Peter Recht
Geschäftsbereichsleiter Streckenmanagement & Anlagenentwicklung
bei ÖBB
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Stadt
Wien
Karriere Level
Leitende*r Angestellte*r
“Meine Tage sind bunt gemischt und diese Themenvielfalt ist besonders cool.” Peter Recht ist Geschäftsbereichsleiter Streckenmanagement & Anlagenentwicklung bei der ÖBB. Seine Führungsfunktion bezieht sich auf die Instandhaltung des österreichischen Schienennetzes. Seine Hauptverantwortung liegt darin, zum richtigen Zeitpunkt genügend qualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen, die die richtigen Instandhaltungsmaßnahmen durchführen. “Freude am Umgang mit Menschen und Beharrlichkeit sind sehr wichtige Eigenschaften für diesen Beruf.”

Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich...?

3 Ratschläge an dein 14-jähriges Ich ... Also ich glaube - um auf das 14-jährige Ich zu kommen - der erste, wichtigste Ratschlag für mich wäre der, das Leben nicht zu ernst zu nehmen, so viel wie möglich weiterhin auszuprobieren. Die Erfahrung, die man da sammelt, ist unbezahlbar. Ich glaube, der Punkt ist der: Wenn man dann älter wird, wenn man sich dann entscheiden muss, ob man studiert oder gleich ins Berufsleben einsteigt, dann kommt der Ernst des Lebens automatisch. Wenn ich mich dann entschieden habe irgendeinen Job auszuüben, dann zählt es ab diesem Zeitpunkt. Dann ist es ganz wichtig, dass man zu dem Zeitpunkt auch die Leistung in den Vordergrund rückt, dass man versucht sein Bestes zu geben; das wird honoriert. Und ich glaube, in der Reihenfolge sollte man das auch machen und das wäre auch noch einmal der Rat an mein 14-jähriges Ich: Leb dein Leben, und wenn es dann losgeht im Arbeitsleben und Berufsleben - zeige, was du kannst.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Was steht auf deiner Visitenkarte? Peter Recht, Geschäftsbereichsleiter Streckenmanagement & Anlagenentwicklung, ÖBB-Infrastruktur AG.

Was ist das Coolste an Deinem Job?

Was ist das Coolste an deinem Job? Ich glaube, das Coolste und Interessanteste ist die Abwechslung und die Themenvielfalt im Bereich. Meine Tage sind bunt gemischt, themenmäßig sind immer ein paar Bälle in der Luft. Beispielsweise fängt der Tag an, indem ich mich mit Fortbildungsmaßnahmen unserer Mitarbeiter auseinandersetzen darf. Es geht dann weiter mit Mittelverschiebungen, um Instandhaltungstätigkeiten ausfinanzieren zu können und endet den Tag mit den Neuaufsetzungen unserer IT-Architektur im Geschäftsbereich, wo wir jetzt versuchen neue Systeme und Applikationen einzuführen. Also eine wirklich weite Range an Themen, eine Vielfalt, und das ist das, was den Job, glaube ich, besonders macht und für mich besonders interessant und erfreulich.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Welche Einschränkungen bringt der Job mit sich? Die Einschränkungen sind, glaube ich, zweigeteilt zu betrachten. Ich glaube, das Eine ist das Berufliche, da sehe ich eigentlich so gut wie keine Einschränkungen. Ich muss ehrlich sagen: Dieser Job bietet so viele Möglichkeiten sich im Beruf zu entfalten; da sind mir keine Grenzen gesetzt. Es gibt Ziele, die zu erreichen sind, aber da fühle ich mich in keinster Weise eingeschränkt, sondern ich habe das Pouvoir und die Möglichkeiten das zu gestalten. Das Zweite geht dann einher mit der privaten Seite. Die ist teilweise natürlich etwas schwerer zu planen, da der Job natürlich herausfordernd ist; das ist ganz klar bei so einer Aufgabe. Das heißt, dort sehe ich - wenn überhaupt - Einschränkungen vorliegen, vielleicht die Planbarkeit der Freizeit unter der Woche. Das muss man sich dann selbst irgendwie ausschnapsen, wie man das am Wochenende vielleicht wieder wettmacht. Das ist sicherlich eine Einschränkung, die man auf jeden Fall hat.

Worum geht es in Deinem Job?

Worum geht's in deinem Job? Ich arbeite für die ÖBB, in einem Teilkonzern davon, der ÖBB-Infrastruktur AG. Die ist für die gesamte Infrastruktur, Instandhaltung und auch den Betrieb zuständig. Mein Part, meine Führungsfunktion, bezieht sich auf die Instandhaltung des österreichischen Schienennetzes. Wenn man das kurz umreißen will - eine ganz einfache Tätigkeit: Ich muss dafür sorgen, dass mit den zur Verfügung stehenden Mitteln genügend qualifizierte Leute zur Verfügung stehen, die zum richtigen Zeitpunkt die richtige Instandhaltungsmaßnahme durchführen. Das heißt, wenn man eine Zugreise antritt mit den ÖBB und man fährt beispielsweise von Wien nach Salzburg, fährt man los; da fährt man in den Wienerwaldtunnel. Da sind wir zuständig, dass von der Tunnelwand nichts runterbröckelt. Dann fährt man weiter und kommt irgendwann über eine Brücke; da sind wir zuständig, dass die Brücke nicht einstürzt. Die Schiene sollte auch nicht unter dem Zug wegbrechen. Die Weichen sollten sich stellen lassen. Die Oberleitung sollte funktionieren. Die Signale sollten nicht rot zeigen, sondern grün, weil wir sonst nicht pünktlich am Zielort sind. Das ist die Aufgabe des Bereichs und im Endeffekt dann meine Führungsaufgabe das sicherzustellen. Ein Tag - ich kann das noch einmal erwähnen - ist meistens nicht wie jeder andere, beginnt aber relativ zeitig am Morgen. Die Infrastrukturmitarbeiter sind Frühaufsteher, ich bin dann ohnehin schon relativ spät dran; das wird irgendwann so gegen 8 Uhr sein. Dann fängt eigentlich sofort eine Meetingsserie an. Das sind viele Abstimmungsrunden mit meinen Stabsleitern, wo es darum geht, Maßnahmenplanungen abzusegnen, die jeweilige Finanzierung sicherzustellen. Wir haben natürlich auch das Thema personalmäßig immer genug gut qualifizierte Leute vorzuhalten. Das heißt, in diesen Meetings geht es hauptsächlich um diese Themen, das zu koordinieren, zu organisieren und dafür zu sorgen, dass die Rahmenbedingungen für die operativen Kollegen draußen, die dann die Arbeit verrichten, auch wirklich passen.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Wie schaut dein Werdegang aus? Ich bin geboren in Mödling, aufgewachsen in Traiskirchen, sÃülicher Wiener Raum. Ich habe dann das Gymnasium gemacht, bin dann auf die Wirtschaftsuniversität gewechselt; habe dort Betriebswirtschaft und Wirtschaftsrecht als Studienrichtung gemacht. Direkt danach habe ich dann begonnen bei der ÖBB zu arbeiten, dort das Traineeprogramm gemacht. Damals gab es den Pfad Controlling. Dann bin ich übernommen worden, damals noch in einer der Teilgesellschaften, die es heute nicht mehr gibt; die ist verschmolzen worden. Dort habe ich als Bereichsassistent begonnen, da gab es ein großes Zusammenlegungsprojekt - also diese beiden großen Infrastrukturgesellschaften. Dort bin ich dann als Bereichsassistent übernommen worden. Nach gut drei Jahren ist dann die ÖBB-Holding, insbesondere Christian Kern, der einen neuen Assistenten gesucht hat; seine Kollegen sind an mich herangetreten, ob ich mir das vorstellen kann. Ich habe damals Ja gesagt. Dann habe ich das Vergnügen gehabt vier Jahre lang, bis Ende 2015, direkt bei Christian Kern zu arbeiten. Und seit dem 1.1.2016 bin ich jetzt hier in der Funktion als Geschäftsbereichsleiter in der Infrastruktur für den Instandhaltungsbereich tätig.

Ginge es auch ohne Deinen Werdegang?

Ginge es auch ohne deinen Werdegang? Ja und Nein. Ja deshalb, weil man sieht, dass es bei mir funktionieren kann, wenn man eine Stelle inne hat, wo man den Überblick im Gesamtkonzern hat. Ich hatte auch den Vorteil, dass ich vorher schon ein paar Jahre in einem Teilbereich dieses großen Bereichs vorher tätig war; da funktioniert das. Nein, was meine Karriere anbelangt. Es gibt auch eine andere Möglichkeit, die traditionelle Karriere. Mein Kollege, mit dem ich das gemeinsam leiten darf, macht das seit Jahrzehnten und ist hier groß geworden. Zum Thema, welche Eigenschaften man braucht, würde ich sagen: Freude am Umgang mit Menschen, das ist ganz wichtig. Das Zweite ist Beharrlichkeit, wenn es darum geht Ziele umzusetzen. Das gehört einfach dazu, ist beides aber locker möglich. Die Mitarbeiter machen es einem in dem Fall in meinem Bereich sehr leicht.

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