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Daniela Kullmann
Mitarbeiterin im Baureferat
bei Bezirk Oberbayern
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Stadt
München
„Ich arbeite im Baureferat als Architektin und als Projektsteuerung, zum Teil auch als Bauherrenvertretung.“ Daniela Kullmann ist Mitarbeiterin im Baureferat des Bezirks Oberbayern. Ihr Arbeitstag gestaltet sich dabei sehr vielfältig, weil sie neben klassischen Bürotätigkeiten zum Beispiel auch Baustellen besichtigt und sich in Besprechungen mit ihren Kollegen über diverse Projekte abstimmen muss, was sich oft auch in die Länge ziehen kann. „Ich muss mich an die Regularien der verschiedensten Gesetze halten, weil ich ein öffentlicher Auftraggeber bin.“

Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich...?

Wichtig ist, leider die Schule. Ohne einen guten Schulabschluss, bietet das Leben dir relativ wenig Chancen oder ist nicht so breit gefächert, wie mit einem guten Schulabschluss. Ich würde mir selber vorschlagen, ganz frei zu sein, offen für alles. Die Welt zu erkunden und nicht zwingendlich immer auf die Eltern hören und vielleicht auch nicht so bodenständig zu sein, aber, dass ergibt sich dann mit der Zeit, nämlich mit der Entwicklung. Ich hatte Zeit für Entwicklung und die würde ich mir selber nochmal ganz stark ans Herz legen.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Mein Name ist Daniela Kullmann, ich bin Diplomingenieurin für Architektur, arbeite im Bezirk Oberbayern, im Baureferat.

Was ist das Coolste an Deinem Job?

Das wunderbarste an meinem Job ist die Vielfältigkeit, die habe ich in keinem anderen Architekturbüro, weil ich von Schulbauten, über Krankenhausbauten, über Museumsbauten, einen ganz breiten Fächer habe. Ein Architekturbüro ist meistens spezialisiert auf einzelne Bereiche, wie zum Beispiel Krankenhausbau und dort wird man in eine Schublade geschoben, Wettbewerbsabteilung, Ausschreibung oder Bauleitung und hier kann ich alles abdecken.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Das nicht so schöne an meinen Beruf sind die langen Entscheidungsphasen. Bis ein Projekt überhaut startet, bis wir überhaupt eine Entscheidung zum Beispiel bei einer Bemusterung haben und zum Teil eben auch, ich muss mich an die Regularien der verschiedensten Gesetze halten, weil ich ein öffentlicher Auftraggeber bin und das macht es etwas langwierig.

Worum geht es in Deinem Job?

Der Freistaat Bayern hat drei Ebenen, die Gemeinden, die Landkreise und Bezirke und ein Bezirk ist nämlich der Bezirk Oberbayern und in dem arbeite ich. Der Bezirk Oberbayern hat auch ein Baureferat, weil er sich um seine vielen Liegenschaften kümmern muss, Liegenschaften sind zum einen, Schulen, Krankenhäuser und zum Beispiel gehört auch ganz verrückt ein Kloster dazu, nämlich das Kloster Seeon. Ich arbeite im Baureferat als Architektin und als Projektsteuerung und zum Teil auch als Bauherrenvertretung. Das bedeutet, ich erfülle die Aufgaben eines Architekten, das heißt ich kann zeichnen, ich kann ausschreiben und auf der anderen Seite bin ich Projektsteuerung, nämlich kein Dienstleister, sondern ich überwache die verschiedensten Planer, die mir zugeteilt sind, bei den Projekten, zum Beispiel ein Neubau einer Liegenschaft zum Beispiel, hier wäre zu erwähnen, das Freilichtmuseum Glentleiten, da wird derzeit gerade der Neubau erstellt, und da sind wir ein Teil der Bauherrenvertretung. Wenn ich morgens uns Büro komme, das ist unterschiedlich, wenn ich nämlich zum einen auf die Baustelle gehe, bin ich morgens schon gleich auf der Baustelle, das ist so halb 8. Dann laufen wir über die Baustelle, schauen was passiert ist, und werden uns mit den verschiedenen Firmen zusammensetzen und dort abmachen, was sie in der nächsten Woche zu leisten haben. Danach gehe ich in Büro, da kann es schon gerne mittags sein und da habe ich mich um die verschiedensten E-Mails zu kümmern zum Beantworten, verschiedene Dinge weiterzuleiten. Ich muss die Post für meine Kollegen machen und haben dann auf meinem Tisch ganz viele Rechnungen, Nachträge und andere Fragen zu beantworten und meistens habe ich den ganzen Tag über verteilt Meetings. Meetings sind zum einen, die Bauherrenbesprechung, zum anderen, sind des Planerrunden. Bauherrenbesprechungen, da stellen uns die Planer zum Beispiel vor, welche Lampen sie gerne in die Objekte bringen würden und in den Planerbesprechungen geht es manchmal um Details, wie führt man etwas aus oder, kann es überhaupt ausgeführt werden, wo gibt es Probleme, wo ist Gesprächsbedarf, wo müssen wir als Bauherr Entscheidungen treffen

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Also geboren bin ich in Zeitz, das ist ein kleiner Ort in Sachen-Anhalt. Dort habe ich zunächst die Grundschule absolviert, später dann das Gymnasium, also ich hab Abitur gemacht. Nach dem Abschluss vom Abitur, das war 1995, bin ich nach Hamburg gegangen. Und habe dort für 2,5 Jahre eine Bauzeichnerlehre gemacht. Später habe ich mich dann in Weimar eingeschrieben und hab dort Architektur studiert. Ganz klassisch, 12 Semester habe ich gebraucht, weil ich ein Pause-Semester hatte und nach dem Abschluss habe ich erst in Weimar gearbeitet, dann in Frankfurt am Main und dann bin ich auch schon nach München gekommen und hab 2010 beim Bezirk als Architektin angefangen.

Ginge es auch ohne Deinen Werdegang?

Man sollte ein abgeschlossenes Studium vorweisen, in Architektur oder Bauingenieurswesen oder Umwelttechnik oder auch Maschinenbau. Ehm, wichtig ist, um hier zu arbeiten, dass man schon strukturiert ist, aber auch offen für alles Neue. Denn die Vielfältigkeit der Projekte, lässt eine Vielfältigkeit der Herangehensweise vor und eine Freiheit indem, wie ich etwas schaffe. Trotzdem brauche ich die Voraussetzung eines Architekten oder eines Fachplaners, um das Fachwissen mitzubringen.

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