Sonia MarinAuszubildende*r Auszubildende zur Mikrotechnologin, Fraunhofer EMFTbei Fraunhofer-Gesellschaft
Karriere Level
Auszubildender*e / Lehrling / Lernender*e
Studiengang
Lehre/Ausbildung

“Ein wichtiger Ratschlag wäre, nicht zu stolz zu sein. Man kann nie aufhören zu lernen und Erwachsene aber auch jüngere Leute können uns was zeigen.“ Zu Beginn ihrer Ausbildung als Mikrotechnologin mit Schwerpunkt Mikrosystemtechnik bei der Fraunhofer Gesellschaft lernt Sonia Marin Grundlagen zu Laborsicherheit, Elektrotechnik und Materialwissenschaft. In ihrer Abteilung wird flexible Elektronik hergestellt. “Als Mikrotechnologe braucht man Interesse an Wissenschaft, aber auch Sorgfalt, Feinmotorik und Geduld.“

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Transkript

Wer bist du und was machst du?

Ich heiße Sonia Marin und bin Auszubildende als Microtechnologin beim Fraunhofer EMFT, die Einrichtung für Microsysteme und Festkörper Technologien. Ich bin im dritten Lehrjahr.

Worum geht’s in deiner Lehre?

Fraunhofer ist eine Gesellschaft für angewandte Forschung. Die Fraunhofereinrichtung für Microsystem und Festkörpertechnologien macht Microsysteme mit ganz viel Sensorik und ich bin dabei in der Ausbildung als Mirkrotechnologin im Schwerpunkt Microsystemtechnik. Ich bin im dritten Jahr und das ist das letzte Jahr für diese Ausbildung. Es gebe noch einen anderen Schwerpunkt für diese Ausbildung, das heißt dann Halbleitertechnik. Die ersten zwei Jahre wird zusammen gelernt und dann wird der Unterricht ein bisschen mehr getrennt. Man lernt zuerst über allgemeine Sachen, Laborsicherheit, -umwelt und auch die Grundlage von Elektrotechnik, Materialwissenschaft, wie Halbleiter überhaupt funktionieren. Das ist für beide Berufsschwerpunkte wichtig und einige Prozesse, wie Chips aus Silizium hergestellt werden oder wie man Chips montiert. In meiner Abteilung machen wir besonders flexible Elektronik, also Elektronik auf Kunststofffolien mit Sensorik oder je nachdem was gemacht wird. Das ist sehr spannend, weil wir manchmal zwei verschiedene Technologien miteinander verbinden können und das noch nicht ganz erforscht wie das funktioniert. Im Betrieb habe ich ein Büro, das ich mit meinem Kollegen teile. Da darf ich Berichte schreiben oder auch Pause machen - ich darf ja nicht den ganzen Tag im Labor bleiben, weil das ist sehr laut und die Luft ist sehr trocken und man braucht Ausgleich indem man hinausgeht. Die Berufsschule für meinen Schwerpunkt Microsystemtechnik ist in Schleswig Holstein. Vier Mal pro Jahr habe ich drei bis vier Wochen einen Schulblock, da dürfen wir dort in Ferienwohnungen übernachten. Dort kann man sich auf das Lernen konzentrieren und in der Schule bekommt man zum Beispiel Unterricht über Chemie Grundlagen, die ich in der Arbeit nicht lernen würde, aber auch Gesetze über Entsorgungsmethoden und die Sicherheit in der Arbeit nehmen wir nicht die ganze Theorie in der Arbeit durch, sondern lernen sie auch in der Schule. Die Schule hat auch einen kleinen Reinraum, wo man Sachen üben kann, die nicht jeder im Betrieb hat.

Wie bist du zu dieser Lehre gekommen?

Ich komme aus Kanada. Nach der High School habe ich ein Studium im Collage gemacht in physikalische Technik. Später bin ich durch die Liebe nach Deutschland umgezogen und wollte dort zurück in meinen Beruf. Dann habe ich versucht eine Stelle zu bekommen, aber gleichzeitig habe ich mich interessiert für ein Bachelorstudium oder eine Ausbildung. Ich habe mich bei zwei Ausbildungsstellen beworben, wurde hier zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, das sehr lange gedauert hat - drei Stunden und wurde auch genommen. Das hat super geklappt und es gefällt mir sehr gut. Ich habe 2013 bei Fraunhofer angefangen und bin jetzt im dritten Ausbildungsjahr.

Welche Eigenschaften sollte man mitbringen?

Als Microtechnologe braucht man Interesse an der Wissenschaft, also Physik, besonders aber Elektrotechnik und eventuell auch Materialwissenschaft. Man sollte aber auch genau arbeiten, weil wir manchmal mit gefährlichen Stoffen arbeiten und da muss man sicherheitsbewusst sein, das man sich nicht schädigt, aber anderen auch nicht und das ist wichtig, dass man auch fein arbeiten kann. Es geht um ganz kleine Sachen, die eventuell mit ganz feinen justierungen und ganz viel Geduld nachbearbeitet werden müssen.

Was ist das Coolste an deiner Lehre?

Das Coolste an meiner Ausbildung ist das ich durch diese Forschung und Entwicklung an Projekte heran komme, die noch nicht auf dem Markt sind. Sachen die man sonst noch nicht kennen würde und vielleicht Objekt der Zukunft sind.

Was ist die größte Herausforderung?

Eine Herausforderung bei meiner Ausbildung oder bei meiner ganzen Abteilung ist das wir viele Entwicklungsprojekte gleichzeitig laufen haben und diese alle einen Termin haben. Aber das ist gerade so, dass bei der Entwicklung viele Sachen nicht rechtzeitig klappen und dann gibts Zeitdruck, weil wir Verspätung haben und wir auch andere Sachen neu anfangen müssen. Eine andere Herausforderung für andere Kollegen, die im Produktionsbetrieb arbeiten ist das sie vielleicht Schichtarbeit haben und daher ganz früh anfangen müssen. Das wäre für mich sehr schwierig. Ich habe aber viel Glück hier beim Fraunhofer, das wir Gleitzeit haben, also ich darf zwischen 7 Uhr und 9 Uhr 30 in der Früh anfangen und das ist für meinen Lebensstil sehr passend.

Der wichtigste Ratschlag in deinem Leben… ?

Ein wichtiger Ratschlag wäre nicht so stolz zu sein, das habe ich nicht nur von meinem Vater gehört, aber auch von meinem Vater. Das ist echt wichtig, weil wir das als Jugendliche vielleicht nicht ganz verstehen, aber man kann nie aufhören zu lernen und erwachsene, aber auch jüngere Leute können uns etwas zeigen. Wenn man zu stolz dafür ist, dann bekommt man das nicht mehr mit und man ist vielleicht auch nicht mehr so angenehm für die anderen.

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