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Matthias Maschek
Game Development •Lost in the Garden
bei Fachverband Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie
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Stadt
Vienna
“Wichtig war für mich immer, mit Menschen zusammenzuarbeiten, mit denen ich Spaß habe.“ Matthias Maschek ist Game Developer bei Lost in the Garden und kümmert sich zum einen um die Programmierung, damit die Software im Hintergrund des Spiels, welches er entwickelt, läuft, und zum anderen um die Finanzen. Dazu gehört alles: Von der Finanzplanung bis zum Kalkulieren des Budgets. Was sind die Voraussetzungen den Job? “Man muss vorausschauend denken können und gut mit anderen zusammenarbeiten können.“

Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich...?

3 Ratschläge an dein 14-jähriges Ich ... Dass ich mir möglichst früh Leute suche, die auch fasziniert an Themen sind, an denen ich auch fasziniert bin. Ich bin in letzter Zeit viel in der Welt herumgeflogen und habe an Wochenenden Leute getroffen, die auch Spiele entwickeln. Aber das hätte gar nicht Spieleentwicklung sein müssen, sondern ich hätte womöglich auch Leute finden können, die mit mir Rad fahren gehen, einfach nur um zu lernen, wie ich in Gruppen zusammen mit anderen Dinge plane, aber auch einfach Tätigkeiten ausführe. Damit viel früher anzufangen, das wäre wahrscheinlich das Wichtigste für mich.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Was steht auf deiner Visitenkarte? Matthias Maschek – Game Developer und Co-Founder bei Lost in the Garden.

Was ist das Coolste an Deinem Job?

Was ist das coolste an deinem Job? Es ist recht überraschend. Das ist unsere Kaffeemaschine, vor allem wofür sie steht. Wir haben diese Kaffeemaschine vor mittlerweile drei Jahren zusammen gekauft und das war so für uns das erste Zeichen: Ja, wir wollen etwas zusammen machen und haben alle vier zusammengelegt und uns eine ganz, ganz tolle Espressomaschine gekauft und die steht jetzt auch an einem tollen Platz bei uns mitten im Büro. Und da steht für mich dieses, dass wir nicht nur zusammen arbeiten, nicht nur jeden Tag hingehen um unseren Job verrichten, sondern, dass wir auch befreundet sind, dass es uns wichtig ist, dass wir das zusammen machen und dieses Zusammenarbeiten, das ist für mich irgendwie ein ganz wichtiger Kern in meinem Job. Dass ich jetzt auch noch an etwas arbeite, wie Computerspiele, was ich schon immer machen wollte, ist dann natürlich das besondere Etwas, aber ganz wichtig war für uns, oder für mich, mit Menschen zusammenzuarbeiten, mit denen ich mich gut verstehe und Spaß habe.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Welche Einschränkungen bringt der Job mit sich? Gerade wenn man selbst eine Firma gründet und auch etwas damit erreichen will, es geht einem nicht aus dem Kopf, das heißt, es bleibt sehr, sehr viel im Hirn. Auch wenn man nach Hause geht, macht man nicht die Tür vom Büro zu und man ist draußen, das bleibt da. Und man muss am Abend oft Zeit aufwenden, um auf Networking-Events zu gehen, um Leute kennen zu lernen. Das heißt, man muss auch nebenbei oft viel Zeit investieren.

Worum geht es in Deinem Job?

Worum geht's in deinem Job? Unsere Firma heißt "Lost in the Garden". Wir sind eine kleine Firma. Wir sind zu viert. Wir haben sie alle zusammen gegründet. Wir entwickeln Computerspiele. Im Moment im Speziellen ein Spiel, das heißt „Lightfield“ und ist ein Flug-Renn-Spiel und ich im Speziellen mache in der Firma die Programmierung und die Finanzen. Finanzen deswegen, weil jeder von uns eine Teilaufgabe der Firmenorganisation übernehmen muss. Auf der anderen Seite, meine Hauptzeit investiere ich natürlich in das Programmieren. Das heißt, ich muss schauen, dass im Hintergrund des Spiels die komplette Software funktioniert, dass alles, was sich unser kreativer Artist vorstellt in dem Spiel, auch tatsächlich im Spiel ist und funktioniert und dass es im Endeffekt tatsächlich beim Kunden dann so ist, wie sich der Kunde das vorstellt und auch funktioniert, nicht abstürzt und alle Funktionalitäten tatsächlich in sich verbindet. Mir ist es ganz wichtig, ich bin meistens einer der Ersten im Büro und mir ist es wichtig, diese viertel bis halbe Stunde mir zu nehmen, damit ich frühstücke im Büro. Das ist irgendwie so ein Ankommen, um Ruhe zu finden. Und dann haben wir um circa 10:30 ein Meeting, wo wir uns alle zusammen treffen, alle vier, und darüber reden, was wir an dem Tag machen wollen, beziehungsweise auch was am Vortag für Probleme aufgetaucht sind. Das kann sein, dass jemand beim Programmieren nicht weiterkommt, oder dass es irgendwelche Verzögerungen gibt, mit denen wir nicht gerechnet haben oder manchmal kommen dann auch Dinge auf, gerade für mich: "Oh mein Gott, wir müssen da irgendeine Zahlung machen", und ich muss mir dann überlegen, wie das in unseren gesamten Finanzplan passt. Das heißt, je nachdem, investiere ich dann meistens direkt nach dem Meeting die Zeit, mich um diese ganzen Firmen-Dinge zu kümmern, um dann möglichst schnell wieder an das zu kommen, was mir eigentlich Spaß macht. Um wirklich am Spiel weiter zu programmieren. Und den Rest des Tages, den strukturiere ich mir dann komplett selbst. Das heißt da gibt’s dann niemanden von außen, der mir sagt, das muss jetzt passieren oder das oder das. Das muss ich mir dann schon selbst suchen, dadurch, dass wir eben uns selbst führen in der Firma so gesehen. Und im Prinzip plant man bei so einer Software immer zuerst einen ganz groben Plan, einen großen Plan, das muss alles zusammen funktionieren und das schneidet man sich in immer kleinere Scheibchen, bis man dann soweit unten ist, dass man wenig über das Große nachdenken muss, noch während man programmiert. Und wahrscheinlich sind 70% meiner Tage so, dass ich eigentlich nur vor mich hin programmiere und Dinge, die ich schon geplant habe, auch tatsächlich umsetze und manchmal muss ich noch ein bisschen mehr Zeit investieren, da sitze ich dann auf der Couch und wirke als würde ich halb schlafen, aber da geht in meinem Hirn gerade die Planung voran für das, was ich eigentlich weiter machen möchte.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Wie schaut dein Werdegang aus? Ich bin in die Schule gegangen, ganz normal, Volksschule und Unterstufe in Wien. Von dort bin ich dann auf die HTL in Mödling gegangen, um dort Feinmech-Technik zu machen. Das ist: Kleine Maschinen bauen, Elektronik und Optik. Habe danach auch ein halbes Jahr in diesem Bereich gearbeitet und habe dort an kleinen Raketenantrieben gebaut. Das hat mir dann aber nicht so gefallen, deswegen bin ich dann in meiner Zeit beim Zivildienst darauf gekommen, dass ich eigentlich doch Computerspiele machen wollte. Das habe ich nämlich damals schon in der Volksschule machen wollen eigentlich und bin dann ein bisschen davon weggekommen. Deswegen hab ich dann nach dem Zivildienst angefangen zu studieren an der Technischen Universität für Computergrafik und dort habe ich mal das ganze Handwerk gelernt. Habe dort aber festgestellt, dass die Spielebranche, so wie sie funktioniert, nicht ganz meins war von den Arbeitsbedingungen her. Also sehr viele Überstunden, sehr viel Zeitinvestment. Von dort bin ich dann zuerst in eine andere Firma gekommen, wo ich interaktive Systeme gebaut habe mit Multitouch und Ähnlichem und über das dann langsam meine eigene Firma gegründet habe, in der ich für Kunden kleine Aufträge, auch im Multimediabereich, gemacht habe. Habe dann langsam über mein Hobby, da habe ich dann angefangen in meiner Freizeit Spiele zu entwickeln, mit anderen am Wochenende, nur so, ohne dem Ziel, damit Geld zu verdienen. Habe dann gesehen, dass Spieleentwicklung doch Spaß machen kann, sehr einfach sein kann und habe darüber dann andere Leute kennengelernt, die ähnlich denken wie ich. Und wir haben dann 2014 angefangen an unserem eigenen Spiel zu arbeiten und seit 2016 haben wir jetzt eine eigene Firma und arbeiten wirklich Vollzeit daran.

Ginge es auch ohne Deinen Werdegang?

Ginge es auch ohne deinen Werdegang? Um das zu tun, was ich gerade mache, muss man nicht unbedingt auf der Technischen Uni studiert haben, sondern man kann sich auch selbst viele Dinge beibringen oder auch von der kreativen Seite kommen, um Spieleentwickler zu werden, vor allem auch um ein Studio zu gründen mit anderen. Mittlerweile gibt es so viele verschiedene Spieletechnologien. Man kommt sehr gut von fast allen Seiten. Es kann aber auch wirtschaftlich sein oder von der PR-Seite. Es gibt immer etwas zu tun in der Spielebranche. Man kann von überall kommen und man kann immer zusammen mit anderen eine Firma gründen. Ganz wichtig: Was man braucht, wenn man eine Firma gründet in dieser Form, ist, man muss gut mit anderen zusammenarbeiten können, man verbringt viel Zeit mit diesen Menschen, man muss sich auf viele Dinge einigen und das Zweite ist: Man muss auch ein bisschen vorausschauend denken können. Das war für uns halt schon die Erfahrung, dass wir alle selbstständig davor waren. Das heißt, wir haben alle schon ein bisschen gewusst, wie man eine Firma führt. Das war für uns ganz wichtig, dass wir das überhaupt jetzt machen können in der Größe.

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