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Alexander Diedrich
Netztechniker •Strom
bei Wiener Netze GmbH
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Stadt
Wien
Höchste abgeschlossene Ausbildung
Weiterführende Schule mit Berufsausbildung
Jahre in der Organisation
10 +
Jahre in der aktuellen Tätigkeit
1 - 5
„Am meisten gefällt mir, dass man miterlebt, wie sich ein Bezirk weiterentwickelt, wenn man schon über mehrere Jahre für diesen Bezirk zuständig ist. Man weiß, dass man selbst einen Beitrag dazu geleistet hat“, meint Alexander Diedrich, Netztechniker bei den Wiener Netzen. „Meine Tätigkeit befasst sich im wesentlichen mit der Planung, Errichtung und Instandhaltung des Stromnetzes inklusive aller Transformatorstationen. Man hat die Aufgabe, das bestehende Stromnetz am laufen zu halten, ist aber auch in jedes neue Bauprojekt im Bezirk involviert.“

Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich...?

Erster Tipp wäre: Es ist überhaupt gar keine Schande, Fehler zu machen. Wichtig ist, dass Du aus Deinen Fehlern lernst. Der zweite Tipp wäre: Nutze Deine Zeit sinnvoll, um Dich weiterzuentwickeln. Du wirst dir später einmal danken dafür. Mein dritter Tipp wäre: Mit Wille und Durchhaltevermögen kannst Du viel mehr erreichen, als was Du heute glaubst.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Mein Name ist Alexander Diedrich. Ich bin Netztechniker bei der Wiener Netze GmbH.

Was ist das Coolste an Deinem Job?

Am meisten begeistert mich an der Tätigkeit, dass wenn man wirklich schon gewisse Jahre für einen bestimmten Bezirk zuständig ist, dass man einfach miterlebt, wie sich dieser Bezirk weiterentwickelt hat und vor allem, dass man sieht, was man selbst für einen Beitrag dazu geleistet hat. Und wenn man zum Beispiel schon mal ein Großprojekt umgesetzt hat, dann spaziert man dort nicht einfach durch die Straßen und sieht Gebäude, in denen das Licht brennt, sondern man erinnert sich zurück an die ganzen Probleme, die es gegeben hat bei der Umsetzung und ist im Endeffekt glücklich, dass das Ganze doch sehr gut über die Bühne gegangen ist.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Ich denke, die größte Einschränkung liegt darin, dass man einen Arbeitstag nicht wirklich im Detail planen kann. Aus dem einfachen Grund, weil es ab und zu Situationen gibt, die rasches Handeln erfordern. Das bedeutet, man muss vielleicht einen ungeplanten Besuch auf einer Baustelle einlegen, auf der es dann eine wichtige Entscheidung zu treffen gibt über die weitere Vorgehensweise. Das kann aber genauso gut die Übernahme, die spontane Übernahme der Einsatzleitung von einer Hochspannungsstörung sein.

Worum geht es in Deinem Job?

Die Wiener Netze GmbH ist der größte Netzbetreiber Österreichs, beinhaltet das Stromnetz, Fernwärmenetz, Gasnetz und auch das Telekommunikationsnetz. Meine Tätigkeit als Netztechniker befasst sich im Wesentlichen mit der Planung, der Errichtung und Instandhaltung des Stromnetzes inklusive aller Transformatorstationen in dem Bezirk, der mir zugeteilt wurde. Das bedeutet, dass man einerseits die Aufgabe hat, das bestehende Stromnetz am Laufen zu halten und zu verbessern, aber andererseits auch, dass man wirklich in jedes einzelne neue Bauprojekt involviert ist, das im Bezirk umgesetzt wird. Diese Bauprojekte können sein die Versorgung einer Wohnungsanlage, kann aber auch bis hin zur Aufschließung eines ganzen Stadtentwicklungsgebietes führen, das eine langjährige Planungsphase und auch Umsetzungsphase mit sich zieht. Eine weitere Tätigkeit des Netztechnikers ist der Störungsdienst, wo man entweder seine Zeit auf der Warte, auf der Hochsicherheitswarte verbringt und quasi alle großflächigen Stromausfälle im Überblick hat und auch koordiniert. Oder man ist als Einsatzleiter direkt vor Ort und trifft alle relevanten Entscheidungen unter dem Aspekt der Sicherheit natürlich, aber auch mit dem Fokus, die Versorgung der Kunden so rasch wie möglich wieder herzustellen. Also mein Tag beginnt, dass ich in der Früh überprüfe, ob es in unserem Versorgungsgebiet einen Stromausfall gegeben hat. Wenn ja, betrifft es mein Versorgungsgebiet oder meinen Bezirk? Und sind Maßnahmen erforderlich, die man sofort setzen muss, um beispielsweise eine fehlerbehaftete Strecke sofort aufzugraben und die Reparaturmaßnahmen in die Wege zu leiten? Den Vormittag nutze ich dann meistens mit Kundenterminen, bei denen mir neue Projekte präsentiert werden, und am Nachmittag nutze ich meistens die Zeit dafür, dass ich dann auf Basis dieser Präsentationen Konzepte entwickle für Stromversorgungen oder Kostenangebote erstelle oder Einreichunterlagen für diverse Behördenverfahren. Es gibt aber auch Tage, an denen ich mich nicht in meinem Büro aufhalte. Das sind die Tage, wo ich dann vor Ort bin, wenn neue Kabelstrecken oder Transformatorstationen in Betrieb genommen werden oder Baustellen begutachtet werden müssen beziehungsweise abgerechnet. Aber auch wenn es um Teambesprechung geht mit meinen Werkmeistern und meinem Monteuren, wenn man einfach über die weitere Vorgehensweise im Bezirk spricht und über die laufenden Baustellen, die anstehen.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Ich bin in Wien aufgewachsen, habe nach der Volksschule und 5-jährigem Gymnasium mich dazu entschieden, eine Lehre bei der damaligen Wien Strom zu absolvieren, war anschließend tätig als Monteur in Bereichen der Netztechnik, aber auch in Bereichen der Telekommunikation und habe anschließend nebenberuflich die HTL Ottakring für fünf Jahre besucht, im Fachbereich Elektrotechnik und Erneuerbare Energien. Und mit Absolvieren dieser Ausbildung habe ich die Abteilung gewechselt und auch die Tätigkeit. Und seit 2014 bin ich Netztechniker bei der Wiener Netze GmbH. Vor zwei Jahren habe ich entschieden, nach langer Überlegung, dass ich mich auf einer Fachhochschule bewerbe, weil ich mein technisches Wissen mit dem wirtschaftlichen Part ergänzen wollte. Und seit September 2018 studiere ich Unternehmensführung und Entrepreneurship an der FH Wien der WKW.

Ginge es auch ohne Deinen Werdegang?

Die Tätigkeit setzt einen HTL-Abschluss voraus im Bereich der Elektrotechnik. Es ist natürlich auch von sehr großem Vorteil, wenn man eine Baustelle oder den Ablauf eines Stromausfalls einmal aus der Sicht eines Monteurs miterlebt hat, weil man die Herangehensweise eines Netztechnikers aus mehreren Perspektiven einfach sieht. Und man einfach ein Projekt aus mehreren Beobachtungen versucht, durchzuführen und zu planen. Ich denke, es ist auf jeden Fall möglich, dass man, auch wenn man von außerhalb kommt, diese Tätigkeit macht. Es ist nur wichtig, dass man sehr viel Interesse an der Tätigkeit mitbringt und vor allem ein technisches Verständnis.

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