Eisen- & Hartwarenhändler*in

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Wie werde ich Eisen- & Hartwarenhändler*in?

Einzelhandelskaufleute im Bereich Eisen- und Hartwaren (Eisen- und Hartwarenhändler*innen) verkaufen Metallwaren wie Beschläge, Werkzeuge, Kleinmaschinen usw. und beraten ihre Kundinnen und Kunden über die technische Anwendung, Aufbewahrung und Pflege der Produkte. Sie bestellen Waren, übernehmen Lieferungen und sorgen für eine fachgerechte Lagerung. Sie planen verkaufsfördernde Maßnahmen (z. B. Werbung) und setzen diese um. Beim Verkauf ihrer Waren wickeln sie den Zahlungsverkehr ab und verwenden Computer und andere Bürogeräte für die anfallenden betriebswirtschaftlichen Tätigkeiten.

Eisen- und Hartwarenhändler*innen arbeiten in Einzelhandelsbetrieben der Eisenwarenbranche, in Filialen großer Einzelhandelsketten (z. B. Baumärkten) oder Kaufhäusern im Team mit ihren Kolleginnen und Kollegen und haben Kontakt zu Fachkräften aus anderen Abteilungen sowie zu ihren Kundinnen und Kunden.

Arbeiten als Eisen- & Hartwarenhändler*in

Arbeitsumfeld

Einzelhandelskaufleute im Bereich Eisen- und Hartwaren sind zuständig für die Präsentation, die Beratung und den Verkauf des Warensortiments an Eisen- und Hartwaren. Hierzu gehören z. B. Beschläge, Werkzeuge, Kleinmaschinen, Schlösser und Materialien zur Befestigungstechnik.

Sie verfügen über Kenntnisse der Ver- und Bearbeitung von Holz, Metall und Beton und über die dafür notwendigen Werkzeugen und Maschinen sowie die jeweiligen Bedienungs- und Sicherheitseinrichtungen. Außerdem wirken sie in der Warenbestellung, -annahme und -lagerung mit. Darüber hinaus können sie aber auch bei betriebswirtschaftliche Aufgaben im Personal- und Rechnungswesen unterstützen.

Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit ist der Verkauf von Waren (z. B. Werkzeuge und Kleinmaschinen) und die entsprechende Beratung ihrer Kundinnen und Kunden. Im Einkauf ermitteln die Einzelhandelskaufleute den Warenbedarf des Betriebes anhand des Lagerbestandes und entsprechend der Nachfrage. Bei der Warenübernahme kontrollieren sie, ob Bestellung und Lieferung hinsichtlich Menge, Qualität und Preis übereinstimmen. Bei etwaigen Mängeln der Waren, oder bei durch den Transport verursachten Schäden, verständigen sie die Lieferanten. Anschließend nehmen sie die gelieferten Waren in die IT-gestützte Lagerbuchhaltung auf, indem sie die entsprechenden Kenndaten der Waren in den Computer eingeben. Bevor die Waren zum Verkauf angeboten werden, sind die Verkaufspreise auszuzeichnen. Die Preisauszeichnung erfolgt im Lager oder beim Einschlichten der Waren in Verkaufsregale bzw. beim Aufstellen im Verkaufsraum. Beim Verkauf steht das Verkaufsgespräch, also die Beratung der Kundinnen und Kunden im Vordergrund.

Die zentrale Tätigkeit der Eisen- und Hartwarenhändler*innen ist der Verkauf der Waren. Sie beraten ihre Kunden und Kundinnen über das Warensortiment, über Eigenschaften, Qualität und Unterschiede der verschiedenen Angebote. Informieren über mögliche Alternativen, Preise, Mengen und wickeln auch die Zahlung ab. Sie informieren über den sachgemäßen Gebrauch der Materialien, für die Be- und Verarbeitung erforderliche Werkzeuge, Zusatz- und Hilfsmaterialien, Sicherheitsinformationen usw.
Nicht lagernde Waren bestellen sie auf Wunsch der Kunden/Kundinnen bei Produzenten oder Großhändlern.

Ist ein Kunde/eine Kundin mit der gekauften/bestellten Ware einmal nicht zufrieden, weil diese z. B. beschädigt ist oder eine falsche Größe, Form, Farbe etc. gewählt wurde, nehmen Einzelhändler*innen im Schwerpunkt Eisen- und Hartwaren die Reklamation entgegen, tauschen die Waren um oder stellen Gutschriften aus.

Immer wichtiger wird im Einzelhandel die Verkaufsabwicklung über E-Commerce - also Verkaufsportale im Internet. Für viele Fachkräfte im Einzelhandel wird daher auch der sichere Umgang mit E-Commerce-Anwendungen immer wichtiger. Dabei spielt sowohl die rasche als auch die richtige Abwicklung der Kundenbestellungen eine große Rolle.

Aufgaben

  • Warenbedarf ermitteln und Warenbestellungen in der betriebsüblichen Kommunikationsform durchführen
  • Warenlieferungen überwachen und administrativ bearbeiten
  • Waren übernehmen, kontrollieren, lagern und pflegen
  • betriebliches Warensortiment vorbereiten, bereitstellen und verkaufsgerecht präsentieren
  • Reparaturaufträge übernehmen und Serviceleistungen erbringen
  • Verkaufsgespräche führen
  • Bestellungen und Aufträge entgegennehmen und abwickeln inklusive Rechnungslegung und Zahlungsverkehr
  • Beratung und fachkundige Hilfestellung für den/die Heimwerker*in
  • über die fachgerechte Anwendung der einzelnen Produkte für Werkstatt, Haus und Garten beraten
  • über Brandschutz, Brandschutzklassen und Versicherungswerte informieren
  • bei der Vermietung von Arbeitsmaschinen und Geräten mitarbeiten
  • Zahlungsverkehr und Kundenreklamationen behandeln

Arbeitsmittel und Ausrüstung

Einzelhandelskaufleute im Bereich Eisen- und Hartwaren verwenden für ihre Arbeit Kassen-, Bestell- und Lagersysteme, die durch spezielle Computersoftware gesteuert werden (Bestell- und Abrechnungssysteme). Auch der Internethandel gehört für viele Einzelhandelskaufleute mittlerweile zum Arbeitsalltag, d. h. viele Bestellungen werden bereits über das Internet durchgeführt. Wie in allen Handels- und Dienstleistungsbereichen müssen sie auch jederzeit für ihre Kundinnen und Kunden erreichbar sein, dazu ist ein sicherer Umgang mit Telefon, E-Mail, Fax und immer öfter auch weiteren Kommunikationsformen wie z. B. Messengerdienste etc. besonders wichtig.
Für die kaufmännischen Arbeiten setzen sie IT-Anlagen (Computer), verschiedene Peripheriegeräte (Drucker, Scanner, Kopierer) und Bürokommunikationsgeräte (Telefone, Mobiltelefone) ein. Sie bedienen Scannerkassen und verwenden Formulare wie z. B. Rechnungen, Bestell- und Lieferscheine.

Darüber hinaus hantieren sie mit ihrem vielfältigen Warensortiment, das von unterschiedlichsten Beschlägen, Befestigungsmaterialien (Nägel, Schrauben etc.) über diverse Werkzeuge bis hin zu Kleinmaschinen und Geräten reicht.

Besonders bei großen Einzelhandelsketten tragen Eisen- und Hartwarenhändler*innen bei ihrer Arbeit häufig eigene Arbeitskleidung.

Aus- & Weiterbildung

Ausbildung und Voraussetzungen

Schulstandorte für Berufsschulen für den Lehrberuf Einzelhandel siehe unter Einzelhandel - Allgemeiner Einzelhandel (Lehrberuf).

Im Eisen- und Hartwarenhandel werden gerne auch Personen mit technischen bzw. handwerklichen Qualifikationen oder Vorerfahrungen ausgebildet und beschäftigt.

Wichtige Ausbildungsinhalte:

  • Einzelhandel - Allgemein
  • Buchhaltung, Kostenrechnung
  • Material- und Warenwirtschaft
  • Waren- und Produktkunde
  • Lagerhaltung und Logistik
  • Werbung, Verkaufsförderung
  • Verkaufsflächengestaltung, Warenpräsentation
  • Kundenberatung, Kundenservice
  • Reklamationswesen
  • Datensicherheit, Datenschutz, Privacy

Weiterbildung und Spezialisierungen

Einzelhandelskaufleute im Bereich Eisen- und Hartwaren sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.

Weiterbildungseinrichtungen wie zum Beispiel das Berufsförderungsinstitut (BFI) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) bieten zahlreiche Kurse für den Bereich Handel an.

Viele Handelsbetriebe bieten regelmäßig interne Kurse und Schulungen zur kaufmännischen Weiterbildung oder zu neuen Produkten, Materialien und Sortimenten an.

Möglichkeiten zur beruflichen Höherqualifizierung bieten weiters Vorbereitungs- und Aufbaulehrgänge an berufsbildenden höheren Schulen (insb. Handelsakademien). Mit dem Abschluss eines Aufbaulehrganges ist neben einer höheren Fachqualifikation außerdem die Matura verbunden, die ein Studium an Fachhochschulen und Universitäten ermöglicht.

Studium ohne Matura:

Für ein Studium an einer Fachhochschule, Universität oder Pädagogischen Hochschulen ist normalerweise die Matura einer Allgemeinbildenden (AHS) oder Berufsbildenden Höheren Schule (BHS) erforderlich.
Es bestehen aber auch andere Zugangsmöglichkeiten:

  • Berufsreifeprüfung (Lehre mit Matura): Die Berufsreifeprüfung, die du bereits während deiner Lehrzeit beginnen kannst, ist eine vollwertige Matura, mit der du uneingeschränkten Zugang zum Studium hast.
  • Studienberechtigungsprüfung: Die Studienberechtigungsprüfung kannst du vor Beginn eines Studiums ablegen. Sie ermöglicht den Zugang zu einem bestimmten Studium.
  • ohne Matura mit Berufsausbildung und Berufserfahrung: Fachhochschulen bieten außerdem meist die Möglichkeit mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung (insb. Lehre oder Berufsbildender Mittlerer Schule (BMS)) und mehrjähriger Berufserfahrung auch ohne Matura ein facheinschlägiges (d. h. mit der Berufsausbildung fachlich verwandtes) Bachelorstudien zu beginnen. Meist müssen dazu einzelne Zusatzprüfungen absolviert werden.