Albert Mallistellv. Senderchefbei Hitradio Ö3
Stadt
Wien

“Hör’ nicht auf deine Eltern, die sagen dir sowieso nur einen Unsinn. Hör’ in dich hinein, das ist in dem Alter gar nicht so leicht”, sind die Ratschläge von Albert Malli, stellvertretender Senderchef bei Hitradio Ö3, an sein 14-jähriges Ich. Was er tut? “Ich beschäftige mich immer mit den Dingen, von denen noch gar niemand was weiß, nämlich mit der Zukunft.”

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Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich!

Nimm die Noten in der Schule nicht so ernst, die sind im späteren Leben vollkommen egal. Dann, bitte mache das, wofür du dich interessierst. Für irgendwas wirst du dich ja interessieren. Mach das, was dir Spaß macht. Höre nicht auf deine Eltern, die sagen dir sowieso nur einen Unsinn, höre in dich hinein, das ist in dem Alter gar nicht so leicht. Stehe zu dem, wofür du dich schon jetzt begeistert hast.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Auf meiner Visitenkarte steht Albert Malli, Stellvertretender Senderchef Ö3, Leiter Station Operations und neue Medien.

Was ist das coolste an Deinem Job?

Das Coolste an meinem Job ist, dass es jeden Tag wieder überraschend ist, und dass jeden Tag wieder was Neues auftauchen kann und dass ich mich immer mit den Dingen beschäftige, von denen noch gar niemand was weiß, nämlich mit der Zukunft. Ich weiß schon jetzt, wie die Ö3-App aussehen wird, die erst in drei, vier Monaten rauskommt. Das gefällt mir total. Dass ich was fertig machen kann, denn die App, die baue ich, wie ich die Sandburg in der Sandkiste gebaut habe, und ich glaube auch, dieses verspielte, dieses Lausbuben in der Sandkiste, das muss man sich bewahren, dann macht es im Job genau so viel Spaß, wie mit fünf Jahren in der Sandkiste.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Einschränkend finde ich persönlich, da war mir die Zeit als freier Mitarbeiter lieber, dass es so fixe Dienstzeiten gibt. Das nervt mich oft. Also wenn ich um drei Uhr nachmittags ausgebrannt bin, würde ich gerne kurz rausgehen und dann eh wieder vielleicht am Abend weiterarbeiten. Aber das geht hier leider nicht.

Worum geht es in Deinem Job?

Ein Sender, der 24 Stunden sendet, da muss im Hintergrund alles reibungslos funktionieren, und das ist eigentlich meine Arbeit. Die Hörer sehen von der Uhr das Zifferblatt und ich bin für die vielen Zahnräder im Hintergrund zuständig. Das nennt man Station Operations. Ich bin die Schnittstelle zwischen Programm und Technik, aber auch ganz aktuell, wenn wir eine neue Chartshow starten, bin ich derjenige, der den Vertrag macht, zum Beispiel mit der Firma, die uns die Charts anbietet. Und mein zweiter großer Aufgabenbereich ist neue Medien, das heißt, ich bringe Ö3 schon seit vielen, vielen Jahren auf neuen Plattformen. Also dass man das Radio nicht nur über UKW hört, sondern auch in der Handy-App oder sogar im Visual Radio, wie im TV. Oft habe ich in der Früh schon einen Auswärtstermin, den mache ich ganz gerne am Tagesrand aus, damit ich nicht so viel hin und her fahren muss. Beispielsweise bin ich von neun bis elf Uhr bei einen Solution-Partner von uns, der für uns die Handy-Apps programmiert, zu einem Brainstorming, aber auch zu einem Umsetzungsmeeting, dann fahre ich zum Sender, in der letzten Zeit möglichst mit dem E-Bike und möglichst wenig mit dem Auto, um auch fit zu bleiben. Habe am Sender kann ich, habe ich dann hoffentlich eine halbe Stunde Zeit, die ersten Mails zu checken und dann habe ich wahrscheinlich wieder den einen oder den anderen auch internen Termin, Brainstorming-Runde etcetera. Man hört sehr oft Ö3 zuhause, im Auto. In meiner Position ist es auch üblich, dass man jederzeit erreichbar ist, das Handy ist immer eingeschaltet. Man ist leider auch verführt, die Mails auch in der Freizeit mitzulesen, aber von der Arbeitszeit ist es jetzt sehr viel regelmäßiger, als früher. Wenn du Reporter bist, kannst du zu jeder Tages und Nachtzeit raus müssen.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Ich muss ja da wirklich mit der Schulzeit beginnen, denn ich bin, seit ich Schüler bin, bei Ö3. Ich bin mit 17 als damals Schülerzeitungsredakteur mit einem der ersten Walkmans, so hat das damals geheißen, mit Aufnahmemöglichkeit, in das Funkhaus Wien damals, in die Argentinierstraße rein gestürmt und habe mich durchgefragt, wer denn hier für die Jugendredaktion Zack-Zack zuständig ist, ich hätte ein Interview abzugeben. Und habe dann dort, diese Audiokassette war das damals, die Audiokassette bei dem Chef dort liegenlassen und war sehr, sehr stolz auf mich, ich hatte fette lange Haare, einen Atomkraft-Nein-Danke-Sticker getragen und eine rote Adidas-Jacke, die heute auch wieder schick ist, lustiger weise, das weiß ich noch ganz, ganz genau. Das war meine erste Begegnung mit Ö3, habe dann wochenlang nichts mehr davon gehört, auch nicht mehr daran gedacht und dann bekomme ich einen Anruf: du, du hast tolle Interviews da gemacht, das war ein Interview mit Motz am Donnerbrunnen in Wien, die werden heute Abend gesendet. Na, bist du blöd. Damit habe ich ja überhaupt nicht gerechnet. Die wurden dann auch gesendet, war ich natürlich irrsinnig stolz, die ganze Familie verständigt, dass man heute Abend Radio hören muss, weil ich bin im Radio und dann habe ich wieder nichts mehr gehört, und dann habe ich einen großen Brief bekommen, herzlich willkommen als freier Mitarbeiter im ORF, hier sind unsere Geschäftsbedingungen und hier ist ihr erstes Honorar. Das waren damals 612 Schilling, das weiß ich ganz genau und ich habe mir gedacht: bist du blöd, du kannst für das, was du so gerne machst, auch zu Geld machen. Und ich habe auch als Schüler noch nicht recht gewusst, wie ich mein Geld ausgeben soll. Die Mami hat die Wäsche gemacht und für uns gekocht, und ich habe mir damals erstmal einiges angespart. Ich kann es mir gar nicht mehr recht vorstellen, ich bin jetzt fast genau 30 Jahre bei Ö3. Man nennt das dann immer gerne Radio-Urgestein. Ich fühle mich aber noch sehr, sehr jung. Ich glaube, der Sender hält auch jung.

Ginge es auch ohne Deinem Werdegang?

Man ist immer ersetzbar. Also ich bin sicher, dass meinen Job auch ein anderer sehr gut machen könnte. Ich glaube, ich kann ihn deshalb besonders gut machen, weil ich Radiomache von der Pike auf gelernt habe. Das hilft mir im Alltag natürlich sehr, weil ich die Abläufe so genau kenne und die Abläufe muss ich kennen. Also, wie lange braucht man, um ein fünfminütiges Interview zu schneiden. Da kann mir niemand einen Bären aufbinden, das habe ich Jahre genug selbst gemacht. So gesehen, der große Vorteil ist schon, es von der Pike auf gelernt zu haben. Aber da gibt es genug andere, die das auch könnten, glaube ich. Ich glaube, man muss ein Stück weit gut organisiert sein, also, man muss ordentlich sein auch, pünktlich, korrekt. Dann sollte man auch sehr viel Menschenkenntnis haben, man sollte ein großes Herz haben, damit man auch spürt, wie es den anderen Kollegen und Kolleginnen geht, damit man besser auf sie eingehen kann. Damit man auch ein Radar dafür hat, welche Probleme kommen könnten, bevor sie noch ausbrechen, diese Feinfühligkeit, diesen Sensor sollte man haben. Und wer das hat, der ist für diesen Job gut geeignet.

Wie werde ich

Journalist*in

<p>Als Journalist arbeitest du für verschiedene Massenmedien in den Bereichen Print, Hörfunk, Fernsehen oder im Online-Bereich. Für eine Zeitung oder Zeitschrift recherchierst du beispielsweise zu aktuellen Themen, sammelst Informationen, schreibst Nachrichtenmeldungen oder auch meinungsbildende Kommentare. Beim Radio führst du unter anderem Interviews, schneidest Beiträge und sprichst zum Teil auch selbst bei deinen Reportagen. Für das Fernsehen bereitest du in Redaktionen Sendungen vor. Von Nachrichten- über Wissens- bis hin zu Ratgeberformaten ist hier alles möglich. Im Online-Bereich kommen vermehrt multimediale Herausforderungen auf dich zu, da hier die Verknüpfung von Text, Bild, Audio, Video und z.B. interaktiven Grafiken im Vordergrund steht. Im Journalismus gibt es sowohl die Möglichkeit fest angestellt bei einem Medienunternehmen oder als freier bzw. freiberuflicher Journalist zu arbeiten. Hierbei wird unterschieden in Redakteure, die bei Presse, Hörfunk oder auch in Nachrichtenagenturen arbeiten, sowie in Reporter, die sozusagen im Außeneinsatz bei aktuellen Ereignissen zur Recherche vor Ort sind. Daneben gibt es noch Korrespondenten, die z.B. im Ausland für ihre Heimatredaktion tätig sind. Auch Pressefotografen und Bildredakteure gelten als Journalisten. Hinzu kommt der Bereich Öffentlichkeitsarbeit, denn in Pressebüros von Unternehmen, Organisationen oder Behörden sind Pressesprecher und Pressereferenten mit journalistischer Expertise sehr gefragt.</p>

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