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Stadt
Vienna
Alter
25 - 34
Höchste abgeschlossene Ausbildung
Weiterführende Schule
Karriere Level
Führungskraft
Jahre in der Organisation
< 1
Jahre in der aktuellen Tätigkeit
< 1

"Vor ein paar Jahren hätte ich noch gesagt, dass ein*e Geschäftsführer*in studiert haben muss. Man wächst in die Sache hinein", sagt Lisa Duschek. Die Geschäftsführerin von CodeFactory ist hauptsächlich im Back-Office. Sie kümmert sich um das Management, Finanzverwaltung, Prozessautomatisierung und Meetings. Ihr Unternehmen hats ie nach dem Vorbild US-amerikanischer Coding Boot Camps aufgebaut. "Man muss entscheidungsfähig sein. Wenn eine Entscheidung ansteht, schauen die Leute auf dich."

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Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich!

Auf jeden Fall: Nimm alle Angebote an, die es gibt. Wenn deine Eltern dir Musik- und Sport- und irgendwelche Stunden zahlen - mach die! Und hör' da nicht in einem pubertären Trotz damit auf. Weil du bist gut in diesen Sachen und du wirst es mit über 20 dann bereuen, dass du gewisse Sachen nicht durchgehend gemacht hast und besser geworden bist.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Lisa Duschek - Ich bin Geschäftsführerin bei Code Factory.

Was ist das coolste an Deinem Job?

Im letzten Kurs, der im November gestartet hat, hatten wir an die 20 Flüchtlinge sitzen. Und wir wussten am Anfang nicht, wie das werden wird. Wir hatten einen schon im Kurs davor, aber 20 ist dann doch eine andere Größenordnung. Und es hat super funktioniert und es gab null Probleme. Wir haben uns wochenlang vorbereitet und sind die Worst-Case-Szenarios durchgegangen und dann war gar nichts. Die Leute sind jetzt zum großteil in Lohn und Brot und kommen bei Feiern bei uns vorbei und sagen: "Jetzt können wir unsere Freunde bringen..." Und das ist richtig cool.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Negative Punkte sind: Unangenehme Gespräche, Mitarbeiter entlassen... Also wenn irgendwo etwas nicht passt, die Konsequenzen ziehen. Und auf der anderen Seite auch: Arbeit mit Leuten, die man nicht so symphatisch findet und es schwieriger fällt, mit denen zusammenzuarbeiten - da trotzdem immer professionell zu bleiben.

Worum geht es in Deinem Job?

Ganz kurz: Die Code Factory macht Programmierausbildungen. Unser Hauptkurs sind 15 Wochen Full Stack Programmier-Ausbildung, also Front End und Back End. Im Durchschnitt haben wir Schüler- und Studentengruppen von 15 bis 30 Leuten bei uns. Die sind dann wirklich 4 Monate Vollzeit, Montag bis Freitag, bei uns im Büro. Meine Aufgabe ist mehr das Backoffice, d.h. die Management-Sachen. Das war Anfangs noch sehr viel Kontakte aufbauen, Außenwirkung fördern. Mittlerweile ist es sehr viel Finanzen Verwaltung und Prozess-Automatisierung und natürlich Meetings, Meetings, Meetings. Es gibt immer wieder Events. Man muss schauen: Was macht die Branche? Was tut sich? Was macht die "Konkurrenz"? Und einfach präsent sein, mit anderen Geschäftsführern reden mit Personalberatern reden... Wir wollen unsere Studenten dann auch an den Arbeitsmarkt bringen. Da zu schauen, wo es Stellen gibt, Firmen einzuladen. Prizipiell müssen die Kursteilnehmer den Kurs selber zahlen. Es aber doch so, dass 60 - 70% die Förderung vom AMS bekommen. Und wir bieten auch Teilzahlungs-Möglichkeiten an. Man kann bis zu 1 Jahr Raten zahlen. Und bis zu 4 Monaten nach Kursabschluss. Das gibt den Leuten die Chance, nach dem Kurs einen Job zu finden und es dann zurückzuzahlen. Wir arbeiten mit erwachsenen Menschen, wir sind keine Schule im herkömmlichen Sinn, das heißt Leute können aufstehen, rausgehen, sich zusammensetzen wie sie wollen. Das Stichwort ist wirklich: self-directed. Die Leute arbeiten vom ersten Tag an selbstständig. Und die Trainer kommen und geben Hilfestellung. Weil wir nicht wollen, das jemand bei der kleinsten Kleinigkeit kommt und hilft. Weil dann wird man kein guter Programmierer. Programmieren heißt immer Probleme lösen. 2 Zeilen schreiben und dann 2 Stunden Probleme lösen Und wenn man das nicht lernt, dann kann man es später auch nicht.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Geboren und aufgewachsen bin ich im Nordburgenland. Bin dort auch zur Schule gegangen. 12 Jahre. Ich bin mit 18 nach Wien gegangen. Klassischer Weg: Ich habe ein Jus-Studium angefangen, Wirtschaft nebenbei. Und habe mich nebenbei immer mehr engagiert als studiert. Ich war in diversen NGOs und Projekten. Und da gab es immer das selbe Problem: Irgendeine IT-Lösung muss her, irgendeine Website. Wir haben alle kein Geld gehabt und haben Kostenvoranschläge bekommen über 4000 - 5000 Euro und hatten keine Chance das selbst zu machen. Ich habe angefangen, neben Studium, Arbeiten und Engagement bisschen im Selbststudium zu programmieren. Mit Online-Kursen wie Coursera und Unime. Und das hat halb-prächtig funktioniert. Nach ein paar Wochen und Monaten bin ich gesteckt und es ist nichts mehr weiter gegangen Und ich habe beschlossen, ich mache das jetzt ein halbes Jahr Vollzeit, wir gehen in die USA. Ich wollte sowieso ein Auslandssemester machen. Und dort gibt es im Prinzip genau das was wir jetzt in Wien machen. Diese "Coding-Bootcamps". Ich hab das in Oregon gemacht. Ich habe dann auch noch gearbeitet und einen Road-Trip gemacht und bin 2016 zurückgekommen und nach ein paar Monaten Herumspinnerei mit "das wäre doch cool, wir könnten das in Österreich selbst machen" haben wir es dann gemacht.

Ginge es auch ohne Deinem Werdegang?

Vor ein paar Jahren hätte ich noch gesagt, ein Geschäftsführer muss irgendwas studiert haben und habe ja selbst mit Wirtschaft und Jus die klassischen Studien studiert und bin dann in der ersten Woche draufgekommen - das bringt gar nichts. Das hätte ich auch sein lassen können. Ich kenne sehr viel gute Geschäftsfüherer, CEOs, die gar nicht studiert haben, ein Studium abgebrochen haben, teilweise auch die Matura abgebrochen haben. Man wächst in die Sache hinein. Es ist kein Skill-Set, das man irgendwo lernen kann - schon gar nicht theoretisch in einem Kurs. Es ist wirklich so, wenn man die Herausforderung sieht und konfrontiert wird mit Dingen, muss man entscheiden. Prinzipiell würde ich sagen, man muss entscheidungsfähig sein. Weil auch wenn es ein Team mit flachen Hirachien und freundschaftlichem Umgang ist, wenn eine Entscheidung ansteht, schauen die Leute auf dich. Und da ist es gut, wenn man weiß dass man sich auf das Bauchgefühl zumindest verlassen kann.

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