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Maria StadlerBauleiterinbei PORR AG
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Wien

“Das Coolste an meinem Job ist, wie auf einer grünen Wiese ein Gebäude entstehen kann.“ Das begeistert Maria Stadler, Bauleiterin bei PORR, besonders an ihrer Tätigkeit. In ihrer Funktion ist sie ein Bindeglied zwischen Auftraggeber, Nachunternehmer und den Architekten. Je nach Fortschritt des Bauvorhabens bespricht man sich mit den Bauarbeiter, den Bauherrn und Architekten oder Fachunternehmen. Was würde sie ihrem 14-jährigen Ich mit auf den Weg geben? “Ich würde mir raten, sehr viel Praxis zu machen und nicht nur stur zu lernen.“

Transkript

3 Ratschläge an dein 14-jähriges Ich...

Ich würde mir raten, meine Ziele weiter zu verfolgen, auch wenn einige sagen: „Das ist der falsche Weg!“ Weil diese Querwege oder abweichenden Umwege, die man macht, um sein Ziel zu erreichen, eigentlich eine Erfahrungserweiterung sind. Und ich würde mir mit auf den Weg geben, sehr viel Praxis zu machen und nicht nur stur zu lernen.

Was steht auf deiner Visitenkarte?

Ich heiße Maria Stadler und bin Bauleiterin bei der Firma PORR.

Was ist das Coolste an deinem Job?

Das Coolste an meinem Job ist, dass ich mitbekomme, wie aus einer grünen Wiese ein Gebäude entstehen kann, wie glücklich der Architekt ist, wenn seine Wünsche umgesetzt werden und, dass der Bauherr ein tolles, funktionierendes Gebäude vor sich hat. Und ich kann sagen: „Ich war mit dabei!“.

Welche Einschränkungen bringt der Job mit sich?

Die größte Einschränkung bei meinem Beruf ist, dass man sich die Zeit privat sehr gut einteilen muss und auch manchmal eine Stunde dranhängen muss, um den Bauablauf nicht zu behindern.

Worum geht es in deinem Job?

Die Firma PORR ist ein internationaler Konzern, der sehr viele Sparten und Bereiche hat. Ich arbeite im Hochbausektor, das heißt, ich errichte Bauwerke über der Erde und nicht im Tiefbau, wie Tunnel oder Brückenbau. Meine Aufgabe bei der Firma PORR ist, die Bauleitung zu übernehmen, ich bin also ein Bindeglied zwischen Auftraggeber, Nachunternehmer und dem Architekten.

Ein normaler Arbeitsablauf ist schwierig zu schildern, weil jeder Tag etwas anders ist. Man kann nur maximal 50% planen, die restlichen 50% ergeben sich aus der Baustellensituation. Je nachdem wie der Baufortschritt ist, kommt man auf die Baustelle, hat ein Gespräch mit dem Polier am Morgen und Besprechungen mit den Architekten, in denen man gemeinsam mit dem Bauherrn die Pläne studiert, um Änderungswünsche noch einarbeiten und einpflegen zu können. Außerdem hat man Verhandlungsgespräche mit Nachunternehmern, weil die Firma PORR nicht alle Leistungen selbst im Haus durchführen kann. Man greift dabei auf Professionisten zu, sprich Fachfirmen, die z.B. Tischlermöbel oder Sanitärtrennwände, Bodenbelege und der Gleichen erzeugen. Es ist meine Aufgabe dort zu verhandeln, damit einerseits das Budget des Bauherrn und andererseits das Budget der Firma PORR nicht überschritten wird.

Den Arbeitstag lassen wir meistens auf der Baustelle ausklingen, indem wir – das ganze Bauleitungsteam – uns noch einmal mit dem Polier zusammensetzen, um Probleme, die aufgetreten sind, schon für den nächsten Tag vorzubesprechen und die Arbeit auf die Arbeiter aufzuteilen.

Wie schaut dein Werdegang aus?

Ich bin geboren in Oberösterreich, Kirschschlag bei Linz, und habe einen klassischen Werdegang: Von der Volksschule über die Hauptschule und AHS. Im Anschluss habe ich mich dann entschieden ein Kolleg zu machen für „Restaurierung und Denkmalpflege“ in Krems an der Donau. Danach habe ich bei einem Planungsbüro/ Projektierungsbüro angefangen. Meine Haupttätigkeiten waren dort in erster Linie, Projektstudien, Einreichpläne, Detailpläne und auch schon der Einstieg in das Operative, eben die ÖBA, also die örtliche Bauaufsicht auf der Baustelle. Da bin ich auf den ersten Geschmack gekommen, wie toll es auf der Baustelle mit den Architekten, dem Bauherrn, den Arbeitern ist, den Prozess, wenn ein Gebäude entsteht, zu beobachten. Da habe ich mich dann 2001 entschieden das Unternehmen zu wechseln, weil im Projektierungsbüro für mich keine Chance war, ständig auf einer Baustelle vor Ort zu arbeiten. Ich habe mich also bei der Firma PORR beworben und wurde auch aufgenommen. Seitdem arbeite ich bei der Firma PORR als Bauleiterin.

Ginge es ohne deinen Werdegang?

Es ist nicht wichtig, dass man genau denselben Werdegang wie ich hat, um eine Bauleiterin zu werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Man kann z.B. das Studium machen. Man sollte auf alle Fälle sehr viel Praxis mitnehmen und sich dieses aneignen. Bei mir ist es noch immer so, dass ich mich immer wieder weiterbilden muss. Ich habe nebenzu immer wieder Kurse gemacht und den Baumeister abgelegt – man lernt also nie aus. Außerdem muss man sehr flexibel sein, sehr viel Zeitgefühl haben und sein Privatleben richtig einteilen können. Wann und wie lange ist es wirklich erforderlich auf der Baustelle tätig zu sein. Die Baustelle ist nicht immer an einem Ort, weshalb man auch was die Mobilität anbelangt, flexibel sein muss. Man ist immer auf unterschiedlichsten Plätzen der Welt tätig.

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