brauchst du die passende Ausbildung. Dementsprechend gibt es jede Menge Quereinsteiger, die zuerst in der Privatwirtschaft tätig waren. Der Akademikeranteil ist beim Bund ebenfalls höher als in der freien Wirtschaft. Ein Studium ist also ein großer Vorteil. In die staatliche Verwaltung kannst du in Österreich mittels einer Lehre oder eines Verwaltungspraktikums einsteigen. Beides ist bezahlt. In Deutschland teilt sich der öffentliche Dienst in vier Stufen ein. Der einfache Dienst ist ohne Ausbildung zugänglich, wird aber dementsprechend schlecht bezahlt. Erstrebenswert ist es für dich, zumindest in den mittleren Dienst einzutreten. Dafür brauchst du die mittlere Reife und eine dreijährige Ausbildung bei der entsprechenden Behörde. Für den gehobenen Dienst brauchst du die Hochschulreife. Die Ausbildung funktioniert wie ein duales Studium, sodass du den theoretischen Teil auf einer Fachhochschule absolvierst während du bereits in der Behörde arbeitest. Danach wirst du zb. Kommissar bei der Polizei. Für den höheren Dienst können sich Absolventen eines Hochschulsstudiums mit einem Masterabschluss bewerben. Nach dem Studium erfolgt noch eine zweijährige Ausbildung beim Staat. Danach bist du Leher, Staatsanwalt oder leitender Verwaltungsbeamter.

Fortbildungen und Spezialisierungen

Beamte werden in Deutschland von Bund auf Lebenszeit eingesetzt. Weiterbildung ist dementsprechend kein so großes Thema wie in der freien Wirtschaft, wo du ständig am Ball bleiben musst, um deine Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern. Trotzdem legt der Staat Wert auf Weiterbildung und bietet sowohl Beamten als auch Bediensteten die Möglichkeit, weiterbildende Kurse zu besuchen. Natürlich kannst du auch innerhalb der Behörde oder des Ministeriums aufsteigen und beispielsweise eine leitende Funktion einnehmen.

Zukunftsaussichten als Beamter*in

Momentan sind über die Hälfte aller im öffentlichen Dienst angestellten Personen noch beamtet. Lehrer und Lehrerinnen, Angestellte in der Verwaltung sowie Krankenpflegepersonal werden aber schon heute nicht mehr pragmatisiert, sondern sind als Vertragsbedienstete beim Bund tätig. Der Unterschied besteht darin, dass Beamte mittels eines hoheitlichen Aktes, der sogenannten “Ernennung”, in den Staatsdienst aufgenommen werden. Dadurch endet ihr Dienstverhältnis, zumindest von Seiten des Bundes, erst durch ihre Pensionierung. Außerdem werden monatliche Beiträge zur Pensionsversicherung fast vollständig vom Staat übernommen. Dadurch bleibt dir netto mehr Lohn übrig. Um als Beamter angestellt zu werden, hast du in Österreich momentan nur noch in der Exekutive, im Rechtswesen oder beim Militär gute Chancen. Der Beamtenstand im Verwaltungsdienst ging in Österreich seit 1999 um etwa 17,5 Prozent zurück, weil freie Stellen durch Vertragsbedienstete nachbesetzt werden. Trotzdem bringt der öffentliche Dienst auch im Angestelltenverhältnis eine hohe Sicherheit mit sich. Und du darfst dich über einige “Fenstertage” im Jahr freuen, für die du in der freien Wirtschaft Urlaubstage in Anspruch nehmen müsstest. In Deutschland gilt der Beamtenstatus mit allen Vorteilen auch für Verwaltung, Ministerien, Lehramt und andere vom Staat finanzierte Institutionen.