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Matthias Rischpler
Abteilungsleiter Ausländerbehörde
bei Landeshauptstadt München
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Stadt
München
Alter
25 - 34
Höchste abgeschlossene Ausbildung
Universität / Fachhochschule
Karriere Level
Leitende*r Angestellte*r
Jahre in der Organisation
< 1
Jahre in der aktuellen Tätigkeit
< 1
”Das Coolste an meiner Arbeit ist, dass ich mit Menschen in Kontakt komme, oder Menschen kennenlerne von denen ich nie gedacht hätte, dass ich sie in meinem Leben jemals treffen werde.” Das erzählt uns Matthias im gemeinsamen Gespräch über seinen Job als Abteilungsleiter der Ausländerbehörde der Landeshauptstadt München. Auf die Frage welche Einschränkung der Job mit sich bringt, sagte er dass er sich gern mehr Zeit für seine Kollegen nehmen würde, weil er wissen will wie es ihnen geht und fügt hinzu: ”Ich hab’ enormen Zeitdruck.”

Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich!

Schaue dir ganz, ganz viele Berufe an - und vor allem, schließe keinen Beruf von vorneherein aus. Ich will damit sagen, schaue dir auch beispielsweise - selbst wenn du vor hast, zu studieren - schaue dir auch einen handwerklichen Beruf an. Sprich mit vielen Menschen aus dem Bereich, wo du dir persönlich eine Tätigkeit vorstellen könntest. Weil das, was die Leute in ihrem Job wirklich machen oftmals nicht mit dem übereinstimmt, was man sich selbst von der Stelle vorstellt. Schaue bei der Berufswahl nicht nur auf das Geld, schaue vor allem, mit wem du zusammenarbeitest, du verbringst mit den Menschen im Beruf so viel Lebenszeit, da ist es ganz wichtig, dass du die Zeit mit den Menschen verbringst, mit denen du dich wohlfühlst.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Auf meiner Visitenkarte steht mein Name, Matthias Rischpler, dann Ausländerbehörde und dann Abteilungsleiter, sprich Chef der Ausländerbehörde.

Was ist das coolste an Deinem Job?

Das Coolste an meiner Arbeit ist, dass ich erstens nie weiß, was passiert, wenn ich reinkomme. Und zweitens, das hängt mit dem Ersten zusammen, dass ich mit Menschen in Kontakt komme, oder Menschen kennenlerne, von denen ich nie gedacht hätte, dass ich sie in meinem Leben jemals treffen werde. Beispielsweise hatten wir letztens eine Anfrage, da ging es darum, dass unter Umständen bei uns ein Nobelpreisträger in der Ausländerbehörde vorspricht und der auch einen Aufenthaltstitel braucht.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Die Einschränkung an der Stelle ist, ich merke, ich habe enormen Zeitdruck, also es ist so, ich muss mir für die Aufgaben, die mir wichtig sind, also das ist insbesondere auch der Kontakt mit den Kollegen, ich will mir einfach Zeit nehmen ich will wissen, wie es den Kollegen geht, die auch in der Sachbearbeitung sind, und das ist etwas, da hätte ich einfach manchmal gerne mehr Zeit, ohne dass ich ständig dann, wenn ich mich mit einer Kollegin oder einem Kollegen, ich schaue immer auf die Uhr schon und muss sagen, jetzt ist der nächste Termin. Es tut mir leid, ich muss jetzt hier abbrechen.

Worum geht es in Deinem Job?

In der Ausländerbehörde München sind wir dafür zuständig, wenn Menschen aus dem Ausland nach München kommen wollen, dann müssen die in München zu uns, um bei uns den Aufenthaltstitel zu bekommen. Und das macht genau die Aufgabe aus bei uns, diese Vielfalt. Wir haben den amerikanischen Studenten, der hier studieren will, wir haben einen indischen IT-Spezialisten, der bei einem großen DAX-Unternehmen anfangen will, wir haben eine Person, die an das Universitätsklinikum muss, weil es da eine bestimmte Behandlungsmethode gibt, die es eben nur in München gibt. Wir haben den großen Personenkreis der Flüchtlinge. Und wir sind für diese ganze Menschen, sind wir aufenthaltsrechtlich verantwortlich - und ich bin der Chef dieser Behörde - und bin dafür verantwortlich, dass die Rahmenbedingungen stimmen. Ich bin dafür verantwortlich, dass genug Personal da ist, dass gut qualifiziertes Personal da ist. Dass das Personal bei uns an der richtigen Stelle eingesetzt wird, und ich schaue einfach, dass die Rahmenbedingungen so gestaltet sind, dass wir unseren Kunden einen guten Service bieten können. Meine Ansprechpartner sind ganz klar, ich habe viel Kommunikation nach innen, das heißt, ich habe sehr viel Kontakt mit meinen Unterabteilungsleitern, wo wir einfach viele Sachen abstimmen müssen nichtsdestotrotz ist es so, dass bei mir, insbesondere als Abteilungsleiter, schlagen dann die Anfragen von großen Organisationen auf, also da geht es dann beispielsweise darum, dass Unternehmen, die in München ansässig sind, für bestimmte Personengruppen eine Rückmeldung brauchen, da muss man klären, ob man beispielsweise Sammeltermine machen kann, wenn ein Unternehmen beispielsweise - in aller Kürze - dreißig Informatiker braucht und diese Informatiker jetzt kurz vor der Einreise stehen, ob man für die nicht einen Sammeltermin machen kann. Und da bin ich der Ansprechpartner - und wir schauen, dass wir das dann in Abstimmung mit den Unterabteilungsleitungen koordinieren.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Ich komme aus Bayern. Ich bin in Gilching auf das Gymnasium gegangen, habe dort mein Abitur gemacht. Danach habe ich auch in München Jura studiert ich habe in München auch mein Rechtsreferendariat gemacht. Ich habe in München dann auch noch Betriebswirtschaft studiert - und danach habe ich als Anwalt zuerst gearbeitet, hier in einer kleineren Kanzlei in München, und ich hatte dann aber in meiner Tätigkeit als Anwalt schon Kontakt zur Ausländerbehörde, ich war gewissermaßen schon ab und zu als Kunde in der Ausländerbehörde unterwegs und es war dann so, ich habe mich dann nach einem Jahr umorientiert und habe mich dann bei der Landeshauptstadt München auch beworben. Und das war, wie es der Zufall so wollte, bin ich in dem ersten Vorgespräch gefragt worden, ob ich mir auch eine Tätigkeit in der Ausländerbehörde vorstellen könnte - und da habe ich sofort "Ja!" gesagt. Und es hat dann auch geklappt, ich war da total happy, dass das funktioniert hat - und dann habe ich in der Ausländerbehörde angefangen, als juristischer Sachbearbeiter und habe dann nach einer gewissen Zeit die stellvertretende Stabstellenleitung übernommen. Und das war dann der typische Werdegang, nach der stellvertretenden Stabstellenleitung habe ich die Leitung der Stabstelle übernommen, dann bin ich Unterabteilungsleiter geworden und jetzt bin ich im Jahr 2017, im September, Leiter der Ausländerbehörde geworden - und bin richtig happy auf der Stelle.

Ginge es auch ohne Deinem Werdegang?

Das juristische Studium hilft mir schon sehr. Ich will kurz sagen, warum, weil die Arbeit in der Ausländerbehörde einfach ganz, ganz stark rechtlich geprägt ist. Und man muss auch sagen, das Ausländerrecht ist sehr dynamisch. Jetzt muss ich aber sagen, ich habe jetzt eine Führungsposition und ich bin weiter weg einfach vom Tagesgeschäft, ich arbeite nicht mehr so viel rechtlich. Und da muss ich sagen, da bringt mir das juristische Studium nicht besonders viel. Da sind in meinen Augen andere Qualitäten gefragt, da geht es einfach darum, dass ich die Kollegen und Kolleginnen mitnehme dass ich die Motivation vermittle, dass ich die einfach in die Entscheidungen einbinde - und dass ich das Gefühl vermittle, das ist unsere Aufgabe, dass wir hier zusammen diesen Betrieb am Laufen halten. Und das lernen Sie aber in keinem Jurastudium.

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