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Christiane GersterFachschwester für Anästhesie und Intensivmedizin im OP-Bereich & Praxisanleiterinbei Klinikum Burgenlandkreis GmbH
Stadt
Zeitz

“Fördere deine Selbstständigkeit“, wäre ein Ratschlag, den Christiane Gerster, Fachschwester für Anästhesie und Intensivmedizin im OP-Bereich & Praxisanleiterin bei Klinikum Burgenlandkreis GmbH, ihrem 14-jährigen Ich ans Herz legen würde. Ihr Aufgabenbereich ist die fachkundige Betreuung von Patienten während einer Operation und anschließend im Aufwachraum. Was sollte man für diese Position mitbringen? “Die Bereitschaft zur Weiterbildung - man trägt große Verantwortung.“

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Transkript

3 Ratschläge an dein 14-jähriges Ich...

Ein wichtiger Ratschlag ist, immer auf seine Schulnoten zu achten. Ein Zweiter wäre: Fördere deine Selbständigkeit, denn das kann sehr wichtig sein, um späteren Belastungen gewachsen zu sein. Außerdem ist es zu empfehlen, immer an seiner Sozialkompetenz zu arbeiten, da der Umgang miteinander sowie die Akzeptanz von Unterschiedlichkeiten sehr bedeutend für dein weiteres Leben sein können.

Was steht auf deiner Visitenkarte?

Mein Name ist Christiane Gerster, ich arbeite im Klinikum Burgenlandkreis am Standort Zeitz als Fachschwester für Anästhesie und Intensivmedizin im OP-Bereich. Hier bin ich ebenso als Praxisanleiterin tätig und habe die organisatorische Leitung der Reanimations-Schulungsgruppe.

Was ist das Coolste an deinem Job?

Wir arbeiten so nahe am Leben eines Menschen, wie eigentlich kaum ein anderer Fachbereich. Das ist für uns eine tägliche Herausforderung und stellt natürlich auch sehr große Ansprüche an uns selbst. Besonders spannend finde ich dabei die komplexen Zusammenhänge zwischen der Physiologie des Menschen und modernster Technik zu kennen und auch anwenden zu können. Wenn ein schwerverletzter Patient in unsere Klinik gebracht wird, dieser von uns versorgt werden muss und das Ganze nicht zuletzt durch das gute Zusammenspiel des ganzen Teams einen positiven Ausgang findet, das bleibt für mich immer etwas Besonderes.

Welche Einschränkungen bringt der Job mit sich?

Wir gehen täglich mit dem Thema Krankheit und Tod um, was jedes Lebensalter betreffen kann. Es kann plötzlich und unerwartet passieren, aber manchmal auch mit einem langen Leidensweg verbunden sein. Das stellt eine große psychische Belastung dar, was sich manchmal auch bis ins private Umfeld ziehen kann. Es müssen Dienste abgedeckt werden, die auf Sonn- und Feiertage fallen oder Nächte betreffen. Hier ist es schon sehr hilfreich, wenn die Familie als verständnisvoller Partner agiert. Allerdings muss man auch sagen, dass wir im Vergleich zu anderen Bereichen sehr gute und familienfreundliche Regelarbeitszeiten haben.

Worum geht es in deinem Job?

Das Klinikum Burgenlandkreis ist ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung mit zwei Standorten in Zeitz und Naumburg. In meinem Aufgabenbereich geht es im Allgemeinen um die fachkundige Betreuung von Patienten während ihres OP- und Aufwachraumaufenthaltes. Natürlich muss man die besondere psychische Situation der Patienten berücksichtigen, da es ist für die meisten außergewöhnlich ist, wenn man sich einer Operation unterziehen muss. Mein Leistungsspektrum umfasst dabei die Assistenzen eingängiger Narkoseverfahren. Dazu gehört auch die Vorbereitung des Patienten zur Operation, sowie das Legen venöser Zugänge und das Verabreichen von Medikamenten. Außerdem gehören auch das Überwachen von Vitalparametern, wie der Herz-Kreislauffunktion oder Atmung dazu. Aber auch die Assistenz in der Atemwegssicherung oder bei Regionalanästhesien. Im Aufwachraum betreuen wir unsere Patienten post-operativ, wobei unser Hauptaugenmerk auf der Schmerztherapie und auch auf dem Erkennen eventueller Komplikationen liegt. Wir müssen täglich Geräte überprüfen und natürlich auch bedienen können. In meiner Tätigkeit als Praxisanleiterin bin ich an der Aus- und Weiterbildung von Schülern und Praktikanten beteiligt. Hierbei finde ich es besonders wichtig, mein Wissen, meine Kenntnisse sowie meine Erfahrungen weitergeben zu dürfen und dabei aber selbst stets in dem Prozess des Lernens zu bleiben. Unsere Regelarbeitszeit beginnt in der Früh um sieben Uhr. Im normalen OP-Ablauf sind wir acht Stunden tätig. Im Aufwachraum sind es ebenfalls acht Stunden, nur etwas zeitverschoben, da wir darauf achten müssen, wann die ersten Patienten aus dem OP kommen. Außerdem gibt es noch den Bereitschaftsdienst, welcher mittags beginnt und bis zum nächsten Morgen andauert. Am Wochenende müssen die Bereitschaftsdienste 24 Stunden im Einsatz sein. Meine Tätigkeit als Praxisanleiterin ist in meine Tätigkeit als Anästhesieschwester komplett eingeschlossen. D.h. wenn Schüler oder Praktikanten sich bei uns anmelden und gerne bei uns hospitieren oder auch lernen möchten, sind sie mir als Praxisanleiterin oder einer zugeordneten Kollegin unterstellt und begleiten uns die ganzen acht Stunden.

Wie schaut der Werdegang aus?

Ich habe nach dem Abitur eine dreijährige Ausbildung zur Krankenschwester absolviert und bin seit dieser Zeit schon hier bei uns im Klinikum beschäftigt. Nach der Ausbildung habe ich in der Notaufnahme gearbeitet und bin seit 2001 jetzt in der Anästhesieabteilung unseres Klinikums beschäftigt. 2007 durfte ich an einer Weiterbildung in der Fachpflege zur Fachschwester für Anästhesie und Intensivmedizin teilnehmen und habe dann nach erfolgreichem Abschluss im Anschluss noch die Ausbildung zum Praxisanleiter absolviert.

Ginge es ohne deinen Werdegang?

Die Zugangsvoraussetzungen für eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger ist momentan ein guter bis sehr guter Realschulabschluss. Allerdings, um in so einem speziellen Bereich wie der Anästhesie tätig zu werden, sollte man schon die Bereitschaft zur Weiterbildung in der Fachpflege zeigen. Das ist wichtig, um einen qualitativ hohen Standard zu ermöglichen und natürlich auch die Patientensicherheit zu gewährleisten. Der Patient und dessen Zufriedenheit haben für uns oberste Priorität und ich muss mir über die Konsequenzen im Klaren sein, wie es wäre, wenn ich in diesem Bereich nur halbherzig tätig wäre. Ich muss täglich hinter dem stehen, was ich tue und trage natürlich eine sehr große Verantwortung. Das ist auch der Grund dafür, dass es sehr wünschenswert wäre, eine Fachweiterbildung zur Fachschwester Anästhesie Intensivmedizin anzuschließen.

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