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Verena NeeßLehrkraft für berufliche Schulen (Elektrotechnik & Religion)bei Landeshauptstadt München
Stadt
München
Alter
25 - 34
Höchste abgeschlossene Ausbildung
Abgeschlossenes Studium
Karriere Level
Angestellter*e
Jahre in der Organisation
< 1
Jahre in der aktuellen Tätigkeit
1 - 5

“Man weiß ja worauf man sich einlässt und ich find’ jetzt keine großen Einschränkungen. Das Einzige was meine Freundinnen besser haben, die haben flexible Arbeitszeiten - die hab’ ich nicht. Ich bekomme am Anfang des Schuljahres meinen Stundenplan und zu den Zeiten muss ich dann anwesend sein.” Erzählt uns Vanessa, als wir sie nach den Einschränkungen in ihrem Job fragen. Sie ist Lehrkraft an der Berufsschule der Landeshauptstadt München und unterrichtet dort in den Fächern Elektrotechnik und Religion. Das Coolste an ihrem Job? - “Wenn ich merke; jetzt hat’s Klick gemacht.”

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Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich!

Eine Berufsausbildung ist auch eine gute Option, lasse dich nicht stressen, und mache trotzdem weiter so, wie du es bis jetzt gemacht hast.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Verena Neeß, Lehrkraft bei der Landeshauptstadt München, an der städtischen Berufsschule für Kfz-Technik, für Elektrotechnik und evangelische Religion.

Was ist das coolste an Deinem Job?

Für mich ist das Coolste die Arbeit mit den Schülern, wenn ich ihnen etwas erkläre und dann merke ich, jetzt hat es "klick" gemacht, also das ist dann einfach der Erfolg, den man dann in dem Moment spürt und ein besseres Feedback kann ich gar nicht kriegen.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Man weiß ja, auf was man sich einlässt und ich finde jetzt eigentlich so keine großen Einschränkungen, das Einzige, wo es meine Freundinnen einfach schöner haben, die haben flexible Arbeitszeiten, die habe ich nicht, ich bekomme am Anfang des Schuljahres meinen Stundenplan und zu den Zeiten muss ich einfach anwesend sein.

Worum geht es in Deinem Job?

Also ich unterrichte die Schüler an der Berufsschule, die sind zwölf Wochen im Jahr in der Berufsschule, die restliche Zeit sind sie im Betrieb, und ich erkläre ihnen im fachlichen Unterricht, die elektronischen Zusammenhänge im Kfz und in Religion spreche ich mit ihnen einfach über Gott und die Welt, oder was sie gerade so beschäftigt, ganz allgemein kann man da auf sie eingehen. Also die Kfz-Mechatroniker müssen in der zehnten Klasse im Bereich Elektrotechnik, was ich ja jetzt unterrichte, erst einmal die Basics lernen, also was ist Strom, was ist Spannung, was ist der elektrische Widerstand und dann in der Elften kann man dann auch einmal speziell auf das Auto gehen, mit der Hybridtechnik, die Elektroautos, die ja einen immer höheren Stellenwert einnehmen. Starter, Generator. Und in der zwölften Klasse, das mache ich aber nicht mehr, das machen dann meine Kollegen, die erklären ihnen dann das Bussystem. Mein Alltag sieht so aus, dass ich ja eben den Stundenplan habe, die Stunden unterrichte ich, aber das ist nicht nur die Zeit, wo man in der Schule anwesend ist, sondern das ist eigentlich viel mehr da darüber hinaus, weil ich habe das Glück, ich habe ein Büro mit drei Leuten, das heißt, ich kann auch den Unterricht, den ich vorbereiten muss, in der Schule vorbereiten, natürlich auch nachbereiten, wenn man feststellt, das ist nicht so gut gelaufen, Leistungsnachweise müssen ja auch erstellt und korrigiert werden, man muss manchmal auch mit dem Betrieb telefonieren, weil es Probleme gibt, oder die Schüler kommen zu einem und sagen, sie haben mit dem Ausbildungsbetrieb Probleme, könnten Sie vielleicht da einmal mit denen telefonieren, oder ich würde den gerne wechseln. In der Berufsschule siezen mich die Schüler, aber ich duze, ich frage sie auch immer am Anfang des Schuljahres, ob sie das wollen, aber es ist eigentlich immer mit Du. Aber ich finde das ganz gut, es muss so ein bisschen Respekt, dass die Lehrkraft ein bisschen abgesetzt ist von den Schülern, weil es ja doch keine Freizeit von ihnen ist, sondern sie müssen ihre Leistung erbringen, sie müssen eine Zwischenprüfung, eine Abschlussprüfung schreiben, und ich denke, das ist ganz gut. Aber ansonsten, wenn sie so mitmachen, und das ganz gut klappt, und es nicht zu vielen Störungen kommt, dann ist das ein angenehmes Arbeitsverhältnis, was man da hat - untereinander den Schülern - und auch zwischen den Lehrern und den Schülern. Bei Störungen muss man leider immer darauf eingehen, weil das unfair gegenüber den Anderen wäre, die sich ordentlich benehmen.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Nach dem Fachabitur habe ich an der FH Medizintechnik studiert, habe dann aber festgestellt, dass das Studium mir nicht so gefallen hat und konnte dadurch, dass ich ja dann den Bachelor-Abschluss erworben habe, auch an einer Universität studieren, habe mich dann für das Lehramt für berufliche Schulen entschieden, das habe ich dann in München studiert und musste dann aber noch ein Jahr Betriebspraktikum absolvieren, weil ich eben keine Berufsausbildung habe, das habe ich dann gemacht, blockweise, immer in den Semesterferien und danach konnte ich in das Referendariat gehen, nach dem Abschluss an der TU - und dann bin ich an meine jetzige Schule gekommen.

Ginge es auch ohne Deinem Werdegang?

Ja, es geht auch, Abitur kann man auf eine andere Art und Weise erwerben, Betriebspraktikum braucht man nur, wenn man eben keine Berufsausbildung hat. Alle müssen Lehramt für berufliche Schulen studieren, außer in der Fachrichtung Metalltechnik oder Elektrotechnik, weil da gibt es die Sondermaßnahme vom Kultusministerium, die es Ingenieuren ermöglicht, die an einer Universität eben Metall oder Elektro studiert haben, direkt in das Referendariat einzusteigen. Man muss natürlich Spaß daran haben, etwas zu erklären, weil das schon einen großen Teil einfach einnimmt, gut mit Leuten umgehen können, wenn man jetzt lieber zu Hause in der Ecke sitzt und jetzt nicht so gerne rausgeht, ist das natürlich schwierig - und schlagfertig sollte man auch sein.

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