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Thomas KamenarModeratorbei Hitradio Ö3
Stadt
Wien

“Alles, was ich jetzt bin, ist nur die Summe aller Entscheidungen, die ich auch als 14-Jähriger getroffen habe. Und deswegen würde ich einfach sagen: Mach’ weiter.” Thomas Kamenar ist Moderator bei Hitradio Ö3. Dass Kreativität gefordert wird, gefällt ihm besonders gut: “Es ist dann nichts Weltbewegendes, das du gemacht hast, aber wenn du einen Hörer irgendwie packst, dann hast du eigentlich schon gewonnen.”

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Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich!

Mache weiter. Das ist der einzige Ratschlag, den ich ihm geben würde, weil ich bin jetzt mit 34 an einer Stelle meines Lebens angekommen, an der ich eigentlich sehr glücklich bin und, so denke ich zumindest, mit mir im reinen. Jeder hat so seine Probleme seine kleinen, aber ich gefalle mir jetzt mit 34 und das ist schon einmal / das ist, finde ich, einmal eine große Leistung, dass du zufrieden bist mit dem was du bist. Und alles was ich jetzt bin ist nur die Summe aller Entscheidungen, die ich irgendwann, auch als 14-Jähriger, getroffen habe und deswegen würde ich einfach sagen, mache weiter. Ich will kein anderes Leben führen.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Auf meiner Visitenkarte steht Thomas Kamenar, Ö3 Moderator und darunter stehen noch Telefonnummer und das

Was ist das coolste an Deinem Job?

Dass ich mit vielen, wirklich vielen, vielen sehr lässigen Leuten zusammenarbeiten kann. Dass ich immer wieder andere Arbeitszeiten habe. Dass es nie langweilig wird. Ich könnte nie einen Job machen, wo ich jeden Tag von acht in der Früh bis um acht am Abend irgendwo sitze und mit Zahlen herumhantieren muss. Das kann ich einfach nicht, das ist einfach nicht meines. Die Kreativität wird extrem gefordert. Du sitzt da und denkst über eine 15 Sekunden Moderation, denkst eine halbe Stunde nach. Und nach einer halben Stunde kommst du drauf, so mache ich es. Und es ist dann schlussendlich nichts Weltbewegendes was du irgendwie gemacht hast. Du hast kein Haus gebaut oder du hast keinen Baum gepflanzt, aber wenn du einen Hörer irgendwie damit packst, in welcher Art und Weise auch immer, dann hast eigentlich schon gewonnen.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Die größte Angst, die ein Radiomoderator haben kann, ist, dass ihn die Menschen, zu denen er spricht nicht hören wollen. Man muss mit Kritik umgehen können. Man muss sich Sachen gefallen lassen und kritisieren lassen, die aus dem Tiefsten irgendwie rauskommen. Also das ist schon schlimm, wenn du irgendwas sehr sehr gern machst und dann sagt einer: „Nein, das ist nicht gut“ Und dann denkst du dir, das ist doch genau das was ich machen will und der findet es nicht gut. Vielleicht ist es auch noch ein wichtiger Mensch und vielleicht ist es auch ein ganz ein normaler Hörer bei dem ich gerade mein Brot kaufe und der findet das nicht gut.

Worum geht es in Deinem Job?

Also Ö3 ist der meistgehörte Pop-Sender in ganz Österreich. Also ich bin Moderator bei Ö3, das bedeutet, dass ich Sendungen moderiere, die zwischen zwei und sechs Stunden dauern. Und manchmal gehst du mit den Menschen schlafen, wenn du am Abend moderierst von zehn bis zwölf zum Beispiel und manchmal stehst du mit den Menschen auf, wenn du zum Beispiel von sechs in der Früh bis zwölf zu Mittag moderierst. Mein fiktiver Arbeitsalltag, der ist gar nicht so fiktiv. Ich informiere mich zuerst einmal was Sache ist. Auf dem Weg in den Sender höre ich immer Nachrichten, damit ich weiß was der Tag momentan so gebracht hat. Man muss einfach schon Bescheid wissen, ungefähr die Tagesatmosphäre richtig zu erwischen. Dann komme ich in den Sender, trinke schnell einen Kaffee und schaue mir meine Playlist an. Das ist nämlich ganz ganz wichtig, das ist die Musik, die ich heute spiele. Die ist von der Musikredaktion zusammengestellt worden. Dann überlege ich mir einmal, was will ich heute eigentlich sagen. Diese Überlegung dauert manchmal zwischen Geistesblitz und einer halben Stunde und dann gehe ich auf Sendung und dann bin ich drinnen im Flow, im Radio. Da bin ich relativ alleine, ich und meine Playlist und mein Computer, außer wir haben halb. Halb ist immer so ein ganz bestimmter Zeitpunkt bei uns, weil da ist immer das Verkehrsservice oder wir haben Punkt und Punkt ist auch ein sehr wichtiger Zeitpunkt, weil da sind immer Nachrichten, Wetter und Verkehr. Aber ansonsten sitze ich relativ alleine in meiner Sendung, habe draußen in der Redaktion noch eine Sendungsbegleitung. Das ist der Mann oder die Frau, die mich während der Sendung unterstützt mit allen möglichen Infos von der Programmgestaltung. Da arbeiten wir eigentlich relativ eng zusammen.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Ich war ein ausgesprochen schlechter Schüler. Ich war zwar Schulsprecher zweimal, aber wahnsinnig schlecht in Mathe, relativ gut in Physik und laut meiner damaligen Englischlehrerin sehr schlecht in Englisch. Laut dem Lehrer, der allerdings ihr nachgefolgt ist, war ich wieder sehr gut in Englisch. Also ich glaube ich habe einfach / ich habe mir nichts reinreden lassen. Und ich habe nicht studiert, sondern habe die Schule in der siebten Klasse verlassen, habe dann den Zivildienst gemacht und den Führerschein und dann ist eine kleine Stelle bei einem ganz kleinen, winzigen, ganz frischen neuen Privatsender, Privatradiosender in Innsbruck frei geworden. Dort habe ich mich beworben und bin sofort genommen worden. Und vielleicht wissen die Menschen, dass die Halbwertszeit bei Radioaktivität recht lang ist, das heißt, wenn man einmal damit anfängt, dann macht man das durch. Und mittlerweile bin ich nach dem vierten Senderwechsel 2003 hier bei Ö3 gelandet.

Ginge es auch ohne Deinem Werdegang?

Ich glaube das Wichtigste für diesen Job ist ein gewisses Maß an Erfahrung und die kannst du, gerade beim Radio, gerade beim Moderieren, nur sammeln, indem du es tust. Wenn du das nicht tust, dann kannst es auch nicht lernen. Es gibt keine offizielle Ausbildung zum Radiomoderator und deswegen hängt alles davon ab wieviel du selber bereit bist zu geben. Durch die Nächte moderieren, jahrelang und dann vielleicht mal unter Tags zu moderieren. Recht viel Freizeit aufgeben. Das ist eigentlich die Ausbildung. Das ist eigentlich so eine Lebensbildung, das ist so ein / Man kann eigentlich gar nicht Ausbildung dazu sagen, sondern learning by doing, und das so lange wie möglich und so gerne wie möglich.

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