Claudia Berthold
Triebfahrzeugführerin
bei ÖBB
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“Dass man bei manchen Zügen bis zu 230 km/h fahren darf”, ist eines der coolsten Dinge an Claudia Bertholds Job als Triebfahrzeugführerin bei den ÖBB. Die gelernte Konditorin wollte viel unterwegs sein und lernte in der 11-monatigen Ausbildung alles von Grund auf: “Man muss sich lange konzentrieren können, man muss genau arbeiten und sehr auf Sicherheit bedacht sein.”

Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich...?

3 Ratschläge an dein 14-jähriges Ich ... Mit 14 sollte man auf jeden Fall wirklich ausprobieren, was einen interessiert, damit man dann wirklich weiß, was man einmal machen möchte. Aber trotzdem nicht vergessen, dass man noch immer Kind sein und auf jeden Fall noch immer Spaß haben soll.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Was steht auf deiner Visitenkarte? Berthold Claudia, Triebfahrzeugführerin bei den ÖBB.

Was ist das Coolste an Deinem Job?

Was ist das Coolste an deinem Job? Das Coolste als Triebfahrzeugführerin ist, dass man viel unterwegs ist, dass man bei manchen Zügen bis zu 230 km/h fahren darf. Und das Abwechslungsreiche an der Arbeit: Man ist doch immer wo anders und man hat immer andere Fahrzeuge.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Welche Einschränkungen bringt der Job mit sich? Das sind auf jeden Fall der Schichtdienst und der Nachtdienst. Es ist extrem schwer eine Beziehung danach auszurichten, da wir sehr unregelmäßig Dienst haben und viel in der Nacht unterwegs sind, sehr unregelmäßige Arbeitszeiten haben. Das ist punkto Familie sehr schwer: Dass man das alles so timt, dass auch wirklich alles funktioniert.

Worum geht es in Deinem Job?

Worum geht's in deinem Job? Die ÖBB selbst ist im Prinzip ein Verkehrsunternehmen ziemlich großer Dimension. Wir bewegen Züge von A nach B. Wir sind im Prinzip dafür verantwortlich, dass wir die Lok auf die Personenzüge bespannen, dort die Bremsen zwischen Triebfahrzeug und Wagen kontrollieren und nach allen Tätigkeiten wie den Bremsproben und der Abfahrtbereitschaft der Zugbegleiter in Absprache mit dem Stellwerk die Züge dann nach Salzburg oder Innsbruck führen. Das Erste, wenn ich in die Arbeit komme, ist unsere persönliche Vorbereitungszeit. Da müssen wir kontrollieren, ob wir alle aktuellen betrieblichen Unterlagen mithaben, was die Strecken betrifft, dass wir den Laptop aktualisiert haben. Wir werden auch schauen, wo mein Zug oder meine Zuggarnitur steht für die nächste Zugfahrt. Ich beginne hier am Westbahnhof, richte den Zug her, führe den Zug zum Beispiel nach Tullnerbach. Dann führe ich ihn wieder zurück. Dann habe ich eine Schicht, die führt mich nach St. Valentin. Dort übergebe ich die Garnitur. Dann kann es passieren, dass ich mit einer Garnitur von St. Valentin als Fahrgast nach Linz weiter muss. Da fahre ich im Prinzip nur mit und von Linz erst wieder eine Zugfahrt habe, wo ich selbst fahren muss. Mit der fahre ich im Prinzip wieder zum Westbahnhof, wo das Triebfahrzeug dann abgestellt und sachgemäß gesichert wird, dass nichts passieren kann. Dann darf ich nach Hause gehen.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Wie schaut dein Werdegang aus? Ich bin in Wien geboren. Ich bin hier in die Volksschule und die Hauptschule gegangen. Dann habe ich eine Lehrausbildung als Konditor mit einer Lehrabschlussprüfung gemacht. Dann habe ich ein paar Jahre auf Saison gearbeitet, auch hier in Wien. Dann hat sich bei mir die Frage gestellt, was ich weiter machen möchte, weil das mit der Saisonarbeit auf Dauer auch nicht das Wahre ist, weil man doch den ganzen Sommer immer durcharbeitet, keinen Urlaub hat. Ich bin dann auf die Idee gekommen, dass ich mich bei der ÖBB bewerben könnte, da ich nicht in ein Büro wollte. Da habe ich mir gedacht: Ich probiere es als Triebfahrzeugführerin, weil man viel unterwegs ist. Nach dem Bewerbungsschreiben bekommt man eine Einladung für ein Bewerbungsgespräch. Da wird dann nachgefragt, ob einem klar ist, was da auf einen zukommt mit der Schichtarbeit, mit der Nachtarbeit, weil das jeder machen muss, egal welches Geschlecht. Nachdem kommt ein Aufnahmetest mit Konzentrationstest, Reaktionstest, Allgemeinwissen, psychologischen Fragen. Wenn man den bestanden hat, muss man zur ärztlichen Untersuchung: Das beinhaltet einen Augentest, Ohrentest, körperliche Fitness, also normale Fitness. Nach dem Ganzen kommt die Aufnahme selbst, was dann eine 11-monatige Ausbildung beinhaltet mit allen technischen und betrieblichen Vorschriften der ÖBB. Ich bin seit 2008 bei der ÖBB als Triebfahrzeugführerin im Fahrbetrieb angestellt.

Ginge es auch ohne Deinen Werdegang?

Ginge es auch ohne deinen Werdegang? Im Prinzip braucht man keine Vorkenntnisse für die ÖBB und auch für den Triebfahrzeugführer nicht, weil alles was man benötigt, lernt man in der Ausbildung bei der ÖBB direkt. Man muss auf jeden Fall pünktlich sein, sich lange konzentrieren können. Man muss genau arbeiten und sehr auf Sicherheit bedacht sein, weil die Leute in den Waggons sind davon abhängig, das wir unseren Job auch wirklich gut machen.

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