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Robert KratkyModeratorbei Hitradio Ö3
Stadt
Wien

"Da gibt es diesen Moment, da weißt du, es ist ein Millionenpublikum dran. Du spürst es irgendwie. Und die Sonne geht auf und scheint durch das Fenster. Das ist durch nichts aufzuwiegen,“ gibt Robert Kratky, Moderator bei Hitradio Ö3, einen Einblick in seinen Job. Seine Funktion im Ö3 Wecker Team ist es, die vorbereiteten Inhalte mit seiner persönlichen Note zu präsentieren und durch die Sendung zu führen. Sein Ziel? "Mir etwas zu überlegen, um die Menschen besser informiert und besser gelaunt in den Tag zu bringen.“

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Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich!

Dann wäre der erste, mach die Schule fertig, lerne so viel du kannst. Der zweite, erzähle nicht allen Leuten zu Hause, dass du jetzt dann bald den Ö3 Wecker moderieren wirst, wenn es noch zehn Jahre dauert, bis du zum ersten Mal on Air darfst. Ist peinlich. Und der dritte Rat an mein 14-jähriges Ich wäre wahrscheinlich, bau privat nicht so viel Scheiße.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Mein Name ist Robert Kratky, und hätte ich eine Visitenkarte, würde darauf stehen, Ö3 Wecker Anchor.

Was ist das coolste an Deinem Job?

Da gibt es diesen Moment, da weißt du, es sind, es ist ein Millionenpublikum dran, du spürst das irgendwie, ja. Die hören dir zwar jetzt nicht alle aufmerksamst zu, du bist Begleiter, aber trotzdem, das ist echt groß. Und dann geht die Sonne auf, und sticht so rotgolden durch das Fenster herein, und es läuft vielleicht gerade der richtige Song, du hast gerade etwas Gutes, etwas Intelligentes, oder zumindest etwas Witziges gesagt, was auch die anderen lustig finden. Und das sind so Momente, das ist durch nichts aufzuwiegen. Also ich habe auch schon große Fernsehshows moderiert, und habe mir gedacht, ja, dieser Moment, wenn du rauskommst auf die Bühne, und die Kameras fahren auf, und Rotlicht geht an, und das Publikum applaudiert, das ist eh ganz fein, ja. Aber es ist niemals mit dem zu vergleichen, was du erlebst, hier, im Ö3 Wecker-Studio, wenn die Frühlingssonne aufgeht. Das ist an manchen Tagen einfach großartig. Und das sind Momente, die gibt es nur hier, in diesem Job.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Schlafmangel. Du lebst in einem Dauerjetlag. Wenn sich irgendetwas an deinem Rhythmus verschiebt - je älter du wirst, umso schlimmer wird das übrigens noch, dann bezahlst du echt bitter. Teilweise weißt du dann einfach kaum noch irgendwie, dass du ... sollst. Das ist schwierig. Du musst dich sehr, sehr gut organisieren. Wenn man jetzt prinzipiell eher ein Chaot ist, wie ich es eigentlich wäre, auch eine große Herausforderung. Du musst dich dauernd informieren, du musst, und du musst, wenn du - was auf der einen Seite eine schöne Sache ist, aber auf der anderen Seite natürlich eine Herausforderung für sich - du musst, wenn du in der Öffentlichkeit stehst, sehr aufpassen, wie du dich benimmst in der Öffentlichkeit. Und du musst eigentlich immer freundlich sein, auch mal, wenn du nicht gut drauf bist. Und du musst damit leben, dass zum Beispiel dein Privatleben in der Zeitung steht. Oder dass, wenn irgendwas ist, dich hält die Polizei auf, dann bist du damit plötzlich in den Medien, ja. Und jeder darf über dich schreiben, sicherlich der größte Nachteil in diesem Beruf. Der große Vorteil, weil deswegen gibt es ja auch Werbeverträge, und man verdient halt auch gut Geld, aber der große Nachteil von Bekanntheit oder Popularität ist, dass zum Beispiel jeder im Internet über dich schreiben kann, was er möchte. In den Kommentaren, in den anonymen, da fallen sie dann über dich her. Und den zeigst du mir, dem das nichts ausmacht, wenn die Leute dich teilweise auf ärgste Art beschimpfen oder glauben, sie müssen halt besonders lustig sein, aus reiner Boshaftigkeit. Weil Menschen halt oftmals lieber was Böses schreiben als was Gutes. Das sind Dinge, mit denen muss man persönlich halt mal zurechtkommen. Und das ist sicher ein Nachteil.

Worum geht es in Deinem Job?

Hitradio Ö3 ist Österreichs größter Radiosender mit knapp 2,8 Millionen Hörern täglich. Der Ö3 Wecker, Österreichs größte Morgenshow ist mein Job, gemeinsam mit einem sehr großen Team, meine spezielle Funktion ist die des Anchors, wie wir das nennen, also ich bin sozusagen der Oberkellner in einem riesigen Wirtshaus, ja, in einem riesigen Restaurant, und serviere dann mit der Zugabe meiner persönlichen Ideen das, was sich sehr, sehr viele andere auch jeden Tag einfallen lassen, für unsere Hörerinnen und Hörer. Mein Job ist es, die Sendung zu fahren, sprich, auch die Technik für die Sendung zu machen. Früher gab es da ja eigene Sendetechniker, heute wird das alles im sogenannten Selbstfahrerbetrieb gemacht. Man ist also echt DJ, und mir zu überlegen, was ich in der Früh sagen kann, um die Menschen besser informiert, oder besser gelaunt in den Tag zu bringen.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Also ich bin geboren in Salzburg im Mai '73, und habe dann eine normale Schulausbildung gemacht bis zu dem Zeitpunkt, wo mir irgendwann einmal der Direktor angeboten hat, zwei Möglichkeiten. Entweder, ich muss die Schule verlassen, aufgrund gewisser Schwierigkeiten in gewissen Fächern, und zwar für immer, oder ich würde ihm versprechen, Priester zu werden, weil er gemeint hat, die römisch-katholische Kirche brauche solche Leute wie mich, mit so einer Goschen, dann würden sie mir bei einer Matura helfen. Da bin ich das erste Mal darauf gekommen, dass ich erwachsen werde. Ich konnte ihn nicht anlügen, und habe die Schule verlassen. Ich bin dann über eine Medienagentur, da habe ich geschrieben für, so Kleinigkeiten, für den Standard in Wien, und diverse Wiener Zeitungen, eben auch Salzburg, ins Landesstudio Salzburg reingerutscht, weil das war genau gegenüber, da habe ich immer Mittag gegessen. Ich habe dann irgendwelche kleine Sprecherjobs erledigt, habe dann zum ersten Mal Beiträge für Ö3 dort abgeliefert, wurde dann in Salzburg gefeuert, vom Landesstudio Salzburg, habe am selben Tag ein Angebot von Ö3 bekommen, nach Wien zu gehen, habe dann bei Ö3 begonnen, und zwar wirklich vom Kaffee holen, das ich sicher eineinhalb Jahre gemacht habe, über Beiträge schneiden, kleine Dinge schreiben, Ö3 Wecker-Moderatoren betreuen, über Journalismus, ich war lange Jahre Reporter, war Kinokritiker, habe dann die Produktionsabteilung, bin in die Produktionsabteilung gekommen, habe geschrieben, Comedy, habe immer wieder moderiert, wurde von der Moderation immer wieder gefeuert mit dem Vermerk, ich bin zu schlecht. War dann zweiter Moderator im Ö3 Wecker, und Producer des Ö3 Weckers, und irgendwann dann halt einmal, vor zehn Jahren genau, habe ich dann sozusagen den Job des Chefmoderators bekommen, und halte mich da einigermaßen wacker. Mal mehr, mal weniger.

Ginge es auch ohne Deinem Werdegang?

Wenn jemand gerne eine Morgenshow moderieren möchte, ja, dann muss er sich über eine Tatsache klar sein, das Leben, wie man es bis dahin kannte, ist dann vorbei. Du musst sehr, sehr rigoros darauf achten, auf deinen Körper, auf deine Gesundheit, auf deine Zeiteinteilung. Es leiden Beziehungen, es leiden Freundschaften, und man muss höllisch aufpassen, dass man den Kontakt zum normalen Leben nicht verliert, weil man alles, was man... es geht gar nicht um das frühe Aufstehen, es geht um die Energie, die brauchst, in der Früh, für diese Stunden der Morgenshow, das ist extrem energieraubend, du musst wahnsinnig schnell denken, du musst wahnsinnig gut aufpassen, du musst extrem viel in dich aufnehmen, um es zu verarbeiten, und dann weitergeben zu können, und du musst immer am Ball bleiben. Du hörst nie auf zu lernen, du darfst nie aufhören, dich zu informieren, du musst andauernd mit Menschen sprechen, und das ist eine extrem energetische Aufgabe. Und auch eine energieraubende Aufgabe. Man muss sich der Tatsache klar sein, dass man dann am Nachmittag nicht aufsteht, und sich denkt, juhu, jetzt habe ich irgendwie den Nachmittag frei, wo andere noch arbeiten müssen. Man ist erster Linie mal fertig. Du bist in einer Art Dauerjetlag. Und diesen Preis muss man bezahlen wollen.

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