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Tanja PeikertDiplom Verwaltungswirtin / Leitung Immobilienservicebei Landeshauptstadt München
Stadt
München
Alter
45 - 54
Höchste abgeschlossene Ausbildung
Abgeschlossenes Studium
Karriere Level
Leitende*r Angestellte*r
Jahre in der Organisation
< 1
Jahre in der aktuellen Tätigkeit
< 1

“Was mich am meisten fasziniert ist, dass man wirklich aktiv an der Stadt mitgestalten kann und dass man sehr, sehr viel mit der Privatwirtschaft zu tun hat und dass man mit den ganzen großen Immobilienplayern, die es in München auf dem freien Immobilienmarkt gibt, zu tun hat und sich da auch behaupten muss.” Das ist für Tanja das Coolste an ihrem Job bei der Landeshauptstadt München. Dort ist sie als Diplom Verwaltungswirtin tätig und leitet das Immobilienservice. Welche Einschränkung der Job für sie in dieser Position mit sich bringt? - “Dass ich deutlich weniger Zeit habe als früher noch für mein Privatleben und bezogen auf den Job; es ist sehr schwierig mittlerweile, dass wir unseren Anforderungen gerecht werden.”

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Transkript

Drei Ratschläge an Dein 14jähriges Ich!

Auf jeden Fall neugierig bleiben und immer über den Tellerrand hinausschauen. Verfolge deine Ziele konsequent, aber beharre nicht darauf, sie zu erreichen, sondern gib auch einmal dem Zufall eine Chance - und außerdem, immer seine Meinung zu vertreten, Rückgrat haben und authentisch sein.

Was steht auf Deiner Visitenkarte?

Tanja Peikert, Landeshauptstadt München Kommunalreferat, Immobilienservice Leitung und meine Berufsbezeichnung, Diplom-Verwaltungswirtin.

Was ist das coolste an Deinem Job?

Das was mich am meisten fasziniert ist, dass man wirklich aktiv an der Stadt mitgestalten kann und dass man sehr, sehr viel mit der Privatwirtschaft eigentlich zu tun hat und, dass man sich also mit den ganzen großen Immobilien-Playern, die es in München auf dem freien Immobilienmarkt gibt, zu tun hat - und sich da hald auch behaupten muss.

Welche Einschränkungen bringt Dein Job mit sich?

Die Einschränkungen für mich persönlich bei der jetzigen Position sind, dass ich einfach deutlich weniger Zeit habe als früher noch für mein Privatleben - und jetzt in Bezug auf den Job, es ist einfach sehr, sehr schwierig mittlerweile, dass wir unseren Anforderungen gerecht werden, weil die Grundstücksressourcen der Stadt immer mehr zurückgehen und die Anforderungen an die Flächen der Stadt immer weiter steigen, man also jedes Grundstück mittlerweile zehnmal verwenden könnte.

Worum geht es in Deinem Job?

Das Kommunalreferat, die Abteilung, die ich leite, ist zentral zuständig für die Verwaltung des ungebundenen Vorratsvermögens der Landeshauptstadt München, also Grundvermögen. Und wir stellen im Prinzip für alle Aufgaben, die die Stadt hat, Wohnungsbauförderung, Gewerbeförderung, Herstellung von Straßen und Grünflächen, Schulen, Kinderbetreuungseinrichtungen, und so weiter, die Grundstücke zur Verfügung. Also entweder aus dem Bestand, was die Stadt schon hat, oder wir müssen hald auch sehen, wenn wir sie nicht haben, dass wir sie auf dem privaten Markt ankaufen. Meine Aufgaben sind jetzt eigentlich die, dass ich diese Abteilung leite, dass ich die Aufgaben und die Arbeiten erstmal in der Abteilung koordiniere und verteile - und in erster Linie aber auch, dass ich bei schwierigen und komplexen Verhandlungen einfach auch selber dabei bin und am Schluss die Entscheidungen treffe. Meine Hauptaufgabe ist eigentlich Reden, wir haben hald sehr sehr viele Besprechungen, ich habe am Tag ganz viele Termine, eigentlich von neun bis siebzehn Uhr, einen nach dem anderen. Entweder einfach interne, bei mir mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, wo wir besprechen, wie einzelne Fälle so von der groben Zielrichtung her zu behandeln sind. Oder ich führe Gespräche mit privaten Grundstückseigentümern, mit Projektentwicklern, mit Rechtsanwälten, manchmal, wenn ich Glück habe, darf ich auch noch selbst zum Notar gehen und für die Stadt ein Grundstück kaufen und verkaufen. Wir haben auch sehr viel Klärungs- und Abstimmungsbedarf innerhalb der Stadtverwaltung, weil wir eigentlich nie einfach alleine von uns aus handeln, sondern immer im Auftrag von irgendjemand anderen aus der Stadtverwaltung, auch da müssen gemeinsame Handlungsziele und Vorgehensweisen einfach abgestimmt werden. Wenn dann mal siebzehn Uhr ist, dann sitze ich meistens noch eine Weile an meinem Schreibtisch und bearbeite solche Unterschriftenberge, die eben auch gemacht werden müssen. Klar, wir haben natürlich auch sehr viel Schriftverkehr, auch mit der Stadtspitze, der Oberbürgermeister verlangt Berichte, wir machen viele Entscheidungsvorlagen für den Stadtrat, weil wir über das, dass wir uns ja über Grundstücke unterhalten, oftmals auch sehr sehr hohe Geschäftswerte vertreten und wenn ein Grundstück mehr als 250.000 Euro kostet, dann muss der Stadtrat damit befasst werden, das heißt, wir haben insoweit auch ziemlich viel Papierkram und Schriftkram, der auch alles über meinen Schreibtisch laufen muss.

Wie sieht Dein Werdegang aus?

Ich bin am westlichen Stadtrand von München aufgewachsen, dann da ganz normal vier Jahre auf die Grundschule gegangen und dann auf das Carl Spitzweg Gymnasium, 1989 Abitur gemacht, und habe mich dann hinterher bei der Stadt München für die gehobene Beamtenlaufbahn beworben, heute sagt man duales Studium, also berufspraktische Ausbildungen bei verschiedenen Dienststellen und nebenbei, im Prinzip, Jurastudium mit teilweise betriebswirtschaftlichen Komponenten. Als ich damit fertig war, bin ich hier bei der Stadt im Kommunalreferat gelandet, weil mich der Immobilienbereich schon während der Ausbildung interessiert hat, ich bin dann in der Abteilung Grundstücksverkehr verschiedene Sachgebiete durchlaufen und habe mich dann vor zweieinhalb Jahren auf die Abteilungsleitung, jetzt heißen wir Immobilienservice, beworben, und habe die auch bekommen, und seitdem mache ich das.

Ginge es auch ohne Deinem Werdegang?

Also um auf die Position zu kommen, auf der ich jetzt bin, braucht man in erster Linie einmal einfach Erfahrung im Immobilienbereich, also insofern ist es gut, dass ich quasi schon sehr lange in dieser Abteilung bin, aber man braucht nicht unbedingt diese Ausbildung bei der Stadt, weil man eigentlich diese ganzen immobilienspezifischen Themen bei dieser Ausbildung nicht lernt. Das ist also etwas, was ich mir selber aneignen musste. Ich glaube, man muss einfach sehr offen sein, man muss auch gerne mit Menschen sprechen, man ist sehr oft in Verhandlungssituationen, wo man zum Einen seine Position vertreten muss, die man selber verfolgt, für die Ziele der Stadt. Und man muss aber auch die Fähigkeit haben, ein bisschen herauszuhören, was haben eigentlich die Anderen für Zielsetzungen, weil doch vieles in dem Geschäft auf win-win Situationen hinausläuft.

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