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Elke Lichtenegger
Moderatorin
bei Hitradio Ö3
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Stadt
Wien
“Ich hab’ nach der Schule beschlossen: Ich werde niemals studieren, ich geh’ gleich zum Radio. Jawohl, ich will groß, berühmt und reich werden”, erzählt Elke Lichtenegger, die heute erfolgreich bei Hitradio Ö3 als Moderatorin arbeitet und nun doch studiert. “Ich seh’ das jetzt nicht so als Job, sondern mehr als ‘Freizeitbeschäftigung’!”

Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich!

Such dir einen Job, den du liebst und such dir was, was du jeden Tag gerne machst, Gott sei Dank hab ich das gemacht, nicht zu viel Zeit vertrödeln, sondern echt schauen, dass du früh erfolgreich bist, früh Karriere machst. Mach viel Sport und hör auf zu rauchen, kein Scheiß.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Elke Lichtenegger, Ö3 und es steht Moderatorin drauf.

Was ist das coolste an Deinem Job?

Einfach, dass ich das sagen kann, was ich mir denke, was mich bewegt. Ich kann Musik spielen, die ich wahnsinnig wichtig finde einfach. Musik habe ich immer in meinem Leben irgendwo. Wenn ich schlecht drauf bin, höre ich vielleicht andere Musik, als wenn ich gut drauf bin. Wenn ich tanzen will, höre ich Musik. Wenn ich Freunde da habe, höre ich Musik und das kann ich in meinem Job einfach jeden Tag machen. Deswegen ist es einfach das Geilste auf der ganzen Welt und was ist noch cool, ja, dass ich einfach keine fixen Arbeitszeiten in dem Sinne jetzt habe, also ich komme nicht um neun Uhr ins Büro und fahre um 17 Uhr mit allen anderen wieder nach Hause und es ist einfach, es arbeiten einfach viele echt entspannte, lustige, kreative Leute, mit denen du wirklich Spaß haben kannst, beim Radio. Es ist einfach ja, cool.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Dass man, wenn man zum Beispiel auch mal ein Wochenende opfert, vielleicht auf der anderen Seite das Privatleben vielleicht ein bisschen mal einschränken muss, weil ja am Wochenende haben die anderen frei und machen Sachen und du bist dann halt in der Arbeit, aber es ist ja auch nicht so, dass ich jedes Wochenende Arbeit habe oder auch am Freitagabend. Ich moderiere dann zwischendurch auch mal die Top 40, das heißt, ich sitz dann halt am Freitagabend im Sendestudio und nicht irgendwo in der Bar oder sonst irgendwo und heb mit den anderen einen, aber aufgrund der Tatsache, dass ich es gern mach, das ist einfach, ich seh das jetzt nicht mehr so als Job, sondern eher so als Freizeitbeschäftigung. Es ist jetzt für mich null schlimm, also stört mich nicht.

Worum geht es in Deinem Job?

Ö3 ist der größte österreichische Radiosender, öffentlich-rechtlich, und ich bin Moderatorin, das heißt, meine Aufgabe ist es, das, was hier im Hause passiert, nach außen zu transportieren und den Leuten da draußen so zu erzählen, dass man es auch versteht. Und ja, Sendung habe ich immer Nachmittags zwischen zwei und vier, da geht es hauptsächlich um Musik, das heißt ich beschäftige mich wahnsinnig viel mit Songs, Interpreten, neue Songs, woher kommen die, ja ein paar Geschichten dazu, die mir einfallen zu den Künstlern, das ist so meine Hauptaufgabe. Also Kommen tu ich meistens so um zwölf circa, manchmal auch ein bisschen früher, manchmal um halb eins, also so um den Dreh, weil ich einfach zwei Stunden Vorbereitungszeit brauche. Ich sitz dann draußen am Schiff heißt das bei uns, das einfach ein offener Platz, wo die gesamte oder ein Teil der Redaktion, die halt das laufende Programm macht, arbeitet und da spricht man sich dann halt ab mit Wetter, mit Verkehr, mit dem Chef vom Dienst, also einfach, was sind so die Themen, die heute irgendwie schon verbraten worden sind am Vormittag, weil dann rede ich nicht am Nachmittag noch tausendmal über das Baby von Will und Kate oder sonst irgendwas, weil sonst gibt es einfach einen Overkill. Dann schau ich mir an, welche Musik habe ich drin in meinem Sendeplan, dann geh ich in die Musikredaktion, quatsch ich mit denen nochmal, was wollt ihr herausstreichen, was ist wichtig, und drum rum gestalte ich dann meine Moderationen, wie ich sag, das bleibt am Ende des Tages mir überlassen.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Also in der Schule hab ich es gehasst, weil so viele Sachen dabei waren, die mich nicht interessiert haben und in denen war ich leider auch grottenschlecht, in den anderen dafür saugut. Deswegen hab ich auch nach der Schule beschlossen: Ich werde niemals studieren, sondern ich gehe gleich zum Radio. Jawohl, ich will groß, berühmt und reich werden. Gut, das ist alles nicht eingetreten, außer groß vielleicht, aber ja ich bin beim Radio gelandet, habe dort Praktika gemacht bei verschiedenen Stationen, habe dann schnell mal ein Angebot bekommen von einem Radiosender, dort die Musikredaktion zu machen, habe ich dann auch gemacht, aber hab dann gesagt, ich möchte unbedingt moderieren, weil mir das einfach taugt. Hab dann nebenbei zu üben begonnen, hab dann dort auch schnell zu moderieren begonnen, hab dann beides gemacht. Vier Jahre war ich dann dort, bin dann danach zu Ö3 gewechselt, jetzt bin ich seit sechs Jahren bei Ö3, studier mittlerweile doch wieder, also es hat sich dann irgendwie ergeben, dass ich mir gedacht hab, ja ich brauch einfach für nachher was, weil ich weiß, dass es ein Job mit Ablaufdatum ist, weil du, dein Pensionsalter tritt einfach früher ein, sagen wir es mal so und du solltest halt überlegen, was du danach dann machen willst und deswegen habe ich mich für Kunstgeschichte inskribiert und mach das jetzt einfach nebenbei, weil es mich interessiert und weil es gute Allgemeinbildung ist, und ja, so hat es sich dann doch irgendwie ergeben, das Lernen und Arbeiten.

Ginge es auch ohne Deinem Werdegang?

Ich glaube, es gibt die verschiedensten Wege, um beim Radio moderieren zu können. Entweder man kann es einfach und man hat einfach das Talent, oder man hängt sich einfach voll rein und gibt alles und erlernt es sich. So oder so, wenn man es will, dann schafft man es. Ich hab nebenbei schon eine Sprechausbildung gemacht, ja natürlich, weil du einfach die Basics lernst, aber am Ende des Tages sollst du ja, wenn du da rein sprichst, trotzdem noch du selber sein und dich jetzt nicht irgendwie verstellen. Also du sprichst ja ganz normal einfach. So, wie wir uns jetzt unterhalten, so spreche ich auch da rein. In erster Linie sollte man vielleicht mal kein Lampenfieber haben, oder das Problem, vor einer größeren Menge Menschen aufzutreten und zu sprechen. In Wirklichkeit stellst du dir vor die Menschen, die draußen sind, die nur in die Arbeit fahren oder ihre Kinder abholen, von der Arbeit oder was weiß ich was, herumfahren oder Wurst, ja das sind halt die Menschen, mit denen du kommunizierst, und deswegen glaube ich, sollte man das gern machen. Man soll offen sein, spontan, kreativ, lustig. Ich glaub, man soll sich jetzt auch nicht fixieren auf einen Nine-to-Five-Job, weil das ist es einfach nicht. Wir sind 365 Tage im Jahr 24/7 einfach da, egal ob Weihnachten oder Ostern oder sonst irgendwas, oder Wochenende, und sonst früh starten.

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